Orthodoxe Christen zünden eine Kerze im Rahmen der Ostermesse in Litauen an
Orthodoxe Christen zünden eine Kerze im Rahmen der Ostermesse in Litauen an
Kyrill I., Patriarch von Moskau und ganz Russland
Kyrill I., Patriarch von Moskau und ganz Russland
Der Papst beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz am 28. April 2019
Der Papst beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz am 28. April 2019
Bartholomaios I.
Bartholomaios I.
Theophilos III.
Theophilos III.

28.04.2019

Orthodoxe Christen feiern Ostern Ein Meer von Kerzen

An diesem Sonntag begehen die orthodoxen Christen auf der ganzen Welt das Osterfest. Die orthodoxen Kirchen richten sich zu Ostern nach dem julianischen Kalender. Ostern wird am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühlings gefeiert.

Eine Woche nach Katholiken und Protestanten feiern die orthodoxen und altorientalischen Christen auf der ganzen Welt an diesem Sonntag das Osterfest. Der unterschiedliche Ostertermin geht auf verschiedene Berechnungsarten zurück. So bestimmen die Ostkirchen den Ostertermin nach dem alten Julianischen Kalender und nach einer anderen Methode als die Westkirchen, die die Gregorianische Kalenderreform des 16. Jahrhunderts vollzogen haben. Weltweit gibt es rund 300 Millionen orthodoxe und altorientalische Christen.

Das Oberhaupt der größten orthodoxen Landeskirche, Russlands Patriarch Kyrill I., erklärte in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale, die Freude über die Auferstehung Christi solle "vor dem Bösen schützen, im Glauben festigen, im Leben helfen und am wichtigsten: uns in der Liebe und Frömmigkeit bestärken".

Glückwünsche des Papstes

Papst Franziskus gratulierte zum orthodoxen Osterfest. "Unseren Brüdern und Schwestern der östlichen Kirchen, die heute nach dem Julianischen Kalender das heilige Osterfest feiern, sende ich herzliche Glückwünsche", sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz in Rom. Weltweit gibt es rund 300 Millionen orthodoxe und altorientalische Christen.

An der Feier in der Moskauer Kathedrale, die vom russischen Fernsehen übertragen wurde, nahmen Staatspräsident Wladimir Putin und Ministerpräsident Dmitri Medwedew teil sowie der vatikanische Botschafter in Russland, Erzbischof Celestino Migliore, und der katholische Moskauer Erzbischof Paolo Pezzi. Am Ende des rund dreistündigen Gottesdienstes tauschte das Kirchenoberhaupt mit Putin und Medwedew Ostergeschenke aus.

Keine Waffenpause in Ukraine

Putin gratulierte in einer vom Kreml verbreiteten Erklärung den orthodoxen Christen zur Fest der Auferstehung. Osternsymbolisiere die "unauflösliche Verbindung zwischen den Zeiten und den spirituellen Traditionen, die dem Zusammenhalt unseres Volkes dienen". Zugleich lobte er, die "vielfältige, wahrlich asketische Arbeit" der russisch-orthodoxen Kirche und anderer christlicher Konfessionen. Sie verdiene höchste Anerkennung.

In der Ostukraine gingen nach Kiewer Angaben die Gefechte trotz des orthodoxen Osterfestes weiter. Prorussische Milizen hätten den vereinbarten Waffenstillstand erneut gebrochen und die ukrainischen Truppen am Samstag 13 Mal beschossen, teilte die Armee mit. Ein ukrainischer Soldat sei verwundet worden. Seit Frühjahr 2014 kämpfen in der Ostukraine prorussische Separatisten und Regierungssoldaten gegeneinander.

Der scheidende ukrainische Präsident Petro Poroschenko besuchte in Kiew sowohl die Ostermesse des Oberhaupts der neuen eigenständigen "Orthodoxen Kirche der Ukraine", Epiphanius, als auch des griechisch-katholischen Großerzbischofs Swjatoslaw Schewtschuk.

Der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, wünschte den Gläubigen in der Ukraine die "Auferstehung der Hoffnung auf ein sicheres, stabiles und freies Land". Im Osten der Ukraine herrscht seit Jahren Krieg.

Bartholomaios I. kritisiert "gnadenloses Streben nach Glück"

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hat in seiner Osterbotschaft ein "gnadenloses Streben nach Glück" in der Gesellschaft kritisiert. Die Sehnsucht der Menschen nach Ewigkeit könne letztlich nicht durch die "Illusion der uneingeschränkten Selbstverwirklichung", irdische Güter und auch nicht "durch eine Verlängerung unseres Lebens oder mit Versprechungen trügerischer Paradiese" befriedigt werden, schreibt das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie.

Das christliche Leben sei in all seinen Facetten "vom Hauch der Auferstehung durchdrungen", so Bartholomaios. Die Erfahrung der Auferstehung gehöre zum Kern der orthodoxen Identität. Die rettende Gegenwart Christi und die Hoffnung auf das Reich Gottes seien im christlichen Leben untrennbar miteinander verbunden, "das als schöpferische und verwandelnde Kraft in der Welt wirkt und verwirklicht wird". Es sei deshalb auch eine Verkennung des orthodoxen Selbstbewusstseins und des sozialen und karitativen Wirkens der Kirche, "wenn behauptet wird, die Orthodoxie sei introvertiert, weltlos und gleichgültig gegenüber Geschichte und Kultur", so der Patriarch.

"Heiliges Feuer" in Jerusalem

In Jerusalem haben Orthodoxe unterdessen das "Heilige Feuer" gefeiert. Tausende Menschen drängten sich am Samstag in der Grabeskirche in Jerusalems Altstadt, wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld bei Twitter mitteilte. Dem Glauben nach entzündete sich an Ostern der Orthodoxen selbstständig ein Licht in der Grabkapelle. Die Grabeskirche steht an jener Stelle, wo der christlichen Überlieferung nach Jesus begraben worden und wieder auferstanden sein soll.

Der griechisch-orthodoxe Patriarch Theophilos III. entzündete an dem "Heiligen Feuer" Kerzen und gab die Flammen an Gläubige außerhalb der Kapelle weiter. Ein Meer von Kerzen erhellte die Kirche. Polizeisprecher Rosenfeld teilte mit, Polizeikräfte hätten am Samstag die Umgebung der Grabeskirche gesichert.

(KNA, dpa)

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