Ein Fan von Jan Fedder hält vor der Trauerfeier für den Schauspieler ein Plakat hoch
Ein Fan von Jan Fedder hält vor der Trauerfeier für den Schauspieler ein Plakat hoch
Trauerfeier für Jan Fedder: Leinwände vor dem Michel
Trauerfeier für Jan Fedder: Leinwände vor dem Michel

14.01.2020

Emotionaler Abschied von "Volksschauspieler" Jan Fedder Bei seiner Trauerfeier führt der Hamburger noch einmal Regie

Musik von Deep Purple und Bob Dylan, mehr als 10.000 Rosen als Dekoration und zahlreiche prominente Gäste: Die bewegende Trauerfeier für Jan Fedder trug die Handschrift des Verstorbenen.

"La Paloma, ohe, einmal muss es vorbei sein", erklingt Jan Fedders rauchige Stimme aus dem Lautsprecher, während seine Frau Marion mit einem Strauß Rosen in die Kirche einzieht. Bei seiner Trauerfeier am Dienstag im Hamburger Michel führt der aus der Serie "Großstadtrevier" bekannte Schauspieler noch einmal Regie.

"Früh oder spät schlägt jedem von uns die Stunde", singt er weiter in einer Aufnahme von Hans Albers' berühmtem Schlager "La Paloma". Es folgt ein sehr persönlich und emotional gestalteter Gottesdienst, in dem Familie, Freunde und Fans Abschied von dem beliebten Hamburger nehmen, der als letzter großer Volksschauspieler galt. Fedder war von Krankheit gezeichnet am 30. Dezember in der Hansestadt gestorben, er wäre an diesem Dienstag 65 Jahre alt geworden.

Abschied mit zahlreichen Prominenten

Das Gotteshaus ist mit mehr als 10.000 Rosen - seinen Lieblingsblumen - geschmückt. Neben dem Sarg aus dunklem Holz haben Familie und Weggefährten zahlreiche Kränze abgelegt. Vor dem Taufstein steht Fedders Porträt mit der Aufschrift "fedder geht`s nicht".

Zahlreiche Prominente sind gekommen, um dem norddeutschen Urgestein die letzte Ehre zu erweisen, darunter Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), die Schauspielerin Uschi Glas sowie ihre Kollegen Ben Becker und Axel Milberg, Moderator Hugo Egon Balder, Fernseh-Koch Tim Mälzer sowie die Sänger HP Baxxter, Sasha und Klaus Meine.

Insgesamt 2.000 geladene Gäste sitzen in der Kirche. Auf dem Vorplatz des Michels haben sich nach Polizeiangaben 1.500 weitere Menschen versammelt, um die Trauerfeier auf einer Großbildleinwand zu verfolgen.

"Sein Tod hat viele Menschen im Land und in unserer Stadt erschüttert und traurig gemacht", leitet Michel-Pastor Alexander Röder in die Zeremonie ein. Kurz darauf stimmt die Bluesrock-Sängerin Jessy Martens den Song "Child in Time" von Deep Purple an - eines von Fedders Lieblingsliedern. Später singt sie "Knockin' on Heaven's Door" von Bob Dylan.

Ein Kind des Stadtteils St. Pauli

Der Schauspieler sei gerade deshalb ein Sympathieträger gewesen, "weil er nicht makellos war und nicht glatt und geschliffen redete", sagt Röder. "Jan Fedder konnte anderen ziemlich über den Mund fahren, aber konnte auch Fünfe gerade sein lassen." Er sei ein Kind des Stadtteils St. Pauli mit seinem schillernden Leben auf dem Kiez, aber auch seinen Traditionen gewesen. "Dazu gehört auch sein Glaube", betont der Pastor.

Fedder hatte sich eine Trauerfeier in Hamburgs berühmter Kirche Sankt Michaelis gewünscht, wo er auch getauft, konfirmiert und getraut worden war. Laut Röder sang er dort auch als Knabensopran im Chor und trug an Heiligabend viele Jahre lang die Weihnachtsgeschichte vor. Vorher habe er in der Sakristei eine Zigarette nach der anderen geraucht. "Und keiner hat versucht, es ihm zu verbieten."

Fedder wurde am 14. Januar 1955 in Hamburg geboren und wurde bekannt durch die Darstellung norddeutscher Charaktere. Seit 1990 mimte er den Hamburger Polizisten Dirk Matthies in der ARD-Serie "Großstadtrevier". In dem dreiteiligen Fernsehdrama "Der Hafenpastor" spielte er zwischen 2012 und 2016 die Hauptrolle.

Stellvertretend für die mehreren Hundert Polizisten, die anwesend sind, spricht Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer ein Grußwort. Fedder war seit 2000 Ehrenkommissar der Hamburger Polizei.

Polizisten tragen den Sarg aus der Kirche

In der Davidwache lag in den vergangenen Tagen ein Kondolenzbuch aus. Als Marion Fedder ans Mikrofon schreitet ist es totenstill in der Kirche. "Es wird nie wieder jemanden geben so wie dich", sagt sie an ihren verstorbenen Ehemann gerichtet. "Mein geliebter Jan, schlaf gut!" Manchem Besucher kommen die Tränen.

Zum Abschluss spielt Michel-Organist Manuel Gera die Titelmelodie der Serie "Großstadtrevier". Sechs Polizisten tragen den Sarg aus der Kirche. Als sie draußen ankommen, tuten Schiffe im nahe gelegenen Hafen. Der Leichnam wird in einem Konvoi über die Reeperbahn gefahren, wo zahlreiche Hamburger Abschied nehmen.

Einige spritzen als freundliche Geste Bier auf den Leichenwagen. Medienberichten zufolge soll Fedder in den nächsten Tagen auf dem Friedhof Ohlsdorf im engsten Familienkreis beigesetzt werden.

Michael Althaus
(KNA)

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