Büchereien – Orte des gelebten Glaubens
Büchereien – Orte des gelebten Glaubens

04.11.2018

Die Arbeit der katholischen öffentlichen Büchereien Orte des gelebten Glaubens

An diesem Sonntag begehen die katholischen öffentlichen Büchereien den Buchsonntag. Durch die Medien über den Glauben ins Gespräch kommen? Das ist eine wichtige Funktion der Büchereien, verrät Anna Lüttich-Rathenow vom Erzbistum Köln.

DOMRADIO.DE: Welche Menschen besuchen die katholischen öffentlichen Büchereien (KÖB) im Erzbistum?

Anna Lüttich-Rathenow (Referatsleitung der Katholischen Öffentlichen Büchereien, Erzbistum Köln): Das ist ganz bunt gemischt. Das fängt mit Familien an, geht über Jugendliche, die aber eher weniger kommen – bis hin zu Erwachsenen und Senioren. Ganz toll bei unseren katholischen, öffentlichen Büchereien ist, dass wir offen für alle sind. Deswegen wird das Wort "öffentlich" ja auch so betont. Das heißt, man muss nicht Gemeindemitglied sein, um in eine Bücherei zu gehen. Es ist egal, ob man katholisch oder evangelisch ist bzw. ob man gar keine Konfession hat. Es sind alle willkommen und alle können die Bestände und die Veranstaltungen dort nutzen.

DOMRADIO.DE: Und der Bestand ist recht groß. Über 1,3 Millionen Medien befinden sich im Gesamtbestand der katholischen Büchereien im Erzbistum Köln. Inwieweit spiegelt sich denn der katholische Glaube in der Auswahl dieser Medien wieder?

Lüttich-Rathenow: Wir legen viel Wert darauf, dass die Büchereien auch nur Bücher anschaffen, die sich vor allem mit den ethischen Grundsätzen des katholischen Glaubens vereinbaren lassen. Es gibt Medien und Titel, die wollen wir in den katholischen Büchereien tatsächlich nicht finden. Dafür gibt es andere, wo wir viel Wert darauf legen, dass sie auch eingestellt werden. Das ist egal, ob das ein Roman, ein Krimi oder ein Sachbuch ist. Wichtig ist tatsächlich wirklich, dass sie keine Grundsätze des katholischen Glaubens widersprechen.

DOMRADIO.DE: Warum ist es in Ihren Augen so wichtig, dass es eine katholische Bücherei als Ort der Begegnung gibt?

Lüttich-Rathenow: Katholische, öffentliche Büchereien haben mehrere Funktionen. Zum einen nehmen sie den Bildungsauftrag wahr, den die Kirchen sich ja auch ganz groß auf die Fahnen geschrieben haben. Es findet dort Leseförderung, vor allen Dingen für kleine Kinder schon, statt. Kindergartenkinder kommen schon mit dem Medium Buch oder auch mit anderen Medien, wie CDs und DVDs in Verbindung und lernen das System Bibliothek kennen. So lernen sie auch für das weitere Leben wirklich einen Ort kennen, an dem sie sich Wissen beschaffen können. Zum anderen sind das darüber hinaus auch kulturelle Orte, in denen Veranstaltungen stattfinden, zum Beispiel Lesungen für Erwachsene.

Aber der wichtigste Punkt für eine katholische Gemeinde, finde ich, ist der, dass es dort einen Ort gibt, der ganz niederschwellig gelebten Glauben vermittelt. Das ist ein offener Ort. Jeder kann dorthin kommen und über Medien und den Glauben ins Gespräch kommen. Das ist auch ein sehr beliebter Treffpunkt in den Gemeinden.

DOMRADIO.DE: Jetzt gibt es im Erzbistum Köln ja nicht nur die katholischen Büchereien im klassischen Sinne, sondern auch in Krankenhäusern gibt es Ihr Angebot. Warum ist gerade dies in Ihren Augen ein Ort, an dem Sie Zugang zu Büchern und Medien bieten wollen?

Lüttich-Rathenow: Menschen, die krank oder auch gerade längerfristig im Krankenhaus sind, brauchen bekanntlich Abwechslung, um auch auf andere Gedanken zu kommen. Sie brauchen aber auch Medien, die sich vielleicht mit ihrer Thematik und mit ihrer Krankheit beschäftigen und zugleich aber auch Mut machen. Aus diesem Grund finden wir gerade auch die Krankenhaus-Bibliotheken beziehungsweise Büchereien sehr wichtig, weil direkt vor Ort Medien ausgeliehen werden können, die die Leute wirklich ablenken. Dort ist meistens ja auch jemand vor Ort, mit dem man auch mal ganz unbefangen und ganz unvoreingenommen reden kann, über das, was einem gerade widerfährt – außerhalb der Pflegekräfte, die natürlich in Krankenhäusern vertreten sind.

DOMRADIO.DE: Besonders hervorzuheben ist ja auch, dass die Arbeit der KÖB komplett ehrenamtlich läuft. Rund 4.400 Ehrenamtliche arbeiten bei den KÖB mit. Wie sehr schätzen Sie dieses Engagement?

Lüttich-Rathenow: Das ist ein sehr, sehr hohes Engagement. Ich glaube wir haben mal statistisch ausgewertet, dass tatsächlich in den katholischen, öffentlichen Büchereien die meisten Ehrenamtlichen in den Gemeinden arbeiten, vor allem auch mit einem sehr hohen Stundensatz, den sie dort verbringen. Und das ist nur der Stundensatz, den wir über die Statistik zählen. Da wird gar nicht gezählt, was sonst noch so nebenbei für die Bücherei gemacht wird. Das machen die Ehrenamtlichen einfach gerne, weil ihnen die Büchereien am Herzen liegen. Und es ist eine sehr stille, aber eine sehr engagierte Arbeit, die die Ehrenamtlichen da vor Ort leisten.

Das Gespräch führte Julia Reck.

(DR)

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