Bischof Gebhard Fürst mit den Preisträgern und Joachim Frank, Vorsitzender der Gesellschaft Katholischer Publizisten
Bischof Gebhard Fürst mit den Preisträgern und Joachim Frank, Vorsitzender der Gesellschaft Katholischer Publizisten
Bischof Gebhard Fürst bei der Verleihung des katholischen Medienpreises
Bischof Gebhard Fürst bei der Verleihung des katholischen Medienpreises

04.10.2018

Katholische Medienpreise 2018 für Print und TV verliehen Auszeichnung für Qualitätsjournalismus

Eine TV-Dokumentation aus dem syrischen Bürgerkrieg und eine Magazin-Reportage über den Lebensweg verhaltensauffälliger Kinder: Diese Produktionen haben den Katholischen Medienpreis 2018 in den Kategorien Elektronische Medien und Print erhalten.

Die Filmemacher Feras Fayyad und Gudrun Hanke-El Ghomri sowie der Magazinjournalist Johannes Böhme wurden mit dem je 5.000 Euro dotierten Preis ausgezeichnet.

Laudatio von Medienbischof Fürst

Bischof Gebhard Fürst betonte bei der Verleihung am Donnerstagabend in Frankfurt, Qualitätsjournalismus sei für den Zusammenhalt einer Gesellschaft unersetzlich. Dies gelte heute besonders im Blick auf die "vielen ungeprüften, frei erfundenen und fahrlässig recherchierten Informationen unklarer Herkunft in den Sozialen Medien". Journalismus bedeute dagegen, Ereignissen auf den Grund zu gehen.

Böhme wurde für seine Reportage "Sorgenkinder" geehrt, die im Magazin der "Süddeutschen Zeitung" erschien. Darin berichtet der Autor über verhaltensauffällige Kinder, die er als Zivildienstleistender betreute und neun Jahre später erneut aufsucht. Böhme biete alles andere als "leichte Kost", so Laudator und FAZ-Herausgeber Werner D'Inka. Sein "wunderbarer Text" sei aber ein Appell, genau hinzuschauen und das zu entdecken, "was diesen Kindern und Jugendlichen helfen könnte: Verständnis, Zuwendung, Liebe".

Die Dokumentarfilmer Fayyad und Hanke-El Ghomri wurden gemeinsam für ihren Film "Die letzten Männer von Aleppo" geehrt. Zwei Jahre lang begleitete Fayyad die Freiwilligen der "Weißhelme" bei ihren Hilfseinsätzen in der zerbombten Stadt. Die von ARD und Arte produzierte Dokumentation zwinge zum Hinsehen, so die Jury. "Fayyad thematisiert das, was hierzulande immer seltener in dieser Klarheit bedacht wird: Die Menschen fliehen aus Syrien, weil dort Krieg herrscht."

Zwei Preisträger mit Sonderpreis ausgezeichnet

Auch bei dem mit 2.000 Euro dotierten Sonderpreis der Jury gab es zwei Preisträger: Geehrt wurden Katja Grundmann und Anna Sprockhoff von der "Landeszeitung für die Lüneburger Heide" für ihr Multimedia-Projekt über junge Flüchtlinge in Deutschland. Sprockhoff und Grundmann überzeugten durch ihre empathischen und zugleich professionell distanzierten Beobachtungen, so Laudatorin Andrea Rübenacker.

Vier weitere Beiträge erhielten die undotierte Auszeichnung "journalistisch WERTvoll". In der Kategorie "Printmedien" wurden gewürdigt die Arbeiten von Dimitri Ladischensky "Was vom Leben übrig bleibt" über einen verschwundenen Mann und seine zurückgelassenen Habseligkeiten in der Zeitschrift "mare" sowie von Katharina Frohne "Am Ende" über eine sterbenskranke Frau im "Weser-Kurier".

In der Kategorie "Elektronische Medien" befand die Jury Frank Meißners TV-Reportage "Schmidt Max und die Audienz beim Papst (Bayerischer Rundfunk) und Renate Bleichenbachs Beitrag "Die Sendung mit dem Elefanten: Planet Willi" (Kika) für preiswürdig.

Der Katholische Medienpreis wird seit 2003 jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP) und dem Katholischen Medienverband (KM) ausgeschrieben. Beworben hatten sich in diesem Jahr mehr als 200 Journalisten.

(KNA)

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