Zeitungsverkäuferin in Córdoba mit dem Poster des neuen Papstes
Zeitungsverkäuferin in Córdoba mit dem Poster des neuen Papstes
Fast alle argentinischen Tageszeitungen berichten vom neuen Papst
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Auch die Sportteitung Olé zeigt den Heiligen Vater
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Zeitungsverkäufer Jose Garay mit der Zeitung Diario Popular
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Francisco Dreiling und Kollegen bei der Arbeit
Francisco Dreiling und Kollegen bei der Arbeit
Die Kirche Iglesia Catedral in Córdoba am Donnerstag
Die Kirche Iglesia Catedral in Córdoba am Donnerstag
Die Kirche Iglesia Catedral am Donnerstag
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Die Studentinnen Chivellato Rocio, Belen Davies und ihre Freundinnen
Die Studentinnen Chivellato Rocio, Belen Davies und ihre Freundinnen
Jura-Student Tristan A. Vaca Narvaja
Jura-Student Tristan A. Vaca Narvaja

15.03.2013

Eindrücke aus Argentinien nach der Papstwahl El Papa es argentino

Wie sind die Reaktionen der Katholiken und Bürger am anderen Ende der Welt nach der Wahl des ersten lateinamerikanischen Papstes?

Der Jesuit Vincent Capuno, der aus den USA stammt und heute in Cordoba in Argentinien lebt, machte gerade die für die dortige Region übliche Siesta, als er laute Geräusche aus dem Fernsehraum der Manzana Jesuítica hörte. Aus der sixtinische Kapelle war kurz zuvor weißer Rauch aufgestiegen. Also begab sich auch Vincent Capuno vor den Fernseher, wo sich bereits die meisten Jesuiten der Manzana Jesuítica eingefunden hatten.

Heute einen Tag später sitzen die beiden Jesuiten Vincent Capuno und Fernando Cerverz zusammen und erzählen, wie sie die Verkündung des neuen Papstes erlebt haben. Als der französische Kardinal Jean-Louis Tauran das Wahlergebnis verkündete und langsam die drei Worte "Jorge Mario Bergoglio" aussprach blickte Vincent Capuno ungläubig zu Fernando Cerverz und fragte nur leise: "Ist das möglich?" Im Fernsehraum der Jesuiten war es totenstill – kein Applaus, kein Jubel. Die Jesuiten warteten darauf, dass der Name des bisherigen Kardinals von Buenos Aires nochmals wiederholt wird. Aber auch nach der Wiederholung blieb es ruhig.

Heute sagt Vincent Capuno, dass er und die anderen Jesuiten erst später wirklich realisiert hätten, dass Bergoglio zum neuen Oberhaupt der katholischen Kirche gekürt wurde. Einen Tag später ist ihnen die Freude darüber aber deutlich anzumerken, das Lächeln von Vincent Capuno und Fernando Cerverz ist nicht zu übersehen.

Die Studenten jubelten

Nur 100 Meter vom Fernsehraum der Jesuiten entfernt verfolgten zahlreiche Studenten der Universität Cordoba, die 1613 von Jesuiten gegründet wurde, die Übertragung aus Rom ebenfalls vor dem Fernseher. Der Student Franco Nardin machte gerade Werbung für seine Studentenorganisation – in Cordoba hat das Semester gerade begonnen, als er aus Richtung des hinter ihm gelegenen Fernsehers laute Jubelschreie und Applaus hörte. Heute beschreibt Franco die Situation so: "Die Geräuschkulisse war riesig. Alle waren total überrascht und sehr erfreut, als Bergoglio zum Papst ernannt wurde. Die Studenten jubelten und machten Fotos von der Fernsehübertragung. Damit hat niemand gerechnet."

Aus Chivellato Rocio, einer katholischen Jura-Studentin aus Cordoba, sprudelt auch heute noch Begeisterung: "Es war ein besonderer und historischer Moment. Ich bin stolz, dass ein Argentinier in einer solchen Position ist." Chivellato Identifikation mit dem Papst ist enorm. Sie kommt aus Argentinien und hat italienische Vorfahren, genau wie der neue Papst Franziskus. Die Papstwahl ist heute das Thema bei Chivellato und ihren Freundinnen. Ihre Freundin Belen Davies sieht die Wahl von Bergoglio nicht positiv, weil sie den Einfluss und die Macht des Katholizismus in Argentinien, einem Land, indem circa 90 Prozent der Bevölkerung katholischen Glaubens sind., weiter steigen würde. Bei den Freundinnen sorgt dies für weiteren Gesprächsbedarf.

Der Zeitungsverkäufer Jose Garay berichtet, dass ihm die Leute jede Zeitung mit Franziskus auf dem Titel aus den Händen reißen würden. Während unseres Gesprächs wird er gleich zweimal mit frisch gedruckten Zeitungen beliefert, da er wieder ausverkauft war. In den nächsten Tagen werden die Magazine mit Bergoglio auf dem Cover erscheinen. Garay, der nicht katholisch ist, freut sich zumindest über einen gesteigerten Umsatz: "Aber mein Kunden, die sind sehr stolz und überaus glücklich!"

Die Schlagzeilen der Zeitungen in Argentinien lauten heute "El Papa es argentino" und "Papa nuestro", also "Der Papst ist Argentinier" und "Unser Papst". Selbst auf das Titelbild der Sporttageszeitung Olé, die eigentlich ausschließlich über Sport berichtet, hat es der neue Papst geschafft. Die passende Überschrift lautet: "La otra mano de dios", "Die andere Hand Gottes" in Anspielung auf Diego Maradonas Tor während der Fußballweltmeisterschaft 1986. Maradona, der in Argentinien als Volksheld gilt sagte damals, dass er das irregulär erzielte Tor mit der Hilfe Gottes erzielt hätte.

Alle Bücher über Bergoglio restlos ausverkauft

Der Jura-Student Tristan A. Vaca Narvaja sieht in dem neuen Papst aus Argentinien vor allem den positiven Effekt, dass Ausländer nicht mehr ausschließlich die beiden Fußballer Maradona und Messi, sondern nun auch mindestens einen weiteren Argentinier kennen würden. Auch für den Tourismus erhofft er sich positive Effekte durch die Papstwahl.

Nicht nur die Zeitungsverkäufer sprechen von gestiegenen Verkaufszahlen, auch Francisco Dreiling, der in einer katholischen Buchhandlung arbeitet berichtet, dass alle Bücher über Kardinal Jorge Mario Bergoglio restlos ausverkauft seien. Bereits morgen soll eine Neuauflage die Läden erreichen. Seine Kunden wurden sehnsüchtig darauf warten. Dreiling verbindet mit Bergoglio Hoffnung: "Der Kardinal der Armen wird zu einem Papst der Armen werden und den Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika Hoffnung geben." Weiterhin berichtet Dreiling von der Bodenständigkeit Bergoglios, der in Buenos Aires regelmäßig den öffentlichen Nahverkehr nutzte und sich immer volksnah zeigte.

Diese Bodenständigkeit bescheinigen ihm auch die beiden Jesuiten Vincent Capuno und Fernando Cerverz. Zwischen 1990 und 1991 lebte Jorge Mario Bergoglio in ihrem heutigen zuhause im Zimmer mit der Nummer Sechs. Damals hielt Bergoglio nicht nur die heilige Messe in Manzana Jesuítica, sondern kümmerte sich auch um die Wäsche der anderen Jesuiten in Cordoba und pflegte kranke Menschen, wann immer er Zeit fand. Ein wenig Stolz schwingt in der Sprache von Vincent Capuno und Fernando Cerverz mit, wenn sie über Franziskus - ihren Papst – sprechen.

 

Johannes Maeling
(dr)

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