Kunstmuseum Kolumba wieder ohne Gerüste

Sanierungsarbeiten abgeschlossen

Nach drei Jahren hinter Gerüststangen und Planen präsentiert sich die Fassade von Kolumba, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln, wieder in ursprünglicher Optik. Sanierungsarbeiten können planmäßig noch in dieser Woche abgeschlossen werden.

Kolumba, Kunstmuseum des Erzbistums Köln / © Rosner (Erzbistum Köln)
Kolumba, Kunstmuseum des Erzbistums Köln / © Rosner ( Erzbistum Köln )

Vor ungefähr sieben Jahren waren an den Innenseiten der besonders vom Schlagregen belasteten Außenwände Ausblühungen und Abplatzungen des Lehmputzes festgestellt worden. Durch feinste Haarrisse zwischen Backsteinen und Fugmörtel war Regenwasser in den Wandquerschnitt eingedrungen.

Spezielle Sanierungsmaßnahmen

Die unter der Leitung von Architekt Peter Zumthor zu Rate gezogenen Experten mussten zunächst unterschiedliche Sanierungsvarianten testen, um die konstruktionsbedingten Herausforderungen zu erkennen. Mit der jetzt durchgeführten Feinstzement-Injektion und anschließender Hydrophobierung der Mörtelfugen fiel die Entscheidung auf die optisch vertretbarste und wirtschaftlich vernünftigste Lösung. Dabei wurden die feinen Risse zwischen Stein und Mörtel auf restauratorische Art verschlossen und anschließend die stark saugenden Mauerwerksfugen wasserabweisend versiegelt. Insgesamt bleibt damit das Mauerwerk diffusionsoffen, der Feuchteeintrag kann jedoch erheblich reduziert werden.

Rund eine halbe Million Euro

In zwei Abschnitten seit August 2018 wurden insgesamt 2.420 m² Mauerwerksfläche bearbeitet. Für Gutachten, das Anlegen von Musterflächen, die Standzeit der Trocknungsgerüste und die Bearbeitung des Mauerwerks wurden in den vergangenen sechs Jahren rund 445.000 Euro investiert.

Bau des Stararchitekten Peter Zumthor

Das 2007 eröffnete Museum war auf dem Grundriss der kriegszerstörten gotischen Kirche Sankt Kolumba erbaut worden. Der Schweizer Stararchitekt Peter Zumthor hatte für den Neubau unter Beteiligung von Fachingenieuren und den Hochschulen in Aachen und Köln einen Mauerwerksprototypen entwickelt. Mit flachen Ziegeln aus Dänemark überspannt dieser fugenlos das historische Ruinenmauerwerk der früheren Kolumba-Kirche im Inneren des Museums. Die Fassade in grauem Backstein lässt die Ruinenreste erkennen.


Dieses Ausstellungsplateau mitten im Raum von Kolumba sorgt auch nachts im gedimmten Licht für besondere Hingucker. / © Beatrice Tomasetti (DR)
Dieses Ausstellungsplateau mitten im Raum von Kolumba sorgt auch nachts im gedimmten Licht für besondere Hingucker. / © Beatrice Tomasetti ( DR )
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