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Erzbischof Stefan Heße
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Stadtpfarrer Rainer M. Schießler
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31.03.2018

Bischöfe zu Ostern mit Appellen an die Gesellschaft Licht statt Schatten

In ihren Osterbotschaften rufen katholische Bischöfe in Deutschland zu einem stärkeren Miteinander in der Gesellschaft und größerem Einsatz für Frieden in der Welt auf. Ausgrenzung jeglicher Art erteilen sie eine klare Absage.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx ruft in seiner Osterbotschaft zum steten Engagement für eine freie Gesellschaft auf. "Dazu braucht es viele Menschen, die ihre Freiheit verantwortlich und überzeugend leben", sagt der Erzbischof von München und Freising laut Redemanuskript am Ostersonntag im Münchner Liebfrauendom. Ein solches Miteinander in einer Kultur der Freiheit sei kein Selbstläufer, sondern brauche täglichen Einsatz.

Ostern sei eine "Explosion" und ein "Qualitätssprung in eine neue Lebensmöglichkeit und Lebenswirklichkeit", sagt Marx. Wenn von der christlichen Prägung des Landes die Rede ist, dann ist nach Ansicht des Kardinals die "Orientierung am Ostergeheimnis notwendig".

Es zähle der Glaube an die Auferstehung, an die Befreiung aus der Macht des Todes und der Sünde. Der österliche Glaube sei auf die Zukunft ausgerichtet. So seien die Menschen mit diesem Glauben "wirklich frei, nicht verdruckst, in sich verklemmt, voller Misstrauen und Angst, sondern offen und bereit zum Neuen, zum Aufbruch, weil Christus lebt und mit uns geht".

Bischof Overbeck ruft zum Einsatz für Frieden auf

Angesichts von Kriegszerstörungen, Gewaltexzessen und Terror ruft Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck zu Ostern die Christen dazu auf, sich für den Frieden einzusetzen. Frieden entstehe, wo die Schöpfung bewahrt und Gerechtigkeitsfragen berücksichtigt würden, heißt es in seiner am Samstag veröffentlichten Osterbotschaft.

Gewalt könne nur letztes Mittel sein, um Leben zu schützen, sagte Overbeck, der auch Militärbischof ist. "Ich wünsche uns, dass die Welt uns Christen als Männer und Frauen des Friedens erkennt, die unablässig für den Frieden arbeiten und sich nicht abbringen lassen vom Vertrauen auf Gott, der uns ein Herz des Friedens schenkt."

Erzbischof Heße: Wer Licht will, muss Finsternis zulassen

Hamburgs Erzbischof Stefan Heße hat die Christen aufgefordert, nach der Finsternis der Osternacht das Licht des Ostermorgens in neue Hoffnung und Lebensbejahung umzusetzen. Wer Licht will, müsse die Finsternis zulassen. Erst der Kontrast mache vieles deutlich, so der Erzbischof in seiner vorab veröffentlichten Osterpredigt.

"Gott selber stellt uns ins rechte Licht. Wir selber dürfen in seinem Licht licht, das heißt durchlässig und offen werden", so Heße. Christen würden durch das Licht des Glaubens befähigt, aufrichtig zu sein und sich zu mühen, "die Dinge bei Lichte, ja in seinem Lichte zu betrachten, nicht auf Hate Speech zu setzen oder auf Fake News hereinzufallen".

Pfarrer Schießler: Kreuz darf nicht missbraucht werden

Der Bestseller-Autor und Münchner katholische Pfarrer Rainer Maria Schießler sieht im Osterfest einen Weckruf für alle Menschen, friedlich zusammenzuleben. Im "Interview der Woche" auf B 5 aktuell sagte er, das Kreuz dürfe nicht dazu missbraucht werden, um Menschen anderer Herkunft auszugrenzen.

Es sei vielmehr ein Zeichen, das aller Gewalt widerstehe. Wer die Religionen vergleiche, werde Gemeinsamkeiten erkennen, wenn es um Gemeinwohl, Zusammenleben und Frieden gehe. "Wenn wir uns auf diese gemeinsamen Nenner konzentrieren würden, dann müssten wir keine anderen Diskussionen führen."

Denn Debatten wie jene, ob der Islam zu Deutschland gehöre, könnten nur ein extremistisches Ende haben, sagte der Pfarrer. "Die Gewalt wird es immer in dieser Welt geben, aber das Kreuz bleibt bestehen." Es bleibe als Erinnerung an die Feindesliebe Gottes, an das Gebot der Liebe, das aller Gewalt widerstehe und nicht als eine Aufforderung in diesem Zeichen des Kreuzes auf andere Gesinnungen loszugehen.

(KNA)

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