"Osterhase" mit "Ostereiern"
"Osterhase" mit "Ostereiern"

04.04.2021

Fragen und Antworten rund um das Osterfest in der Corona-Krise Von Eiern, Hasen, weggerollten Grabsteinen und der Auferstehung

Im Mittelpunkt von Ostern steht die Auferstehung von den Toten - das größte und wichtigste Geheimnis des christlichen Glaubens. Viele andere Zusammenhänge und Bräuche sind weit weniger klar. Und diesmal ist ohnehin wieder alles anders.

Ostern ist das wichtigste Fest der Christen in aller Welt. Warum und wie wird es gefeiert? Was hat es mit Hasen und Eiern zu tun? Und was läuft angesichts der Corona-Pandemie schon zum zweiten Mal ganz anders?

Was wird an Ostern gefeiert?

An Ostern feiern Christen ihr ältestes und wichtigstes Fest: die Auferstehung Jesu am dritten Tag nach dem Tod am Kreuz. Die zentrale Botschaft von Kreuz und Auferstehung ist, "dass am Ende das Leben über den Tod, die Wahrheit über die Lüge, die Gerechtigkeit über das Unrecht, die Liebe über den Hass und selbst über den Tod siegen wird", heißt es im katholischen Katechismus.

Was steht dazu in der Bibel?

Die Auferstehung selbst wird nicht beschrieben. In allen vier Evangelien steht, dass der Stein vor dem Grab weggerollt ist oder (bei Matthäus) von einem Engel weggerollt wird. Die ersten, die dies sehen und bezeugen, sind drei Frauen beziehungsweise eine Frau (Maria von Magdala bei Johannes), die die Neuigkeit dann den Jüngern berichten.

Wovon hängt der Termin des Festes ab?

Ostern ist ein bewegliches Fest, das am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert wird. Damit liegt derTermin immer zwischen dem 22. März und dem 25. April. Festgelegt wurde dies beim Konzil von Nizäa im Jahr 325.

Warum feiern orthodoxe Christen oft an einem anderen Termin?

Da die orthodoxe Kirche der Kalenderreform unter Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 nicht folgte, feiern Ost und West zumeist an unterschiedlichen Terminen - 2021 zum Beispiel im Westen am 4. April und in den Ostkirchen am 2. Mai. Erst 2025 gibt es wieder einen gemeinsamen Termin. Vor wenigen Wochen gab es einen Vorschlag aus der Orthodoxie für ein gemeinsames Osterdatum aller Christen ab 2025. Papst Franziskus wäre wohl bereit, hier Zugeständnisse zu machen, sagte der Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch.

Woher kommt der Name Ostern?

Die Herkunft des Begriffs ist bis heute umstritten. Eine Erklärung führt ihn auf die germanische Frühlingsgöttin Ostara zurück, die Göttin der Morgenröte. Andere Experten bringen ihn in Verbindung mit Osten, der Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs. Beides wird auch mit den griechischen ("eos") und althochdeutschen ("eostarun") Begriffen für Morgenröte verbunden. Wieder andere stellen Zusammenhänge her zum nordgermanischen "ausa", was als "gießen" an die Taufe erinnern könnte. In vielen anderen Ländern haben sich Begriffe wie "Pasen", "Paques", oder "Pasqua" durchgesetzt, die auf das jüdische Fest Pessach zurückgehen.

Wie wird Ostern im Gottesdienst gefeiert?

Höhepunkt ist normalerweise die Osternacht in der Dunkelheit zwischen Samstagabend und Sonntagmorgen. Hier sollen etliche Symbole den Auferstehungsglauben verdeutlichen - vom Feuer über die Wassersegnung bis zur Osterkerze. Nach dem Wortgottesdienst mit bis zu sieben Lesungen aus dem Alten Testament ertönen dann die seit Gründonnerstag verstummten Glocken und die Orgel wieder zum Lobgesang des Gloria. Nach Möglichkeit wird in der Osternacht eigentlich das Sakrament der Taufe gespendet.

Und was ist anders wegen der Corona-Pandemie?

Ziemlich viel: Im letzten Jahr hatte der Vatikan genau wie die meisten deutschen Bundesländer katholische Bischöfe und Priester angehalten, die Gottesdienste ohne Anwesenheit von Gläubigen zu feiern. Es gab viele Live-Übertragungen, digitale Feiern und Anregungen zu Hausgottesdiensten.

Auch in diesem Jahr kann Ostern nur eingeschränkt gefeiert werden, allerdings sind wieder Gottesdienste in den Kirchen möglich unter Einhaltung der Corona-Regeln. Ob sich das bis Ostern selbst noch ändern wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Auf alle Fälle planen die meisten Gemeinden zusätzliche digitale Formate, Feiern und Gottesdienste im Freien und ähnliches mehr, um trotz der Pandemie Ostern feiern zu können.

Auch Papst Franziskus wird erneut im sehr kleinen Kreis die Osternacht und die Ostermesse feiern und anschließend den Segen "Urbi et orbi" spenden - alles live im Fernsehen übertragen.

Welche Bräuche gehören zu Ostern?

Am bekanntesten ist wohl das Verschenken bemalter Eier. Das Ei ist in den meisten Kulturen ein Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben. Früher hatten sich auch viele Eier angesammelt, da man in der Fastenzeit darauf verzichtet hatte. In manchen Gegenden gibt es üblicherweise Osterfeuer, die zum einen auf heidnische Bräuche des Winteraustreibens zurückgeführt werden. Zugleich stehen sie aber auch für Leben und Wärme - und setzen damit das christliche Ostergeschehen in sinnliche Erfahrungen um. In der Oberlausitz gibt es normalerweise die berühmten Osterritte der sorbischen Minderheit auf festlich geschmückten Pferden. Ebenso wie die Osterfeuer müssen sie diesmal aller Voraussicht nach wieder ausfallen oder zumindest ohne Zuschauer stattfinden.

Und woher kommt der Osterhase?

Auch dafür gibt es verschiedene Erklärungen: Zum einen gilt auch er als Symbol der Fruchtbarkeit, zum anderen als Bote des Frühlings. An anderer Stelle heißt es, der Hase habe keine Augenlider und schlafe daher "mit offenen Augen", was auf Jesus hindeute, der "im Tod nicht entschlafen" sei. Im 17. Jahrhundert war erstmals die Rede vom Osterhasen, der die Eier bringt, was später vor allem durch die Süßwarenindustrie weiter befördert wurde. Theologisch gesehen ist das Lamm eigentlich das passendere Symboltier: Schon die Juden opferten und aßen zum Pessachfest ein Lamm, und Jesus wird selbst als das Lamm Gottes bezeichnet.

Was wird am Ostermontag gefeiert?

Kirchlich gesehen steht am zweiten Feiertag die Emmausgeschichte im Mittelpunkt: Zwei Jünger gehen in tiefer Trauer über Jesu Tod von Jerusalem zu dem Dorf Emmaus. Unterwegs gesellt sich Jesus zu ihnen, doch sie erkennen ihn lange nicht. Hier zeigt sich Jesus nach biblischer Überlieferung erstmals nach seiner Auferstehung den Jüngern. Viele führen den Brauch des Osterspaziergangs auch auf diese biblische Geschichte zurück. Dieser Spaziergang könnte ja zumindest auch in diesem Jahr wieder möglich sein - in Kleinstgruppen oder im allerengsten Familienkreis.

Wie lange dauert die Osterzeit?

Seit dem zweiten Jahrhundert erstreckt sich die Feier des Osterfests über einen Zeitraum von 50 Tagen und endet mit Pfingsten, dem Fest des Heiligen Geistes. 40 Tage nach Ostern wird das Fest Christi Himmelfahrt gefeiert. Bis dahin war Jesus nach seiner Auferstehung immer wieder mit seinen Jüngern zusammen, berichten die Evangelien.

Gottfried Bohl
(KNA)

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