09.07.2013

Ruhrbischof Overbeck zur Zukunft der Pfarreien im Pott Immer mehr Zusammenschlüsse

Sinkende Priesterzahlen und der demografische Wandel - auf die Kirche im Ruhrgebiet kommen Veränderungen zu. Ruhrbischof Franz Josef Overbeck erwartet, dass in Zukunft noch mehr Pfarreien zusammengelegt werden.

Der Essener katholische Bischof Franz-Josef Overbeck erwartet für die Zukunft der katholischen Kirche im Ruhrbistum weitere Fusionen von Gemeinden und Pfarreien. Insbesondere im Ruhrgebiet werde es zu "ganz anderen territorialen Strukturen kommen, die noch viel größer sind als heute", sagte er in Mülheim. Diese würden wahrscheinlich identisch sein mit den Städten.

Angesichts der demografischen Entwicklung und sinkender Priesterzahlen gebe es dazu gar keine Alternative. Overbecks Vorgänger Felix Genn hatte in einem vielbeachteten Reformprozess bis zum Jahr 2008 die ehemals 259 eigenständigen Gemeinden im Ruhrbistum zu 43 Pfarreien zusammengeschlossen.

Laien ganz besonders wichtig für die Zukunft der Kirche

Der noch größere rechtliche Rahmen von Pfarreien werde nicht allein von Priestern gefüllt werden können, sagte der Ruhrbischof. Sie müssten die Möglichkeit erhalten, sich wieder den Aufgaben der Seelsorge und Verkündigung zu widmen. Auch werde der sonntägliche Gottesdienst nicht die einzige Form dafür sein. "Hier müssen wir völlig neu denken", sagte Overbeck.

Die Kirche der Zukunft werde sehr charismatisch sein, etwa nach dem Vorbild lateinamerikanischen Gemeindelebens. Dazu brauche es Laien, die sich auch jeweils für eine Zeit von fünf bis zehn Jahren engagieren. Sie müssten vom Klerus dazu befähigt und von der Kirche gestützt werden. Wenn dies gelinge, habe er keine Angst um die Zukunft der Kirche, so der Bischof.

"Kirche muss immer neue Angebote machen"

Der Essener Sozialraumforscher Wolfgang Hinte unterstütze Overbecks Vision. Angesichts der Bevölkerungsentwicklung sowie eines gesellschaftlichen Trends zu Individualisierung und Pluralismus seien solche Strukturen sinnvoll. Die Kirche dürfe nicht länger nur danach fragen, wie sie Menschen ein Leben lang an sich binden könne.

Vielmehr müsse sie akzeptieren, dass sich immer mehr Menschen nur zeitweise binden wollten und binden ließen. Dazu müsse die Kirche immer neue Angebote machen und sich als "Brückenbauer" zwischen sozialen und kulturellen Milieus anbieten.

Auch der in Graz lehrende deutsche Pastoraltheologe Rainer Bucher riet der Kirche angesichts einer sich wandelnden Gesellschaft zu Strukturreformen. Eine Lösung könne das Laienpriestertum sein. "Wenn schon derzeit das Papstamt neu erfunden wird, warum dann nicht darüber nachdenken, wie das Priesteramt neu erfunden werden kann?"

(KNA, dr)

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