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20.02.2020

Berlinale wird 70 - Neue Akzente im Jahr Eins nach Kosslick Festival der "eher dunklen Farben" im Schatten der Vergangenheit

Ende Februar steht Berlin wieder ganz im Zeichen des internationalen Films und seiner Stars. Nach 18 Jahren Berlinale unter Dieter Kosslick setzt das neue Führungsduo dabei erste Änderungen um.

Im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale werden nach Auskunft des neuen künstlerischen Leiters Carlo Chatrian "eher die dunklen Farben überwiegen". Zugleich fiel schon im Vorfeld der 70. Ausgabe ein Schatten auf das Filmfestival selbst. Ausgerechnet im ersten Jahr nach der Ära des langjährigen Direktors Dieter Kosslick gerieten plötzlich die Anfänge der Berlinale ins Licht der Gegenwart.

Die Wochenzeitung "Die Zeit" hatte just zur Vorstellung der Wettbewerbsbeiträge im Januar ihre Recherchen über die Rolle des späteren Berlinale-Gründungsleiters Alfred Bauer in der NS-Filmpolitik veröffentlicht. Der Italiener Chatrian und die ebenfalls neue niederländische Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek reagierten prompt und setzten den nach Bauer benannten Preis aus. Sie wollen die Festivalgeschichte zudem wissenschaftlich aufarbeiten.

18 Beiträge konkurrieren um den Goldenen und Silbernen Bären

Dessen ungeachtet wird die in der Literatur-Szene spielende Coming-of-Age-Geschichte "My Salinger Year" mit Sigourney Weaver und Margaret Qualley am Donnerstag die Berlinale eröffnen. Bis zum 1. März sind rund 340 Produktionen zu sehen. Davon konkurrieren 18 Beiträge um den Goldenen und die Silbernen Bären. Die Wettbewerbsjury wird von Oscar-Preisträger Jeremy Irons (71, "Das Geisterhaus") geleitet; für ihr Lebenswerk wird Oscar-Preisträgerin Helen Mirren (74, "Die Queen") geehrt.

Berlin steht dieses Jahr auch auf der Leinwand im Fokus: Alle drei deutschsprachigen Wettbewerbsbeiträge spielen in der Heimat des Festivals. Mit Spannung erwartet wird "Berlin Alexanderplatz" von Burhan Qurbani. Die Neuinterpretation des Kanon-Stoffs von Alfred Döblin macht dessen Hauptfigur Franz Biberkopf zum dunkelhäutigen "Francis" und Berlin zur Stadt seines Exils.

Erneut im Wettbewerb zu sehen sein wird das Trio aus Regisseur Christian Petzold und seinen Hauptdarstellern Paula Beer und Franz Rogowski. Erst 2018 waren sie mit "Transit" im Rennen um die Bären. Nun dreht sich ihr neuer Film "Undine" um Liebe, die Geschichte Berlins, das Wasser der Stadt und die gleichnamige Mythenfigur. Der Schweizer Beitrag "Schwesterlein" von Stephanie Chuat und Veronique Reymond mit Nina Hoss und Lars Eidinger spielt dagegen in der Berliner Theaterszene.

Mit Stars gespickte Filme

Dass eher Dunkles den Wettbewerb prägen werde, begründete Chatrian im Vorfeld damit, dass die Beiträge "eher illusionslos auf die Gegenwart blicken - nicht weil sie Schrecken verbreiten, sondern weil sie uns die Augen öffnen wollen". Die Festivalmacher hoffen indes darauf, dass der iranische Regisseur Mohammad Rasoulof seinen Film "There Is No Evil" über die Todesstrafe persönlich vorstellen kann. Die Bären werden am 29. Februar bei einer Gala vergeben.

Auch wer vor allem nach internationalen Stars Ausschau hält, soll auf der Berlinale - neben Cannes und Venedig eines der bedeutendsten Filmfestivals der Welt - indes nicht zu kurz kommen. Für den Wettbewerbsfilm "The Roads Not Taken" von Sally Potter standen Javier Bardem, Elle Fanning und Salma Hayek vor der Kamera, für "Siberia" von Abel Ferrara war es Willem Dafoe.

Den Hauptwettbewerb hat Chatrian zugleich entschlackt: Mit weiteren Stars gespickte Filme laufen - wie der Eröffnungsfilm oder "Pinocchio" mit Roberto Benigni und "Minamata" mit Johnny Depp - außer Konkurrenz im Bereich Berlinale Special. Dort werden auch die Doku-Serie "Hillary" über die US-Politikerin Hillary Clinton und die Cate-Blanchett-Serie "Stateless" gezeigt. Organisatoren wie Fans konnten sich bereits über viele Zusagen für den Roten Teppich freuen.

Auch Kirchen wieder vertreten

Als weiteren neuen Akzent ruft Chatrian mit der Sektion Encounters neben Haupt- und Kurzfilmwettbewerb einen weiteren Wettbewerb für Filme mit "ungeahnten Ideen, Visionen und Erzählweisen" ins Leben. Zwar wird es dafür keine Bären geben, aber Auszeichnungen für den besten Film und die beste Regie sowie einen Spezialpreis einer dreiköpfigen Jury.

Preise vergeben traditionell auch die beiden großen Kirchen: Der Ökumenischen Jury steht in diesem Jahr der Filmemacher Paul de Silva aus Toronto (Kanada) vor. Sie ehren Filme, die für spirituelle, menschliche und soziale Werte sensibilisieren.

Alexander Riedel
(KNA)

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