26.02.2013

Nach dem Rücktritt wird alles anders für den Heiligen Vater "Papa emeritus"

Der Fischerring wird zerbrochen - und in Zukunft trägt Benedikt XVI. braune statt rote Schuhe. Auf den Heiligen Vater warten viele Veränderungen. Dazu gehört auch, dass er nicht mehr unter dem Schutz der Schweizer Garde steht. 

Nach seinem Rücktritt vom Papstamt am Donnerstagabend stehen Benedikt dem XVI. viele Veränderungen bevor. Das äußert sich zum Teil auch in seinem Titel: Nach seinen Rücktritt vom Papstamt trägt Benedikt XVI. den Titel "emeritierter Papst" (Papa emeritus) oder "emeritierter römischer Pontifex" (Romano Pontefice emerito). Die Anrede lautet weiterhin "Seine Heiligkeit Benedikt XVI.. Das teilte Vatikansprecher Federico Lombardi vor Journalisten mit.

Benedikt XVI. werde nach seinem Amtsverzicht weiter die einfache weiße Soutane tragen, sagte Lombardi. Dazu wolle er die braunen Schuhe anziehen, die ihm lokale Handwerker im vergangenen Jahr bei seinem Besuch im mexikanischen Leon geschenkt hatten.

Fischerring wird vernichtet

Außerdem werden der Fischerring und das Bleisiegel von Papst Benedikt XVI. nach dessen Amtsverzicht vernichtet. Der Camerlengo, Kardinalstaatssekretär Tarciso Bertone (78), werde die Vernichtung veranlassen. Zu Zeitpunkt und näheren Umständen konnte Vatikansprecher Federico Lombardi keine Angaben machen.

Der Fischerring wird gemäß dem Kirchenrecht nach dem Tod eines Papstes vom Camerlengo in Verwahrung genommen. Im Laufe einer der ersten Kardinalsversammlungen, die während einer Sedisvakanz die vatikanischen Amtsgeschäfte leiten, wird die päpstliche Insignie zerbrochen.

Der Ring verdankt seinen Namen einer Abbildung des Petrus, der ein Netz mit Fischen in ein Boot zieht. Die Darstellung erinnert an die erste Begegnung Jesu mit Petrus. Der Fischerring wird dem Papst im Rahmen des Gottesdienstes zur Amtseinführung vom Kardinaldekan, dem ranghöchsten Kardinal, zusammen mit einer weißen Wollstola, dem Pallium, übergeben. Derzeit bekleidet das Amt des Kardinaldekans Angelo Sodano (85).

Schweizer Garde verlässt Castegandolfo

Auch in Punkto Sicherheit ändert sich ab Donnerstagabend einiges für Benedikt XVI. Mit Beginn der Sedisvakanz wird die Päpstliche Schweizergarde das Portal des Palastes von Castelgandolfo schließen und dann ihre Wache abziehen. Mit dem Amtsverzicht von Papst Bendikt XVI. entfalle für ihn der Schutz durch das Wachcorps, betonte Vatikansprecher Federico Lombardi.

Ein offizielles Abdankungsdokument aus diesem Anlass werde nicht unterzeichnet. Mit der Erklärung seines Amtsverzichts habe Benedikt XVI. allen kirchlichenrechtlichen Vorschriften für ein Pontifikatsende Rechnung getragen, so Lombardi.

 

 

(KNA, DR)