Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Hl. Bartholomäus, 1661, Öl auf Leinwand, J. Paul Getty Collection, Los Angeles
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Hl. Bartholomäus, 1661, Öl auf Leinwand, J. Paul Getty Collection, Los Angeles
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Christus an der Geißelsäule, um 1646, Öl auf Holz, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Foto: RBA Köln
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Christus an der Geißelsäule, um 1646, Öl auf Holz, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Foto: RBA Köln
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Saskia van Uylenburgh, 1634-40, Öl auf Holz, National Gallery of Art, Washington, Widener Collection
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Saskia van Uylenburgh, 1634-40, Öl auf Holz, National Gallery of Art, Washington, Widener Collection
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Selbstbildnis als Zeuxis, um 1662, Öl auf Leinwand, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Foto RBA Köln
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Selbstbildnis als Zeuxis, um 1662, Öl auf Leinwand, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Foto RBA Köln

31.10.2019

Ausstellung "Inside Rembrandt" im Wallraf-Richartz-Museum Der katholische Rembrandt

Zum 350. Todestag des berühmten Barockmalers Rembrandt (1606-1669) gibt das Wallraf-Richartz-Museum in seiner Ausstellung "Inside Rembrandt" einen Einblick in die emotionalisierenden Bilderwelten von Rembrandt und seine Wirkung auf die Zeitgenossen.

Rembrandt ist berühmt für seine kunstvoll in Licht und Schatten gehüllten Porträts und Historienbilder. Wie niemand zuvor hat er es verstanden, Landschaften und Menschen in ein spirituelles Licht zu tauchen und sie individuell auszuleuchten. Aus dem geheimnisvollen Dunkel seiner Gemälde tauchen bei genauer Betrachtung Menschen, Landschaften und Gegenstände auf, die den Bedeutungshorizont der in hellem Licht erstrahlenden Motive vertiefen. Der katholische Maler ist im Fokus einer aktuellen Ausstellung des Kölner Wallraf-Richartz-Museums

Biblische Geschichten

Rembrandts eigenwillige Inszenierung von Geschichten hat auch nicht vor den biblischen Motiven Halt gemacht. In der Radierung "Jesus und die Schriftgelehrten“ hat er spannungsvoll in Szene gesetzt, wie der kleine zwölfjährige Jesus die skeptischen Schriftgelehrten versucht zu überzeugen. Die Mimik jedes einzelnen der alten Autoritäten spricht Bände. Das Bild "Christus und die Schriftgelehrten" ist eine von vielen Radierungen mit biblischen Motiven in der Ausstellung.

Unkonventionell ist auch Rembrandts Ölbild "Der Apostel Bartholomäus". Der zeitlos dargestellte Märtyrer wirkt so lebensnah und verletzlich, dass er unmittelbar berührt. Nur das Messer in der Hand gibt Zeugnis von seinem Martyrium.

Diese unkonventionelle Darstellung hat zu Fehldeutungen geführt, weiß Dr. Anja Sevzik, Leiterin der Abteilung Malerei des 17. Jahrhunderts im Wallraf-Richartz-Museum: "Man sah in dieser Figur teilweise auch seinen Koch oder sogar einen Mörder. Das ist diese ikonographische Offenheit, die Rembrandts Bilder auch so zeitlos wirken lässt, weil jeder Betrachter seinen eigenen Zugang entwickeln darf."

Der katholische Rembrandt

Rembrandt ist Sohn einer katholischen Handwerkerfamilie. Er hatte sich gerade in seiner späten Schaffenszeit intensiv mit dem Thema Aposteln befasst. Für seinen großen Geschäftserfolg in den protestantischen Niederlanden war das kein Problem. Die Apostel und Heilige wurden in der reformierten Kirche als Lehrer im Glauben gesehen, wenn auch nicht als anbetungswürdige Heilige.

"Seine Hauptkundschaft waren Mennoniten. Zu welcher Glaubensrichtung Rembrandt hintendierte, wissen wir allerdings nicht. Aber selbst der Protestantismus schwankte zwischen orthodoxen Calvinisten, den sogenannten Kontraremonstranten und den aufgeklärten Remonstranten. Ich glaube, er verhielt sich da strategisch.", so Sevzik.

Der Erfinder des Selfies

Rembrandt war nicht nur ein Malergenie, sondern auch geschäftstüchtig. Viele seiner Bilder sind Selbstporträts. Man könnte Rembrandt auch den Erfinder des Selfies nennen, der sich selbst gut zu vermarkten verstand. Er hatte auch keine Probleme, sich in einer Heiligendarstellung zu verewigen. So findet sich in der Ausstellung auch ein Bild, auf dem er sich als Apostel Paulus als gemalt hat - oder eine Radierung mit seiner Frau Saskia als Heilige Katharina. Rembrandts Malereikunst machte Schule.

Viele Bilder seiner Schüler und Zeitgenossen, so zeigt die Ausstellung anhand von vielen Exponaten, folgten seinem Vorbild – auch in der Darstellung biblischer Geschichten und Motive. Es ist gar nicht einfach auf den ersten Blick zu erkennen, ob ein Gemälde oder eine Radierung ein echter Rembrandt ist oder nicht.

Rembrandt forever

Schwere Schicksalsschläge brachten Rembrandt an den Rand des Abgrunds. Der Tod seiner Kinder und seiner geliebten Frau und Förderin Saskia ließen ihn in ein seelisches Tief stürzen, an dessen Ende er vor dem wirtschaftlichen Ruin stand und in Armut starb. Doch seine Malerei, mit der er tief in die Seele der Menschen blickte, bewegt bis heute die Menschen. Sein selbstironisches und tief berührendes Kölner Selbstbildnis als alten, laut lachenden antiken Maler Zeuxis von Heraklaia, der wegen des Anblicks einer hässliche alten Frau stirbt, war für den Holocaust-Überlebenden und Künstler Jehuda Bacon das stärkste Bild seines Lebens, denn er sah darin "Lächeln und Weinen zugleich". Sein Fazit: "Bei Rembrandt gibt es eben nie eine glatte Antwort".

Die Ausstellung "Inside Rembrandt" im Kölner Wallraf-Richartz-Museum geht bis zum 1. März. Sie ist in einen Prolog mit fünf Akten gegliedert. Ein speziell für die Ausstellung entwickeltes Comic-Heft und ein Audioguide lassen die Bilderwelt Rembrandts auch für junge Menschen aufleben.

Birgitt Schippers
(DR)

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