Überreste von Geschossen und einer Mine
Überreste von Geschossen und einer Mine

04.04.2017

Menschenrechtler dringen auf Durchsetzung von Landminen-Verbot Tödliche Blindgänger

Zum Internationalen Tag gegen Landminen an diesem Dienstag machen Helfer und Menschenrechtler auf die Gefahr durch diese Waffen aufmerksam. Die Zahl der Opfer von Unfällen mit Minen sei innerhalb eines Jahres um 75 Prozent gestiegen.

Das berichte Handicap International unter Berufung auf den jüngsten Landminenbericht von 2016. Im Jahr 2015 seien mindestens mehr als 6.400 Menschen getötet oder verletzt worden, die Dunkelziffer dürfte den Angaben zufolge deutlich höher liegen.

Blindgänger als tödliche Gefahr

"Schuld daran ist unter anderem die massive und systematische Bombardierung mit explosiven Waffen in bewohnten Gebieten im Irak, in Syrien, im Jemen oder in der Ukraine", so die Organisation. Oft blieben Blindgänger noch lange nach dem Krieg als tödliche Gefahr zurück. In Syrien lebten rund 3,6 Millionen Menschen in Gebieten mit Kriegsresten. Mit einer Petition ruft Handicap International dazu auf, "dass die völkerrechtswidrige Bombardierung von Zivilbevölkerung beendet wird und die Betroffenen unterstützt werden".

Angesichts von tödlichen Kriegsresten in Syrien forderte Ärzte ohne Grenzen die Kriegsparteien auf, den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten und Minenräumung in Nordsyrien zu ermöglichen. Darüber hinaus müsse die internationale Gemeinschaft Organisationen für Minenräumung bei ihren Aktivitäten in Nordsyrien unterstützen.

Syrische Landstriche übersät mit Mimen

Sprengkörper und Minen töten und verstümmeln regelmäßig Zivilisten im Norden Syriens - das zeigt die Untersuchung "Set to Explode" von Ärzte ohne Grenzen. Der Bericht basiert demnach auf Äußerungen von Mitarbeitern von Ärzte ohne Grenzen, Patienten und deren Angehörigen.

Ganze Landstriche in Nordsyrien seien übersät von Minen, Sprengfallen und nicht detonierten Sprengkörpern. Eine Rückkehr der Menschen sei sehr gefährlich: "Überall wurden Sprengkörper versteckt - unter Teppichen, in Kühlschränken, selbst in Teddybären."

Appell an Myanmar

Die Gesellschaft für bedrohte Völker appellierte unterdessen an Myanmars Regierungschefin Aung San Suu Kyi, Produktion und Einsatz von geächteten Landminen einzustellen und die Internationale Konvention zum Verbot von Landminen zu unterzeichnen. Es sei eine "Schande" für Myanmar, "dass seine Regierung es nicht schafft, der einflussreichen Armee ein Verbot dieser grausamen Waffe abzuringen", erklärte Asienexperte Ulrich Delius.

Myanmar sei neben Nordkorea und Syrien der einzige Staat weltweit, dessen Armee offiziell noch immer Antipersonenminen im Kampf gegen bewaffnete Gruppen einsetze. Darunter leide besonders die Zivilbevölkerung in östlichen Regionen des Landes. Sie müsse besser über die Gefahren von Landminen informiert werden, forderte Delius.

Die Bundestagsabgeordnete Inge Höger (Linke) bezeichnete es als "dringend notwendig, dass die Bundesregierung endlich Investitionen mit dem Ziel der Herstellung dieser Munition verbietet". Linke und Grüne wollten demnächst in einem Antrag ein Verbot von Investitionen in Streumunition und Landminen fordern.

(KNA)

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