Der Restaurator des Landesmuseums Mainz, Hans-Peter Schnellbächer, untersucht Details einer Bronzetür der Römerzeit
Der Restaurator des Landesmuseums Mainz, Hans-Peter Schnellbächer, untersucht Details einer Bronzetür der Römerzeit

15.08.2020

"Goldene Pforte" von Mainzer Kloster stammt aus der Eifel Ein regionales Produkt?

Forscherinnen und Forscher des Mannheimer Curt-Engelhorn-Zentrums Archäometrie haben offenbar die Herkunft der mehr als 1.000 Jahre alten "goldenen Pforte" des ehemaligen Mainzer Klosters St. Alban entschlüsselt.

Naturwissenschaftliche Untersuchungen an der Bronzetür zeigten, dass es sich dabei "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um ein regionales Produkt" handele, sagte Roland Schwab, der wissenschaftliche Direktor des CEZA, am Freitag in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen bei der Präsentation der Forschungsergebnisse. Das Objekt stammt demnach nicht wie lange Zeit angenommen aus
Italien. Das Blei zur Herstellung der Bronze - eine Legierung aus Kupfer, Zinn und Blei - komme aus einer Bleilagerstätte in Mechernich in der Eifel.

Im dortigen Rheinischen Schiefergebirge sei bereits in römischer Zeit Blei abgebaut worden, sagte Schwab. Im Vorfeld ihrer Restaurierung war die aus Bronze gegossene, kunstvoll verzierte Tür mit modernsten Methoden untersucht worden. Dafür hatten die
CEZA-Experten Materialproben mit einer Röntgenfluoreszenzanalyse untersucht, mit der man die chemische Zusammensetzung von Metallen bestimmen kann. Die 2,40 Meter hohe und knapp einen Meter breite dreiteilige Bronzetür soll ab 9. September in der großen rheinland-pfälzischen Landesausstellung "Der Kaiser und die Säulen ihrer Macht" im Landesmuseum Mainz gezeigt werden.

Porta Aurea

Die wissenschaftliche Materialanalyse der auch als "Porta Aurea" bekannten Tür stellt demnach auch infrage, ob sie wie bisher vermutet wirklich in römischer Zeit zwischen 40 und 70 nach Christus entstanden ist. Die Zusammensetzung der Bronze mit ihrem hohen und in römischer Zeit sehr teuren Zinnanteil deute darauf hin, dass sie möglicherweise erst im Mittelalter unter Kaiser Karl dem Großen (742-814) gegossen wurde. Allerdings könne die Tür, die nach Angaben des Museums in ihrer Art einzigartig in Deutschland ist, aufgrund fehlender Vergleichsdaten nicht eindeutig der Karolingerzeit zugeordnet werden.

Das bereits im fünften Jahrhundert nachweisbare Kloster St. Alban in Mainz wurde nach der Fertigstellung eines Neubaus im Jahr 805 unter Karl dem Großen zu einem Zentrum des fränkischen Reichs, erklärte Birgit Heide, Direktorin des Landesmuseums Mainz. Dort, und nicht im Mainzer Dom, fanden bis zum 11. Jahrhundert wichtige Synoden, Konzile und Reichstage statt. Fast 300 Jahre nach der Zerstörung des Klosters im 16. Jahrhundert war die Bronzetür 1845 von Arbeitern wiedergefunden worden. Sie zerschlugen die Tür, um einzelne Stücke zu verkaufen. Der linke Flügel wurde gerettet, gelangte in den Besitz der Sammlung Nassauischer Altertümer und befindet sich heute im Stadtmuseum Wiesbaden.

 

(epd)

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