Rainer Maria Kardinal Woelki während der ZdK-Herbstvollversammlung
Rainer Maria Kardinal Woelki während der ZdK-Herbstvollversammlung

23.11.2018

Kardinal Woelki zum Umfang des Missbrauchs und zur Zukunft der Kirche "Wir müssen uns schämen"

Der christliche Glaube ist nach den Worten des Kölner Kardinals Woelki in der Gesellschaft auf dem Rückzug. Ein Grund für den aktuellen Verdruss sei auch der Missbrauchsskandal. Beim Weg aus der Krise spielen Laienverbände eine bedeutende Rolle.

Der Negativtrend und der gesellschaftliche Rückzug des katholischen Glaubens hat sich laut dem Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki schon vor Bekanntwerden des Missbrauchsskandals gezeigt. Die "verbrecherischen Übergriffe von kirchlichen und nicht zuletzt von geistlichen Verantwortungsträgern gegenüber wehrlosen Kindern, die man ihnen guten Glaubens anvertraut hatte," machten dennoch fassungslos, so Woelki am Freitag in Bonn.  "Schämen müssen wir uns auch der anfangs zögerlichen und halbherzigen Aufklärungsbemühungen." 

Woelki äußerte sich zum Auftakt der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Erneut verwies der Kardinal auf die Bemühungen des Kölner Erzbistums, mit externer, unabhängiger Hilfe sowie in Kooperation mit den zuständigen staatlichen Instanzen, alle Fälle rückhaltlos zu klären und den Opfern so viel Gerechtigkeit zuteilwerden zu lassen, wie es jetzt noch irgend möglich sei.

Wanderprediger gesucht

Angesichts des Vertrauensverlustes sei es umso wichtiger, sich nun nicht in eine Wagenburgmentalität zu flüchten. Vielmehr müssten die die Gläubigen wieder  "Wanderprediger" werden, "die sich aufmachen, um ganz persönlich, von Angesicht zu Angesicht, in Wort und Tat Zeugnis abzulegen." Die Zeit der katholischen Massenveranstaltungen sei dagegen vorbei.

Ausdrücklich hob Woelki die Bedeutung von katholischen Laienorganisationen für die Sicherung der Zukunft der Kirche und auch der Demokratie hervor. Aus diesen Organisationen kämen immer wieder Impulse für das gesellschaftliche und kirchliche Leben. Viele Vereine seien beispielsweise ausgesprochen wach und aktiv, wenn es um eine menschlichere, gastfreundlichere Gesellschaft geht. Als ein Beispiel nannte Woelki die Aktion "Köln zeigt Haltung" am 16. September, bei der weltliche, aber eben auch kirchliche Verbände Flagge gezeigt hätten gegen Fremdenhass und spalterische Tendenzen in der Gesellschaft. 

In diesem Zusammenhang erinnerte Woelki an ein Bischofswort aus dem Jahre 2004: "So wie die Laien in alle weltlichen Aktivitäten eingebunden sind, haben sie eine wichtige Rolle für die Evangelisierung der Kultur ,von innen heraus' zu erfüllen, indem sie den bestehenden Bruch zwischen Kultur und Evangelium beilegen, der in unseren Tagen zu beobachten ist."  Dazu sei jeder einzelne Katholik, jede einzelne Katholikin gerufen.

(DR)

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