27.01.2013

Der Papst zum Holocaustgedenktag Dauerhafte Mahnung

Der Holocaust muss nach den Worten von Papst Benedikt XVI. für alle Menschen eine dauerhafte Erinnerung und Mahnung bleiben. Das Gedenken müsse dazu beitragen, dass sich diese Schrecken der Geschichte nicht wiederholten.

Das sagte der Papst am Sonntag bei seinem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz in Rom. Anlass war der Holocaust-Gedenktag, der jährlich am 27. Januar an die Befreiung des nationalsozialistischen Vernichtungslagers Auschwitz im Jahre 1945 erinnert.

Der katholische Erzbischof Alfons Nossol sieht das deutsch-polnische Verhältnis auf einem guten Weg. Beide Seiten erreichten "langsam diesen Punkt, wo wir nebeneinander leben möchten, aber eingestellt sind, füreinander zu leben", sagte der emeritierte Bischof von Opole (Oppeln) in Polen am Sonntag dem Deutschlandfunk. Gefördert werde diese Tendenz durch den Einigungsprozess in der Europäischen Union. "Deswegen sollten wir der Vorsehung für das gemeinsame Europa dankbar sein", betonte Nossol.

Der gebürtige Oberschlesier wirkt seit Jahrzehnten als Brückenbauer zwischen Polen und Deutschland sowie als Mittler zwischen den Konfessionen. Bis zu seiner Emeritierung 2009 war er mit 32 Amtsjahren Polens dienstältester Ortsbischof. Seiner Heimat Schlesien kommt nach den Worten des 80-Jährigen aufgrund ihrer historischen Beziehungen zu Polen, Deutschland und Tschechien eine besondere Mittlerrolle im Verhältnis der drei Länder zu.

Als Beispiel nannte Nossol die Wallfahrten zum oberschlesischen Annaberg. 1980 ermöglichte er dem damaligen Augsburger Bischof Josef Stimpfle dort die erste deutsche Predigt seit dem Zweiten Weltkrieg. Im Juni 1989 feierte Nossol selbst auf dem Annaberg trotz polnischer Vorbehalte einen deutschsprachigen Gottesdienst und führte diese in seiner Diözese ein. Die Region Opole gehört zu den Hochburgen der deutschen Minderheit in Polen.

"Papst ist ein großer Theologe"

Der Papst ist nach den Worten Nossols ein "großer Wissenschaftler". Benedikt XVI. gelinge es, "in klaren, einfachen Worten das zutiefst komplizierte theologische Wesen der Glaubenswahrheiten anzusprechen". Früher seien die Menschen auf den Petersplatz gekommen, um den Papst zu sehen, jetzt kämen sie, um ihn zu hören.

Der Vorgänger von Benedikt XVI., Johannes Paul II., habe hingegen seine Stärken auf dem Gebiet der Politik gehabt, sagte Nossol. Als Beispiel verwies er auf die Haltung des polnischen Papstes zur Solidarnosc-Bewegung, die entscheidend für die politische Wende in Polen war. Den Bischöfen seiner Heimat habe Johannes Paul II. damals sinngemäß gesagt: "Sie dürfen sich da politisch in der ganzen Solidaritätsbewegung nicht engagieren, aber Sie dürfen es auch nicht vergessen: Alle Probleme, alle Anliegen, die die Solidaritätsbewegung auf ihre Fahnen geschrieben hat, sind zutiefst menschliche Anliegen."

Beide Päpste «ergänzen sich sehr», fasste Nossol zusammen. Ausdrücklich würdigte der Erzbischof den Besuch von Benedikt XVI. im NS-Konzentrationslager Auschwitz 2006. Dabei verteidigte er die Tatsache, dass das aus Deutschland stammende katholische Kirchenoberhaupt bei dieser Gelegenheit die Begriffe Schoah und Holocaust nur selten benutzte. Der Papst habe "das tragischste Ereignis dieses Weltkrieges" religiös und theologisch zu deuten versucht und sei damit entgegen anderslautenden Medienberichten auf große Zustimmung bei seinen Zuhörern gestoßen. Nossol: "Alle Polen waren damit sehr zufrieden."

(KNA, DR)

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