Kögida: Köln im Dunkeln
Kögida: Köln im Dunkeln
Demonstration gegen Kögida
Demonstration gegen Kögida

05.01.2015

In Köln gehen die Lichter aus und Kögida gibt Demo-Zug auf "Keine beleuchtete Kulisse für Nationalismus"

Aus Protest gegen die Kögida-Demonstration in Köln ist am Montag die Beleuchtung von Dom und Altstadt abgeschaltet worden. Die Anhänger der islam- und asylkritischen Bewegung gaben schließlich den Protestzug auf.

Die Kögida-Demonstration ("Patriotische Kölner gegen die Islamisierung des Abendlandes") in Köln ist am Widerstand der Kölner Bürger gescheitert. Die Kögida-Anhänger hatten ursprünglich geplant, vom Deutzer Bahnhof über die Deutzer Brücke zum Roncalliplatz vor den Kölner Dom zu ziehen. Die Veranstalter hatten mit 500 Teilnehmern gerechnet, zum Start der Demonstration waren offenbar deutlich weniger da, während die Zahl der Gegendemonstranten auf mehrere Tausend geschätzt wird.

Der Gegenveranstaltung unter dem Motto "Köln stellt sich quer" hatten sich neben der evangelischen und katholischen Kirche mehrere muslimische Organisationen, die Synagogen-Gemeinde sowie die Musiker-Initiative "Arsch huh" angeschlossen. In einem Aufruf wandten sie sich "gegen jede Form der religiösen Diskriminierung". Zudem hatte eine Initiative unter dem Motto "Kein Veedel für Rassismus" Proteste an mehreren Standorten in der Altstadt angekündigt.

Applaus für dunklen Dom

Die Beleuchtung an dem nachts durchgängig angestrahlten Kölner Dom wurde um 18.30 Uhr unter dem Applaus von Passanten abgeschaltet. Die Kathedrale sollte nach dem Willen des Domkapitels dunkel bleiben, um Pegida/Kögida bei ihrer Kundgebung keine Kulisse zu bieten. Es gehe darum, dass der Dom als international viel beachtetes Bauwerk nicht die Aufmerksamkeit für Pegida erhöhen solle. Im Rahmen der Protestaktion "Licht aus" blieben auch die Kölner Rheinbrücken, das Rathaus, andere historische Gebäude, die evangelische Antoniterkirche und das Schokoladenmuseum dunkel.

Unterdessen verurteilte die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) die Pegida-Proteste in Köln. Wer dorthin gehe, "muss sich im Klaren sein, welchen Demagogen er eine Bühne bietet", sagte sie dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstag). Die Sorge vor einer Islamisierung Deutschlands sei unbegründet. "Gegen Engstirnigkeit, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit müssen wir Zeichen von Weltoffenheit und Toleranz stellen", so Kraft.

Der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende Armin Laschet begrüßte die Abschaltung der Dom-Beleuchtung. "Gut, dass der Dom keine beleuchtete Kulisse für Nationalismus war", sagte er dem "Stadt-Anzeiger".

"Deutliches Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit und Ausgrenzung"

An der Gegendemonstration in Köln beteiligten sich auch Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) und der Kölner CDU-Vorsitzende Bernd Petelkau. Nach den Worten von OB Roters wollten die Kölner ein "deutliches Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit und Ausgrenzung" setzen.

Kirchenvertreter hatten vor den erneuten Pegida"-Demonstrationen deutliche Kritik an der Bewegung bekundet. "Von der Zielsetzung her ist 'Pegida' unchristlich", sagte Nikolaus Schneider, ehemaliger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). Man könne nicht das Abendland verteidigen, indem man den Islam zum Feind ausrufe. Der Kölner Dompropst Norbert Feldhoff sagte im Deutschlandradio Kultur, die Religionsfreiheit in Deutschland müsse umfassend sein und auch für den Islam gelten.

Auch Bärgida gescheitert

An der ersten Berliner Pegida-Demonstration haben am Montagabend rund 300 Menschen teilgenommen. Ihnen standen nach Polizeischätzungen rund 5.000 Gegendemonstranten gegenüber, die einem Aufruf des Berliner Bündnisses gegen Rassismus gefolgt waren. Die Polizei ließ beide Gruppierungen auf Hörweite aneinander herankommen. Weitere rund 400 Demonstranten konnte die Türkische Gemeinde Berlins am Brandenburger Tor mobilisieren, darunter die Bundestags-Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt.

Die von der "Pegida"-Bewegung anerkannte Berliner Gruppierung nennt sich "Bärgida", in Anlehnung an den Bären als Wahrzeichen der Stadt. Bereits im Dezember war nach Medienberichten eine Kundgebung geplant gewesen, die jedoch nicht zustande kam. Der für 18.30 Uhr geplante Demonstrationszug vom Roten Rathaus zum Brandenburger Tor wurde zunächst aufgehalten, weil ein Teil der Gegendemonstranten die Straßenkreuzung versperrte. Die Polizei kündigte an, die Kreuzung zu räumen. Als deutliches Signal gegen Fremdenfeindlichkeit ließ der Berliner Senat um 19.06 Uhr das Licht am Brandenburger Tor ausschalten.

"Bärgida" steht für "Berliner Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes". Dahinter steckt der Berliner "Patrioten Verein", der von einem früheren CDU-Kommunalpolitiker geführt wird. In dem sozialen Netzwerk Facebook hatte "Bärgida" am Montagabend rund 3.000 Unterstützer. Vertreter der rechtsextremen, vom Verfassungsschutz beobachteten "Bürgerbewegung pro Deutschland", darunter der Bundesvorsitzende Manfred Rouhs, nahmen an der Kundgebung teil.

In Dresden sind allerdings am Abend erneut tausende Anhänger der Pegida-Bewegung gegen die Zuwanderung von Ausländern auf die Straße gegangen. Die Polizei gab die Zahl der Teilnehmer dieser elften Pegida-Demonstration in der sächsischen Landeshauptstadt in einer ersten Schätzung mit mindestens 10.000 an. Das wären rund 7.500 weniger als zuletzt vor Weihnachten.

(KNA, dpa, epd)

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