26.04.2013

Alois Glück will katholische Laien weiter führen Erneut in die Pflicht genommen

Alois Glück, Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), will im November erneut für den Vorsitz der Laienorganisation kandidieren. Ob für eine ganze Amtszeit, ist allerdings eher unwahrscheinlich.

Eigentlich hatte sich Alois Glück seinen Lebensabend anders vorgestellt. Nachdem der CSU-Politiker 2008 nicht mehr für den Bayerischen Landtag kandidierte, wollte er stärker seine Frau unterstützen: Zu Hause sein, wenn der behinderte Sohn die Familie am Wochenende besucht oder die Tochter mit den Enkeln kommt. Außerdem sehnte sich der passionierte Bergsteiger nach mehr Zeit für sein Hobby. Dann aber kam alles anders. 2009 wurde Glück zum Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) gewählt. Jetzt lässt sich der 73-Jährige erneut in die Pflicht nehmen. Am Freitag teilte er mit, dass er im November erneut für das Amt des obersten Laienkatholiken in Deutschland kandidieren will.

Dass der Oberbayer weitermacht, ist ein Glücksfall für das in manchen katholischen Kreisen so häufig kritisierte Zentralkomitee. Denn 2014 steht ein Katholikentag in Regensburg an - ein Bistum, das sich unter seinem früheren Bischof Gerhard Ludwig Müller immer wieder am ZdK und der Pluralität der von ihm organisierten Katholikentage gerieben hatte. Bis 2015 soll zudem der Dialogprozess in der katholischen Kirche abgeschlossen werden, den die Deutsche Bischofskonferenz nach dem Schock des Missbrauchsskandals im Jahr 2010 in die Wege geleitet hatte. Glück hat ihn mit seinem diplomatischen Geschick, seiner politischen Erfahrung und seinem klar strukturierten Denken wesentlich mitgeprägt.

Vom Leben lernen

Immer wieder warnt Glück vor überzogenen Hoffnungen auf Reformen in der katholischen Kirche. Um gleichzeitig zu betonen, dass das Zeitfenster für Veränderungen nur noch klein ist: Sollte es kein Umdenken etwa beim Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen oder bei der Beteiligung von Frauen in der Kirche geben, werde das zu einer tiefen Enttäuschung und zu einer Abwendung vieler Menschen von der Kirche führen. Als Erfolg wertet der ZdK-Präsident, dass eine neue Gesprächskultur in der Kirche entstanden sei. "Viele der Themen, über die jetzt offen gerungen wird, waren vor kurzem noch völlig tabuisiert", sagt er.

Glück musste schon in jungen Jahren Verantwortung übernehmen. Nachdem der Vater in Frankreich gefallen war und die Mutter auf dem Bauernhof allein mit drei Kindern dastand, war für den 17-Jährigen nach der Volksschule Schluss. "Vom Leben lernen", lautet seither die Devise des Ausdauersportlers. Langen Atem bewies er nicht nur beim Langlaufen und Radfahren, sondern auch bei der Weiterbildung. Im Politikbetrieb machte ihn dies zum selten gewordenen Exemplar des Autodidakten.

Der Kirche stets verbunden

38 Jahre lang blieb er in politischen Gremien aktiv, so lange wie kein anderer deutscher Parlamentarier. Aber er blieb immer im heimatlichen Bayern, wo er vom einfachen Landtagsabgeordneten zum Umweltstaatssekretär aufstieg und später als Fraktionschef im Machtgefüge der CSU eine Schlüsselposition einnahm. Als "wandelnder Vermittlungsausschuss" half Glück seiner Partei über manche labile Phase hinweg. Weitblick bewies er mit zahllosen Grundsatzpapieren, die er bevorzugt auf bayerischen Berghütten ausarbeitete. Geschätzt in den eigenen Reihen und in den Oppositionsparteien hatte er in seiner letzten Legislaturperiode bis 2008 das Amt des Landtagspräsidenten inne.

Der katholischen Kirche war der CSU-Mann stets verbunden - zumal seine politische Laufbahn in der Katholischen Landjugend begann. Trotzdem setzte er sich bisweilen auch für von der kirchlichen Position abweichende Lösungen ein. So gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Schwangerenberatungsvereins "Donum Vitae" (Geschenk des Lebens). Seine Ämter dort lässt Glück ruhen. Dass seine Vordenker-Fähigkeiten weiterhin gefragt sind, zeigte sich unter anderem auch, als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihn nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 in die Ethikkommission "Sichere Energieversorgung" holte.

Barbara Just und Christoph Arens
(KNA)

Nachrichten-Video

Zum Video:
Freitag, 22.09.2017

Video, Freitag, 22.09.2017:Christliche Nachrichten

Jetzt im Radioprogramm

7:00 - 14:00 Uhr 
Der Sonntag

Alles andere als Alltag

Wort des Bischofs - Das Buch

52 Impulse aus dem Jahr 2016 jetzt auch als Buch!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 24.09.
06:00 - 06:30 Uhr

Laudes

06:30 - 07:00 Uhr

Cantica

07:00 - 14:00 Uhr

Der Sonntag

  • Christlich wählen? ZDK Präsident zur Bundestagswahl
  • Religionen und ihr Friedenspotenzial - Friedensforscher Dr. Markus Weingardt
  • Theaterstück "Bilqizz" - Uraufführung im Theater der Keller
07:20 - 07:20 Uhr

WunderBar

08:00 - 08:05 Uhr

Wort des Bischofs

08:10 - 08:55 Uhr

Die SonntagsFrage

09:50 - 09:55 Uhr

Kirche2Go

10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienste

07:00 - 14:00 Uhr

Der Sonntag

  • Christlich wählen? ZDK Präsident zur Bundestagswahl
  • Religionen und ihr Friedenspotenzial - Friedensforscher Dr. Markus Weingardt
  • Theaterstück "Bilqizz" - Uraufführung im Theater der Keller
10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienste

12:40 - 12:45 Uhr

WunderBar

14:00 - 16:00 Uhr

Menschen

16:00 - 17:00 Uhr

Kompakt

17:00 - 18:00 Uhr

Autorengespräch

17:00 - 18:00 Uhr

Autorengespräch

20:00 - 22:00 Uhr

Musica

23:00 - 23:30 Uhr

Cantica

00:00 - 06:00 Uhr

Nachtportal

02:00 - 03:00 Uhr

Kopfhörer

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Komplet – Das Nachtgebet mit Weihbischof Ansgar