Passionsspiele Oberammergau
Passionsspiele Oberammergau

17.09.2019

Intensive Annäherung der Passionsgeschichte bei Oberammergau-Darsteller Die jüdische Seite von Jesus und das Vaterunser

Die Oberammergauer Passionsspiele beschäftigen nicht nur Zuschauer nachhaltig. Auch die Darsteller und Regisseure befassen sich intensiv mit den letzten Stunden von Jesus von Nazarath – und auch darüber hinaus gibt es Berührungspunkte.

"Ich finde, man muss auch die jüdische Seite von Jesus kennen, um ein gutes Gesamtbild von ihm zu bekommen", sagte Mayet dem "Münchner Merkur" am Dienstag. Durch die jüngste Reise der Hauptdarsteller ins Heilige Land sei insgesamt die Saat gelegt worden, jetzt könne sie keimen: "Wir sind eine super Gruppe, die Zusammenarbeit macht viel Spaß."

Sich der Person Jesu näher fühlen

Beim Besuch der Original-Schauplätze wie etwa am See Genezareth seien ganz besondere Bilder im Kopf entstanden, erzählte Mayet. "Man sieht die Landschaft und weiß, dass sie vor 2.000 Jahren, als Jesus dort seine Bergpredigt gehalten und seine Wunder vollbracht hat, schon so ähnlich ausgeschaut hat." Da fühle man sich der Person Jesu plötzlich sehr nahe. Als die Gruppe am Sabbat an der Klagemauer in Jerusalem gewesen sei, habe ihn sehr beeindruckt, wie dort die Religion wertgeschätzt werde, sagte Mayet. "Ich würde mir wünschen, dass es sich bei uns auch wieder mehr in diese Richtung entwickeln würde."

Je mehr er sich mit Jesus beschäftige, desto begeisterter sei er von ihm, erzählte Mayet, der zum zweiten Mal nach 2010 die Hauptrolle zugesprochen bekommen hat. Jesus habe Haltung gehabt, etwa, als er sich für die Armen starkgemacht habe. "Das ist heute noch genauso wichtig wie damals." Gerade diese sozialen Aspekte wolle Spielleiter Christian Stückl in der Passion besonders herausarbeiten, verriet Mayet.

Regisseur Karaca geht eine Vaterunser-Zeile nicht aus dem Kopf

Der Regisseur und zweite Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele 2020, Abdullah Kenan Karaca (30), kriegt eine bestimmte Zeile des "Vaterunser" nicht mehr aus dem Kopf. Dabei handelt es sich um die Worte "wie auch wir vergeben unseren Schuldigern", wie er im aktuellen Magazin des Münchner Volkstheaters "Volksmund" erzählt. Die ganze Klasse habe in der Schule in dem oberbayerischen Ort jeden Morgen aufstehen und das Gebet Richtung Kreuz aufsagen müssen. "Ich habe nicht mitgemacht, aber der Text hat sich mir eingeprägt", erinnert sich der Muslim.

Irgendwann habe er angefangen, darüber nachzudenken, was diese Sätze für ihn bedeuten und wie er dazu stehe, so der aus einer türkischen Familie stammende Karaca. Diesen Teil des "Vaterunser" möge er besonders. Denn wer es schaffe, "jemandem etwas zu verzeihen, tatsächlich zu verzeihen, befreit sich selbst ein Stück". Es sei schade, findet der Haus-Regisseur des Volkstheaters, dass es oft nur bei den Worten bleibe. Dabei sei niemand automatisch ein guter Mensch, nur weil er das Vaterunser kenne oder fünfmal am Tag bete. "Mensch sein, das heißt, ein Leben lang an sich zu arbeiten", ist Karaca überzeugt.

(KNA)

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