Passionsspiele Oberammergau
Passionsspiele Oberammergau
Spielleiter Christian Stückl
Spielleiter Christian Stückl

15.11.2019

Bühne und Kostüme für Oberammergauer Passion 2020 vorgestellt Gedeckte Farben, riesige Engelsflügel und ein großer Tempel

Die Säulen für den Tempel auf der Bühne in Oberammergau sind schon erkennbar, Scheinwerfer und Lautsprecher müssen noch ins Mauerwerk integriert werden. Die Passion 2020 nimmt allmählich Gestalt an. Ein Werkstattbericht.

"Wir sind in einer heißen Phase angekommen", beginnt Spielleiter Christian Stückl am Freitag im Atelier des Passionsspielhauses seinen Satz. Da klingelt, wie zur Bestätigung, schon wieder sein Handy. Das mag an diesem 15. November vielleicht auch damit zu tun haben, dass er Geburtstag hat. 58 ist der Regisseur nun alt. Doch was zählen in Oberammergau schon Jahre? Die Zeitrechnung lautet eh nur "vor" und "nach" der Passion.

Immerhin schafft es Bürgermeister Arno Nunn, "dem Christian" noch ein Kuvert von der Gemeinde zu überreichen. Manchmal frage er sich ja, wie dieser alle seine Aufgaben bewältige, aber wahrscheinlich sei dessen Geheimnis, dass er es "mit Leidenschaft" mache.

Dialog mit dem Judentum

Vier Tage hat Stückl jetzt mit drei Rabbinern und einem evangelischen Pfarrer aus den USA über die Passion diskutiert. Der Kopf schwirrt ihm noch von den "theologischen Termini in Englisch". Doch der Dialog mit dem Judentum ist ihm wichtig, seit er 1990 erstmals für das Spiel verantwortlich war. Dabei gehe es ihm aber nicht um einen "Koscher-Stempel", betont er.

Noch feilt der Regisseur am Text für das Spiel vom Leiden und Sterben Jesu. Bis zur ersten Leseprobe mit 150 Haupt- und Nebendarstellern am 7. Dezember muss er fertig sein. Bärte und Haare der Oberammergauer Laiendarsteller sind seit Aschermittwoch kräftig gewachsen. Wer von den 5.500 Einwohnern mit dabei ist, lässt sich unschwer auf der Straße erkennen.

Stückl inszeniert die Passion zum vierten Mal, Stefan Hageneier ist zum dritten Mal für Bühnenbild und Kostüme verantwortlich. Außenstehende mögen sich fragen, wie einem zu dieser religiösen Thematik überhaupt noch etwas einfallen kann, aber den beiden gehen die Ideen nicht aus.

Spektakuläre Kostüme

Dominierte 2010 die Farbe Blau, so hat sich Hageneier zehn Jahre später für Grau und Ocker und damit für gedeckte, natürliche Töne entschieden. Die Stoffe kommen aus Indien und der Türkei. In der Schneiderei sind sie seit Anfang des Jahres am Werk. Kleiderpuppen demonstrieren, wie Pilatus oder Herodes aussehen werden. Für die jeweils doppelt besetzten Hauptrollen von Jesus und Co. gibt es Maßanfertigungen, das Volk muss sich mit Konfektionsware in den gängigen Größen begnügen. Über 2.000 Kostüme sind neu zu schneidern.
Premiere ist erst am 16. Mai, aber schon im März müssen alle Nähte sitzen, weil dann die Fotos für den Bildband geschossen werden.

Fleißig sind sie auch in der "Flügelei". An der Wand hängen Fotos von Gänsen und anderem Federvieh, um möglichst naturgetreu in Kleinarbeit prächtige Flügel für die Engel zu fertigen. Allein 18 Götterboten sind für das "Lebendige Bild der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies" eingeplant. Weil die mächtigen Flügel so schwer sind, müssen sie von einem Ständer gehalten werden, vor den sich der Darsteller stellt. Die Flügel scheinen es Hageneier angetan zu haben, möglicherweise weil er unter Stückl einst selbst einen Engel darstellen durfte.

Kontroverse um die Bühnengestaltung

Und dann ist da die von 1830 stammende Bühne. In früheren Zeiten fand das Geschehen zumeist weit hinten in der Mitte statt, während links und rechts architektonisch bedingt das Haus des Pilatus und des Annas sein sollten. Hageneier hat alles nun so umbauen lassen, dass eine große Tempelanlage entstehen wird. In der vorderen Mitte wird sich das Hauptgeschehen abspielen, so dass der Zuschauer näher dran ist als zuvor.

500 Oberammergauern war diese Neuerung zu revolutionär, sie zettelten ein Volksbegehren an. Der Gemeinderat schmetterte das Ansinnen im August ab. Das Passionsspielteam atmete durch, denn sonst hätte im Vorbereitungs-Endspurt noch einmal umgeplant werden müssen. Dabei bietet das Mauerwerk jetzt die Chance, unsichtbar Lautsprecher und Scheinwerfer unterzubringen. Unabhängig vom Tageslicht könne so eine ganz eigene Stimmung für Szenen geschaffen werden, erklärt Hageneier.
Vor allem aber sollen die Zuschauer durch die neuen, tragbaren Mikrofone alle Darsteller auch von den hinteren Reihen aus besser hören.

Barbara Just
(KNA)

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