AfD-Demonstranten vor dem Erfurter Dom
AfD-Demonstranten vor dem Erfurter Dom

31.03.2016

Bundesweite Konferenz zu Fremdenhass geplant Kirchenexperten beraten über Rechtsruck

Wie kann die Kirche auf den gesellschaftlichen Rechtsruck reagieren? Eine bundesweite Konferenz beschäftigt sich im April mit der Frage - unterstützt von der Deutschen Bischofskonferenz.

Die fünfte bundesweite Konferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche & Rechtsextremismus (BAG K+R) findet am 15. und 16. April in Schwerte statt. Nach den Wahlerfolgen der AfD soll es unter anderem darum gehen, "wie kirchlich und zivilgesellschaftlich Engagierte in Ost- und West-Deutschland auf den aktuellen gesellschaftlichen Rechtsruck reagieren können", heißt es in der am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Ankündigung der Veranstalter. Die Tagung trägt den Titel "Kirche im christlichen Abendland - Positionierungen im Spannungsfeld neo-konservativer Tendenzen und gesellschaftlichen Engagements".

Auf dem Programm stehen unter anderem Workshops zu rechter Gewalt gegenüber Flüchtlingen und zu "Menschenfeindlichkeit im religiösen Gewand". In einem Planspiel sollen die Teilnehmer zudem Beratungsangebote kennenlernen und gegenüber Problemen sensibilisiert werden, die etwa Kommunen bei der Unterbringung von Flüchtlingen haben. Als Gäste sind unter anderem die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (Grüne), der Leiter des Katholischen Büros in Düsseldorf, Antonius Hamers, und der Vizepräsident der westfälischen Landeskirche, Albert Henz, angekündigt.

Workshops, Sensibilisierung und Kennenlernen

"Wir brauchen jetzt ein stärkeres Engagement der Kirchen und der Zivilgesellschaft für Geflüchtete und gegen menschenverachtende Stimmungsmache", sagte der Sprecher der BAG, Christian Staffa. Auch innerhalb der Kirchen gebe es zum Teil "Polarisierungen und eine ungekannte Unversöhnlichkeit", heißt es weiter im Programm der Tagung. Hier gehe es unter anderem um Fragen nach Aufklärung und Dialog, aber auch nach Abgrenzung und Abwehr.

Die BAG K+R ist nach eigenen Angaben ein ökumenisches Netzwerk von derzeit 38 Organisationen, die sich mit rechten Orientierungen in Kirche und Gesellschaft befassen. Die Konferenz in Schwerte wird unterstützt von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz und gefördert vom Bundesfamilienministerium.

(KNA)

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