Marc Frings
Marc Frings

23.11.2019

Marc Frings: Neuer Generalsekretär des Katholiken-Komitees Von Ramallah nach Bonn

Er hat Auslandserfahrung, und der Glaube ist für ihn ein "wichtiges Identitätsmerkmal". Marc Frings folgt als Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken auf Stefan Vesper, der nun verabschiedet wurde.

Von Ramallah nach Bonn - beziehungsweise Berlin. Marc Frings, Ex-Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ramallah, tritt in rund fünf Wochen seinen neuen Posten an. Er wird zum 1. Januar 2020 Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Noch sitzt das Gremium in Bonn, hat aber seinen geplanten Umzug nach Berlin fest im Blick. Frings folgt auf Stefan Vesper, der 20 Jahre lang Generalsekretär war und am Freitagabend auf der ZdK-Vollversammlung feierlich verabschiedet wurde.

Pendeln zwischen Berlin und Bonn

Im Verbandskatholizismus war der am 9. Dezember 1981 im rheinland- pfälzischen Neuwied geborene Frings bisher nicht unterwegs. Den Glauben bezeichnet der 37-Jährige für sich aber als ein "wichtiges Identitätsmerkmal". Und mit seiner Ehefrau und den beiden sechs und drei Jahre alten Töchtern sei er fest in der Kirche verankert. Die Familie lebt in Berlin. Frings selbst wird bis zum Umzug des ZdK erst einmal zwischen der alten und der neuen Bundeshauptstadt pendeln.

Angesichts seiner Biografie hat der neue Generalsekretär reichlich Auslandserfahrung und auch Wissen über den interreligiösen Dialog im Gepäck. Schon den Zivildienst absolvierte Frings in Syrien und den Palästinensischen Gebieten. In Bethlehem arbeitete er zudem in einem christlichen Begegnungszentrum und einer Schule. Bevor er viel später, 2015 dann, seinen Posten in Ramallah antrat, war Frings für die CDU-nahe Stiftung auch in Jakarta und Berlin tätig - wobei er auch für die Themen Energie und Klima zuständig war.

Davor arbeitete er als Producer und Redaktionsassistent für das ARD-Hauptstadtstudio. Er studierte Politikwissenschaft in Lille und Marburg, gefördert unter anderem vom Cusanuswerk, dem Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche.

Unabhängiger Blick von außen

Als es an die Bewerbung für die ausgeschriebene Stelle für das Zentralkomitee ging, habe er als "Außenstehender" seinen Hut in den Ring geworfen, sagt Frings: "Ich bin ausgestattet mit einem sehr unabhängigen Blick von außen auf das ZdK." Er habe sich beworben, weil er zu einem "entscheidenden Zeitpunkt" an einer synodalen Erneuerung der katholischen Kirche mitwirken wolle.

"Wer von außen auf Deutschland guckt, beobachtet eine Polarisierung und fragt sich, wo die Mitte der Gesellschaft ist", sagt Frings. Er wolle gegen weitere Verhärtungen antreten - und habe sich mit Blick auf Stelle des ZdK-Generalsekretärs gedacht: "Das könnte ich auch zu meinem Beruf machen."

Was den für 2022 geplanten Umzug des ZdK nach Berlin anbelangt, hofft Frings, dass das höchste repräsentative Gremium der katholischen Laien in Deutschland ein stärkeres Gewicht in politischen Debatten erhält. "Ich weiß, welche Hausaufgaben vor uns liegen." Welche das sind? "Die Themen liegen auf der Hand." Gleich zu Beginn seiner Amtszeit wird der Synodale Weg, der Reformdialog in der Kirche, beginnen. Frings weiß: "Nur wer sein eigenes Haus in Ordnung bringt, kann darauf hoffen, gesellschaftlich Gehör zu finden."

"Viele Laien werden wahnsinnig ungeduldig"

Denn wie viele andere auch sieht Frings die katholische Kirche in einer Vertrauenskrise, Stichwort Missbrauchsskandal. Vertrauen sei kostbar und müsse wiederhergestellt werden: "Viele Laien werden wahnsinnig ungeduldig", beobachtet Frings. Hier seien Vertreter der Laien genauso gefordert wie Bischöfe. Und Laien müssten auf Augenhöhe mit den Bischöfen beraten - auch Mitglieder des ZdK beteiligen sich an den einzelnen Arbeitsgruppen des Synodalen Wegs und teilen sich, mit Bischöfen, die Leitung.

Dabei geht es um Sexualmoral, die Lebensform für Priester, die Frage der Macht und die Rolle der Frau. Zugleich unterstreicht Frings die Rolle der Weltkirche in diesen Fragen: "Man merkt, wie die Weltkirche auf uns blickt. Als Ortskirche alleine starten wir keine Revolution." Und: "Es muss am Ende ein ehrliches Bekenntnis stehen: Wir wollen aus dem Missbrauchsgeschehen und dem Verlust der Glaubwürdigkeit ernsthafte Schlüsse ziehen."

Leticia Witte
(KNA)

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