Gewalt in Burundi
Gewalt in Burundi

13.12.2015

Menschenrechtler appellieren an Vereinte Nationen Willkürliche Hinrichtungen in Burundi befürchtet

Nach dem Tod von mindestens 87 Menschen am Wochenende in Burundi hat die Gesellschaft für bedrohte Völker eine unabhängige Untersuchungskommission gefordert. Menschenrechtler und Kirchen warnten bereits vor Völkermord und Bürgerkrieg.

Die Menschenrechtsorganisation appellierte an die Mitgliedstaaten des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen, bei ihrer Sondersitzung zu Burundi am Donnerstag ein entsprechendes Mandat zu erteilen. "Augenzeugenberichte deuten auf willkürliche Hinrichtungen von jungen Menschen durch staatliche Sicherheitskräfte hin", erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Sonntag in Göttingen. Diese Vorwürfe müssten zeitnah untersucht werden, mahnte der Experte.

Es gelte, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und eine weitere Eskalation in dem ostafrikanischen Land zu verhindern. "Die Angst vor einem Bürgerkrieg und vor Verbrechen gegen die Menschlichkeit hat in Burundi an diesem Wochenende massiv zugenommen", betonte Delius. Der UN-Menschenrechtsrat dürfe sich «nicht mit einer einfachen Verurteilung der Übergriffe und mit einem Appell zur Zurückhaltung an die Konfliktparteien begnügen".

"Wahllose Jagd auf Menschen"

Laut GfbV gab die burundische Armee an, bewaffnete oppositionelle Gruppen hätten Militärstützpunkte angegriffen und damit die neue Gewaltwelle ausgelöst. Augenzeugen in der Hauptstadt Bujumbura berichten demnach, Sicherheitskräfte hätten nach den Angriffen wahllos Jagd auf junge Menschen in Stadtvierteln gemacht. Sie seien auf die Straße getrieben und zum Teil noch mit gefesselten Händen erschossen worden. Die Identität der Getöteten konnte bislang nicht festgestellt werden.

Nach UN-Angaben sind seit April dieses Jahres hunderte Menschen politisch motivierter Gewalt in Burundi zum Opfer gefallen. Mehr als 200.000 Menschen flüchteten in die Nachbarländer. Zuletzt warnten internationale Friedensorganisationen, Menschenrechtler sowie burundische Kirchenvertreter von Völkermord und Bürgerkrieg. Der Konflikt war im Frühjahr nach der Wiederwahl von Präsident Pierre Nkurunziza entbrannt. Er hatte entgegen den verfassungsrechtlichen Bestimmungen für eine dritte fünfjährige Amtszeit kandidiert. Im Oktober verhängte die EU Einreise- und Vermögenssperren für Nkurunzizas Anhänger.

(KNA)

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