Thomas Sternberg
Thomas Sternberg auf der ZdK-Herbstvollversammlung

18.11.2016

ZdK-Präsident Sternberg betont Zusammenarbeit mit Geistlichen Gemeinsam im Dienst

ZdK-Präsident Thomas Sternberg will die katholische Kirche in Deutschland gemeinsam mit Klerikern gestalten. Bei der Herbstvollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ist das ein Thema, wie er im domradio.de-Interview erzählt.

domradio.de: Herr Sternberg, was steht auf dem Programm bei der Herbstvollversammlung?

Prof. Thomas Sternberg (Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken): Wir haben eine ganze Reihe von wichtigen Themen. Politisch ist die wichtige Frage, wie wir mit der Verrohung in der Gesellschaft umgehen, die durch den amerikanischen Wahlkampf hoffähig zu werden scheint. Als große Themen der Vollversammlung haben wir ein Papier zum Thema Rente - ein ganz großes Thema für die nächsten Jahrzehnte. Sehr viel mehr noch als zurzeit. Und schließlich ein Papier, mit dem wir die Debatte über die Frage, wie denn eine synodale Kirche aussehen kann, beginnen. 

domradio.de: Sie wollen das im Gleichschritt mit den Bischöfen tun. Wir kennen eine Vollversammlung der Laien und eine der Bischöfe. Gibt es da zukünftig neue Wege, die man beschreiten muss?

Sternberg: Ich glaube, da sind wichtige Schritte längst gemacht. Einer war das Ergebnis des Gesprächsprozesses der katholischen Kirche in Deutschland mit der Tagung in Würzburg 2015: Dass wir nur gemeinsam Kirche sein können. Und das heißt, dass wir nur gemeinsam einen Dienst wahrnehmen können. Wie können wir in dieser Gesellschaft am besten wirken? Das können wir nur gemeinsam tun – mit Bischöfen, Klerikern, Ordensleuten und Laien. Und übrigens können wir das auch nur ökumenisch tun. Deshalb sind wir sehr froh, dass wir bei dieser Herbstvollversammlung den dritten Ökumenischen Kirchentag ankündigen können.

domradio.de: Der wird 2021 in Frankfurt am Main sein. Welche Erwartungen haben Sie an diesen gemeinsamen ökumenischen Kirchentag?

Sternberg: Wir hatten den ersten Ökumenischen Kirchentag 2003, der sich vor allem mit der Frage evangelisch/katholisch beschäftigt hat. 2010 hat sich der zweite Ökumenische Kirchentag geöffnet hin zu den anderen Kirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland und der Orthodoxie zum Beispiel. Ich denke, wir werden in der Umgebung in Frankfurt, wo mittlerweile der größte Teil der Stadt einen Migrationshintergrund hat, ganz besonders fragen: Wie müssen wir eigentlich zusammen stehen als Katholiken und Protestanten, um Dialoge in der Gesellschaft am besten führen zu können?

domradio.de: Es werden zwei langjährige Vorsitzende des ZdK offiziell verabschiedet: Hans Joachim Meyer und Alois Glück. Haben Sie noch ein nettes Wort für die beiden parat?

Sternberg: Ja, nach einem Jahr ist der Respekt für die Arbeitsleistung meiner Vorgänger noch einmal deutlich gewachsen, weil ich weiß, was sie getan haben.

Das Interview führte Ingo Brüggenjürgen.

(DR)

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