Der rheinische Jakobsweg führt durch das Genfbachtal
Der rheinische Jakobsweg
In Avila startet der Fußwanderweg "Von der Wiege bis zum Grabe"
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12.04.2015

Geistliche Betrachtung zur Pilgersaison Mehr als eine Wanderung

Ob 5 oder 500 Kilometer - was eine Pilgerreise vom Wandern unterscheidet ist nicht die zurückgelegte Wegstrecke, sondern die innere Haltung. Im Frühjahr machen sich viele Menschen auf den Weg - und erleben am Pilgerziel oft eine fantastische Ankunft.

Wenn es draußen warm wird, die Bäume frisches Grün bekommen und alles auflebt, zieht es einen fast unweigerlich nach draußen. Die einen gehen gemütlich spazieren, andere legen beim Wandern viele Kilometer in der Natur zurück. Manchmal lässt Abenteuerlust Menschen heute auch zu großen Touren aufbrechen. Dabei sind neben eher sportlichen Herausforderungen alte Pilgerwege außerordentlich beliebt. Und wer kennt nicht jemanden, der schon einmal auf dem Jakobsweg unterwegs war oder zumindest davon träumt? 

Eine Wallfahrt oder das Unterwegssein auf einem Pilgerweg ist aber ein bisschen anders als eine normale Wanderung. Hier ist es wichtig, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Und oft gibt es bestimmte Beweggründe, die einen Menschen zu einer Wallfahrt aufbrechen lassen. Das kann der Wunsch sein, einmal eine Auszeit vom normalen Leben zu nehmen und zu schauen, was noch kommen soll. Das kann Dankbarkeit sein für die Heilung einer Krankheit oder die Bitte um eben jene Heilung. Das kann die Hoffnung sein, am Zielort eine besondere Erfahrung zu machen. Aber natürlich auch, Gemeinschaft zu erleben oder an gute Erlebnisse anknüpfen zu können.

Es kommt nicht auf die Länge der Wegstrecke an

Längst nicht jeder Pilger macht sich aber auf eine längere Reise, um nach Santiago de Compostela, nach Lourdes, Tschenstochau oder Rom zu gehen. Allein in Deutschland gibt es über 100 christliche Wallfahrtsstätten, die immer wieder von Pilgern aufgesucht werden. Daran wird deutlich: Es kommt in erster Linie nicht darauf an, wie weit der Weg ist, den man zurücklegt. Es ist auch nicht unbedingt nötig, diesen Weg zu Fuß zurückzulegen. So kann man durchaus auch mit dem Fahrrad, zu Pferd oder sogar mit dem Auto unterwegs sein.

Stattdessen kommt es darauf an, sich bewusst auf den Weg zu machen und sich auf ihm zu öffnen für das, was kommen soll. Diese Haltung ist es, die aus einem Reisenden einen Pilger macht. Wer pilgert, dem kommt es in der Regel nicht darauf an, auf dem schnellsten Weg ans Ziel zu kommen. Vielmehr ist das Unterwegssein an sich wichtig - sich die Zeit zu nehmen und Erfahrungen zu machen, die in einem Pauschalurlaub nicht vorkommen.

Sorgen und Freude am Zielort vor Gott tragen

Immer geht es darum, mehr als nur die Landschaft zu entdecken: sich selber näher kommen, aber auch dem Heiligen. Seine eigenen Hoffnungen und Sehnsüchte in den Blick zu nehmen und das, was das eigene Leben eigentlich ausmacht. Sorgen, Freude, Nöte und Erwartungen bei sich selber benennen zu können und sie am Zielort vor Gott zu tragen. Dabei zeigt sich im Unterwegssein meistens, was wirklich wichtig ist und was einem vor dem Losgehen nur wichtig vorkam.

Wer pilgert, kommt in der Regel mit seinen Grenzen in Berührung - egal, ob man nun 5 oder 500 Kilometer unterwegs ist. Der Weg ist steil, die Füße schmerzen, und die Kehle brennt. So zeigt sich schnell, worauf es jetzt ankommt. Es zeigt sich auch, wie wohltuend die Gemeinschaft sein kann, die einen erschöpften Pilger einfach mitzieht und wie sehr das Ziel lockt. Dann werden Kräfte mobilisiert, von denen man vorher nicht wusste, dass man sie hat.

Fantastische Ankunft

Und noch etwas Wichtiges unterscheidet einen Pilgerweg von einem normalen Wanderweg: Die Ankunft ist fantastisch! Da läuten Glocken, unzählige Kerzen brennen, die Pilgergruppe wird herzlich in Empfang genommen, und es gibt den einen Ort, der Ziel des Weges war: das Gnadenbild, der Reliquienschrein, das Apostelgrab. Es gibt etwas, das verdeutlicht, dass Gott hier auf bestimmte Weise erfahrbar ist. Sei es, weil ein ganz besonderer Mensch an diesem Ort beerdigt wurde oder weil andere Menschen schon vor Jahrhunderten bestimmte Erlebnisse und Erfahrungen hier hatten.

An solch einem Ort anzukommen, ist etwas ganz Besonderes. Da wird gefeiert und gebetet, gedankt und auch geweint. All das hat an einem Wallfahrtsort seinen Platz, weil es die menschlichen Erfahrungen sind, die die Menschen als Pilger auf dieser Erde ausmachen und die an einem Wallfahrtsort deutlich zutage treten. Und dann spielt es keine Rolle, wie lang der physische Weg zu diesem Ort war.

 

Kerstin-Marie Berretz OP
(KNA)

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