St. Gereon in Köln
St. Gereon in Köln

12.10.2019

Festkomposition von Johannes Cuisean in St. Gereon "Ein musikalisch-historisches Großereignis"

Im Jahr 1663 war das Messordinarium von Johannes Cuisean das erste Mal in der Kölner Gereonskirche zu hören. Nach über 350 Jahren kehrt die Musik zurück. Ihr Komponist bleibt weiterhin ein musikhistorisches Mysterium. 

DOMRADIO.DE: Was ist das Besondere an der Komposition, die wir Ende Oktober in St. Gereon hören können?

Burkhard Bader (Sänger, Musikwissenschaftler und Kantor mit Schwerpunkt in St. Michael / St. Alban, Köln): Die „Missa Solennis Musico Concentu decantata“ stammt von Johannes Cuisean, einem Komponisten, über den wir eigentlich nichts wissen, aber einige Vermutungen anstellen können. Bei dieser Messe handelt es sich um ein Messordinarium, das zirka 30 Minuten dauert und sehr klangprächtig besetzt ist.

Es wurde für sechs Singstimmen, zwei Violinen, zwei Trompeten, zwei Posaunen, Fagott und Generalbass geschrieben. Diese Besetzung geht weit über das hinaus, was wir für Köln, auch für die Domkapelle hier in Köln im 17. Jahrhundert, dokumentiert haben. Das heißt also: Es gab da offensichtlich etwas zu feiern. Meine Vermutung ist, dass Philipp Salentin von Manderscheid-Blankenheim-Gerolstein dort seine Wahl zum Dekan feiern wollte. Aber es gibt auch noch weitere Persönlichkeiten die mit diesem Ereignis in Zusammenhang stehen.

DOMRADIO.DE: Woran liegt es, dass Sie über den Komponisten nur Vermutungen anstellen können?

Bader: Das ist immer schwierig, wenn nirgendwo geschrieben steht, dass ein Komponist aus einem bestimmten Ort gebürtig ist. Wenn also etwa an einem Namenszusatz nicht abzulesen ist, dass ein Komponist zum Beispiel aus Köln kommt, dann wissen wir leider nicht, in welchem Pfarrarchiv oder Tauf- oder Sterbebuch wir nachforschen können.

DOMRADIO.DE: Was ist das Besondere an diesem Konzert?

Bader: Das Besondere an diesem Konzert ist, dass es eine Messe ist, die 1663 für St. Gereon geschrieben wurde. Wir haben also die Situation, dass das Stück auch im originalen Raum, für den es konzipiert worden ist, musiziert wird. Wobei der Raum natürlich inzwischen ein paar Mal umgebaut worden ist und auch die originale Musikempore oberhalb des heutigen Zelebrationsaltars nicht mehr existiert. Die Musiker werden nicht weit von diesem Zelebrationsaltar, also ungefähr fünf Meter tiefer Aufstellung nehmen.

DOMRADIO.DE: Dieses Konzert wird am 27. Oktober um 17 Uhr beginnen. Sie werden das Ganze aber vorher noch einleiten?

Bader: Ich habe mir gedacht: Bei so einem musikalisch historischen Großereignis für Köln ist es einfach wichtig, dass der Zuhörer dort auch Hintergrundinformation bekommen kann. Bei so einer Komposition von einem unbekannten Komponisten – zumal aus einer Epoche wie der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts – da weiß man eigentlich überhaupt nicht, wie sich das stilistisch ausnimmt. Die Musik ist etwas Französisch beeinflusst, finde ich. Es ist einfach nötig, dass man dazu auch über die historischen Hintergründe im Rheinland ein paar Worte verliert. Die wird es dann vorab geben, am 27. Oktober. Das heißt: Die Freude ist jetzt schon riesig.

DOMRADIO.DE: Allerdings ist wahrscheinlich auch die Vorbereitung stressig. Was liegt jetzt noch an in den kommenden Tagen?

Bader: Es muss noch ein Programmheft geschrieben werden. Ich gehe davon aus, dass dieses Programmheft sowohl Musiker als auch Kunsthistoriker in die Hände bekommen könnten. Da muss man natürlich sehen, dass man nicht irgendwelche Hypothesen aufstellt, die unhaltbar sind. Insofern muss ich alles nochmal genau prüfen.

Das Notenmaterial muss noch für die Endphase der Proben eingerichtet werden und schließlich gibt es dann Montag und Dienstag auch noch eine CD-Produktion dieser Musik mit dem WDR. Wenn bei der knapp bemessenen Aufnahmezeit irgendwo im Notenmaterial dann doch Fehler sein sollten, dann ist das sehr, sehr ärgerlich und sehr zeitraubend.

Das Interview führte Carsten Döpp. 

(DR)

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