Lebkuchenherz vom Oktoberfest (Archiv)
Lebkuchenherz vom Oktoberfest (Archiv)
Das Oktoberfest findet zum zweiten Mal in Folge nicht statt
Das Oktoberfest findet zum zweiten Mal in Folge nicht statt
Auch schon als Kellner auf dem Oktoberfest aktiv: Pfarrer Schießler
Pfarrer Schießler in seinem Element

04.05.2021

Pfarrer Schießler hat Verständnis für Oktoberfest-Absage "Das ist nicht irgendeine Hinterhof-Party"

Das Münchner Oktoberfest fällt zum zweiten Mal hintereinander wegen der Corona-Pandemie aus. Für den Münchner Pfarrer Rainer Schießler eine nachvollziehbare Entscheidung. Im kommenden Jahr werde dann umso freudiger gefeiert.

DOMRADIO.DE: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter haben bekanntgegeben, dass das Münchner Oktoberfest auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt wird. Das war absehbar, oder?

Pfarrer Rainer Maria Schießler (Pfarrer von Sankt Maximilian und Heilig Geist in München): Ja, und wir haben uns darauf vorbereitet. Ich glaube, das war sogar schon abzusehen, als man diesen schleppenden Beginn der Impfaktion erlebt hat. Das hätte natürlich viel schneller gehen müssen, wenn es eine realistische Chance hätte geben sollen, dass wir im Herbst safe gewesen wären. Aber da wussten wir schon: Das verzögert sich jetzt so. Das bekommen wir nicht hin.

Man muss dazu wissen: Ab 1. Juni müssen ja alle Verträge vergeben werden an die Firmen, die die Zelte aufbauen. Du musst die Leute einstellen, das schaffst du nicht. Das ist ja nicht irgendeine kleine Hinterhof-Party, das ist das größte Volksfest der Welt. Und das ist wirtschaftlich - nicht epidemiologisch, sondern vor allem wirtschaftlich - nicht umsetzbar, wenn nicht alles sicher ist. 

DOMRADIO.DE: Und dieses größte Volksfest der Welt ist wegen der Pandemie jetzt schon zum zweiten Mal abgesagt worden. 

Schießler: Insgesamt fällt die Wiesn jetzt zum 26. Mal aus - immer wegen Pandemien oder Kriegen. 

DOMRADIO.DE: Wie sehr trifft das denn München und die Region jetzt zum zweiten Mal in Folge? 

Schießler: Sehr. Denn das sind wirklich zwei Wochen, in denen wir ganz anders leben als wir es gewohnt sind. Das ist so, als wenn im Rheinland am Rosenmontag kein Wagen durch die Stadt fährt und keine Kamelle fliegen. Da fehlt was.

Jetzt ist es halt irgendwie doppelt schwer, weil man ja seit letztem Jahr fest damit gerechnet hat, dass es dieses Jahr stattfindet. Jetzt müssen wir nochmal darben und uns mit Ersatz begnügen - mit den Wirtshaus-Wiesn und mit den Biergärten, die wir ja Gott sei Dank haben, hoffentlich auch mit schönem Wetter.

DOMRADIO.DE: Kann es wirklich Alternativen geben in München, in diesem Sommer oder im Herbst?

Schießler: Das haben wir ja letztes Jahr schon gemacht. Da stand dann zum Beispiel am Königsplatz, wo die Nationalsozialisten ihre Aufmärsche gemacht haben, ein Riesenrad. Das fand ich schön. Ob da einer von diesen Machthabern damals dran gedacht hat, dass sich Kinder mal hier im Riesenrad vergnügen?

Also, wir haben wirklich sehr viel bewegen können. Und jetzt mit der Impfung haben wir, glaube ich, noch mehr Sicherheit. Dass wir wenigstens etwas Lebensgefühl reinbringen. Aber am Ende muss die Dankbarkeit stehen dafür, dass wir aus dieser Pandemie herauskommen. Und dafür opfern wir gerne nochmal die Wiesn. Aber dafür feiern wir nächstes Jahr umso mehr und umso freudiger. 

DOMRADIO.DE: Das sagt auch Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner. Er rechnet dann mit großem Zulauf. Könnte das ein Oktoberfest werden mit neuem Besucherrekord, weil die Menschen ja hungrig und vor allem auch durstig sind? 

Schießler: Ich glaube nicht, dass es um die Zahlen geht. Ich glaube nicht, dass Clemens Baumgärtner hier den Besucherrekord in Zahlen meint. Sondern ich glaube, er meint Rekorde in der Emotion. Dass wir einfach wieder ganz neu schätzen lernen, was wir jetzt hier nicht machen können, und zwar dieses Fest miteinander feiern. Und wenns ums Feste feiern geht, sind wir Katholiken ob im Rheinland oder in Bayern - doch maßgebend. 

DOMRADIO.DE: Haben Sie einen Ersatz-Plan für die Zeit vom 18. September bis 3. Oktober in diesem Jahr? 

Schießler: Jeden Tag in den Biergarten gehen.

Das Interview führte Carsten Döpp.

(DR)

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