Ostern: Mut zum Aufbruch
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Reinhard Kardinal Marx
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Kardinal Woelki betet vor dem Osterfeuer
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Bischof Felix Genn
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Bischof Stephan Ackermann
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Bischof Gregor Maria Hanke
Bischof Gregor Maria Hanke
Erzbischof Ludwig Schick
Erzbischof Ludwig Schick
Erzbischof Stefan Heße
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Screenshot: Overbeck
Bischof Franz-Josef Overbeck
Hans-Josef Becker, Paderborner Erzbischof
Hans-Josef Becker, Paderborner Erzbischof
Bischof von Aachen: Helmut Dieser
Bischof von Aachen: Helmut Dieser
Georg Bätzing, Bischof von Limburg
Georg Bätzing, Bischof von Limburg
Weihbischof Johannes Wübbe
Weihbischof Johannes Wübbe
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer
Heinrich Bedford-Strohm
Heinrich Bedford-Strohm
Manfred Rekowski
Manfred Rekowski
Präses Annette Kurschus beim Gottesdienst in der Erlöserkirche
Präses Annette Kurschus beim Gottesdienst in der Erlöserkirche

31.03.2018

Osternacht: Bischöfe rufen zum Gelingen eines gesellschaftlichen Miteinander auf "Verantwortlich und überzeugend leben"

In ihren Osterbotschaften rufen deutsche Bischöfe zum Gelingen eines gesellschaftlichen Miteinanders auf – eine solche Kultur brauche das tägliche Engagement eines jeden Christen.

Der Münchner Reinhard Kardinal Marx fordert stetes Engagement für eine freie Gesellschaft. "Dazu braucht es viele Menschen, die ihre Freiheit verantwortlich und überzeugend leben", sagt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz laut Redemanuskript am Ostersonntag im Münchner Liebfrauendom. Ein solches Miteinander in einer Kultur der Freiheit sei kein Selbstläufer, sondern brauche täglichen Einsatz.

"Ostern ist ein Qualitätssprung"

Ostern sei eine "Explosion" und ein "Qualitätssprung in eine neue Lebensmöglichkeit und Lebenswirklichkeit", sagt Marx. Wenn von der christlichen Prägung des Landes die Rede ist, dann ist nach Ansicht des Kardinals die "Orientierung am Ostergeheimnis notwendig". Es zähle der Glaube an die Auferstehung, an die Befreiung aus der Macht des Todes und der Sünde. Der österliche Glaube sei auf die Zukunft ausgerichtet. So seien die Menschen mit diesem Glauben "wirklich frei, nicht verdruckst, in sich verklemmt, voller Misstrauen und Angst, sondern offen und bereit zum Neuen, zum Aufbruch, weil Christus lebt und mit uns geht".

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat an Ostern die Bedeutung des Auferstehungsglaubens betont. Man verstehe das eigene Leben nur dann, "wenn wir es im Licht der Auferstehung Jesu sehen, in die wir hineingenommen werden und die dadurch auch unsere Auferstehung wird", sagte der Erzbischof in der Osternachtsfeier im Kölner Dom. Erst durch die Offenbarung Gottes werde in Jesus Christus vollkommen offenbar, "was uns Menschen zu Menschen macht", sagte Woelki. Denn ohne die Auferstehung sei mit dem Tod alles aus. "Was bliebe? Nichts", so der Kardinal. Die an Ostern gefeierte Auferstehung Jesu Christi mache deutlich, dass der irdische Tod überwunden werden könne. "Das gibt unserem Leben Sinn. Das macht unser Leben erst richtig lebenswert und erfüllt uns mit Hoffnung und Freude", sagte Woelki.

"Christus stellt Kraft des Lebens gegen den Tod"

In der Osterbotschaft stellt Jesus nach Worten des Münsteraner Bischofs Felix Genn den Gesetzen des Todes die Kraft des Lebens gegenüber. Der Mensch sei kein Wesen, das von sich selbst existiere, sagte Genn in seiner Predigt am Samstagabend im Münsteraner Dom. Er stehe in Beziehung zu anderen und zu dem, der ihn erschaffen habe. Gott wolle unter den Menschen sein und die Geschichte des menschlichen Lebens lenken. Dabei gehe es Gott darum, dass der Mensch vor den Mächten des Bösen und des Todes bewahrt bleibe und dass seine Sehnsucht nach Leben gestillt werde.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat für das Gespräch mit anderen über den Glauben und damit zusammenhängende Fragen und Erfahrungen geworben. "Bleibt damit nicht allein, sondern bekennt euch dazu und haltet Gemeinschaft untereinander", sagte er in seiner Osterpredigt in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Trierer Dom. Er selbst habe oft erlebt, dass wenn er sich als Christ, Priester und Bischof zu erkennen gebe, sich das Gegenüber auch ermutigt fühle von sich und seinem Glauben zu sprechen. Der Glaube der einen, lebe vom Glauben der anderen, betonte Ackermann.

Notwendigkeit der Feier- und Sonntage

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick wandte sich gegen Forderungen aus Politik und Wirtschaft, die grundgesetzlich garantierte Sonntagsruhe abzuschaffen und die Ladenöffnungszeiten völlig freizugeben. So werde das Leben der Familien und der Vereine sowie der Kirchen zunichtegemacht. Eine Gesellschaft, die human bleiben wolle, die benötige Feier- und die Sonntage für alle, so Schick in der Osternacht im Bamberger Dom. Eine humane Gesellschaft lebe nicht allein vom Shopping, vom Handel und von der Wirtschaft.

Hamburgs Erzbischof Stefan Heße erinnerte in seiner vorab veröffentlichten Osterpredigt daran, dass Christen durch das Licht des Glaubens befähigt seien, aufrichtig zu sein und sich zu mühen, "die Dinge bei Lichte, ja in seinem Lichte zu betrachten, nicht auf Hate Speech zu setzen oder auf Fake News hereinzufallen".

"Friede bleibt hohes Ziel"

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck verlangte einen nachhaltigen Einsatz für den Frieden. Die Welt sei durchzogen vom Terror des Krieges, von Auseinandersetzungen und Polarisierungen, sagte er in der Osternachtsfeier am Samstagabend im Essener Dom. "Der Friede bleibt ein hohes politisches Ziel für alle Verantwortungsträger in der Welt", so der Geistliche, der auch Militärbischof ist.

Der Glaube an Ostern mit der Auferstehung Christi befreit nach Ansicht des Paderborner Erzbischofs Hans-Josef Becker von Hoffnungslosigkeit. "Mit dem Stein vor dem Grab Jesu sind unsere Grabsteine weggewälzt, denn Jesus Christus ist nicht erstanden für sich allein", sagte Becker in der Osternacht im Paderborner Dom. Gleichzeitig sei es ein Appell zur Versöhnung. Dagegen vermittle Ostern eine unerhörte Botschaft: "Aus dem Grab geht Leben hervor. Es ist das Leben, nach dem wir so hungern", betonte Becker. 

Glaube muss sich auch mit negativen Gefühlen auseinandersetzen

Der Glaube muss es nach den Worten des Aachener Bischofs Helmut Dieser mit negativen Gefühlen wie etwa Zynismus, Depressionen und Verbitterungen aufnehmen. Der Gottesgeist befähige einen, anderen den Glauben aufzuschließen, zu trösten, treu zu sein, Krisen zu bestehen, den destruktiven Kräften zu widerstehen und ihnen Gutes entgegenzusetzen, sagte er in seiner Osterpredigt in der Feier der Osternacht im Aachener Dom.

Der Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe rief zu Zuversicht und Hoffnung auf. Das Osterfest und die Osterkerze ständen für die Überwindung von Dunkelheit und Angst, sagte er am Samstagabend im Osnabrücker Dom. Er rief die Gläubigen auf, dieses Licht im Alltag weiterzugeben. Wübbe vertritt über die Feiertage den erkrankten Bischof Franz-Josef Bode.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer würdigte den französischen Polizisten Arnaud Beltrame. Dieser hatte sich Ende März einem islamistischen Geiselnehmer als Ersatz für eine als Geisel genommene Frau angeboten. Bei einer späteren Eskalation wurde der Beamte schwer verletzt und starb wenige Stunden danach im Krankenhaus. Inmitten der Hölle dieses Terrors blitze ein Licht auf, das in seiner Größe und Menschlichkeit sprachlos und andächtig mache, sagte Voderholzer.

Große Aufgabe in Politik und Gesellschaft

Jeder Mensch müsse spüren und erfahren, dass er Teil dieser Gesellschaft sei, dass er gewollt sei und gebraucht werde. "Dass alle Menschen in unserer Gesellschaft, auch die Schwächsten und Verletzlichsten, in diesem Gefühl leben können, das ist die große Aufgabe in Politik und Gesellschaft der nächsten Jahre."

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, verteidigte bei einem Ostergottesdienst in Wesel-Büderich den Einsatz der Kirchen für sozial Schwache. Gott hänge zu Recht der Ruf an, eine besondere Zuneigung für Benachteiligte zu haben. "Und wenn man unserer Kirche heute bisweilen diese 'Parteilichkeit' vorwirft, dann ist das für mich ein Kompliment und keine ernstzunehmende Kritik", sagte der Leitende Geistliche.

(KNA, epd, DR, dpa)

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