Thomas Sternberg
Thomas Sternberg

21.07.2018

Sternberg zu Kommunionstreit und Kirchenasyl "Die öffentliche Diskussion hat sehr geschadet"

Thomas Sternberg beobachtet, dass die öffentliche Diskussion um den Kommunionsempfang für evangelische Ehepartner "sehr geschadet" habe. In vielen Gemeinden sei die Frage längst gelöst, so der oberster Vertreter der katholischen Laien.

Der Präsident des Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, beklagt negative Folgen des Streits um den Kommunionempfang für evangelische Ehepartner. "Die öffentliche Diskussion darum hat tatsächlich sehr geschadet", sagte er im Interview der "Rhein-Neckar-Zeitung" am Samstag.

In vielen Gemeinden sei die Frage durch die Praxis längst gelöst. Jede Diözese habe das Recht, selbst zu entscheiden, ob sie die Handreichung der Bischofskonferenz zu dem Thema in Kraft setze oder nicht. "Trotzdem sind wir in der Ökumene entscheidende Schritte vorangekommen, auch durch das Reformationsjahr", betonte der Chef der höchsten katholischen Laienvertretung.

Mit Blick auf das Kirchenasyl

Mit Blick auf einen 22-jährigen Afghanen, der sich seit Juni im bayerischen Neuenmarkt im Kirchenasyl befindet, betonte Sternberg, damit stelle sich die Kirche nicht gegen das Innenministerium. "Ein Kirchenasyl, das grundsätzlich versucht, deutsches Recht außer Kraft zu setzen, wäre nicht zu verantworten", so der ZdK-Präsident. Doch ein Asyl, das nochmals zur Prüfung von Rechtsverfahren führe, habe es durch alle Jahrhunderte gegeben. Kirchengemeinden dieses Recht nicht überdehnen sollten, tut der Staat gut daran, Polizeieinsätze in Kirchen nicht durchzuführen", gab er zu bedenken.

Zu den ab 1. August geltenden neuen Regeln für das Kirchenasyl, wonach sich die Überstellungsfrist für Geflüchtete um ein Jahr verlängert, erklärte Sternberg, die Auswirkungen seien noch zu prüfen. "Bislang hat sich kein katholisches Kirchenasyl über sehr lange Zeiträume erstreckt." Es gehe immer um zeitweise Unterbringungen, nicht um mehrere Jahre, sagte Sternberg.

Die deutschen katholischen Bischöfe hatten in einem im Februar mit Dreiviertel-Mehrheit verabschiedeten Papier betont, evangelische Ehepartner könnten im Einzelfall und unter bestimmten Voraussetzungen die Kommunion empfangen. Nach intensivem Ringen, auch mit Rom, verständigten sie sich darauf, dass jeder einzelne Bischof selbst entscheidet, ob er die entsprechende Handreichung in seiner Diözese in Kraft setzt.

(KNA)

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