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Künstler unterstützen NS-Dok
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07.09.2018

Benefizaktionen für das NS-Dokumentationszentrum in Köln "Erlebnis Demokratie"

Das deutschlandweit einzigartige NS-Dokumentationszentrum in Köln ist stark nachgefragt. Nun soll es ausgebaut werden. Doch die Mittel sind knapp. Deshalb hat sich das Museum etwas Besonderes ausgedacht...

Mehr als 2.200 Führungen im Jahr werden durch die engen Räume des ehemaligen Gestapo-Hauptquartiers geführt. Es fehlt an Räumen, um über das Erlebte zu erzählen und Eindrücke zu vertiefen. Deshalb hatte der Rat der Stadt Köln im Dezember letzten Jahres den Ausbau des NS-Dokumentationszentrums zu einem "Haus für Erinnern und Demokratie" beschlossen.

Ab kommendem Jahr kann das Team vom NS-Dok die dritte und vierte Etage nutzen und zu einem erlebnisorientierten Bildungsort ausbauen.

Junges Museum inklusive "Erzählcafés" 

Vor allem junge Menschen sollen für das Abenteuer Demokratie auf einer fiktiven Insel gewonnen werden. "Tristan da Cunha" heißt sie – nach der entlegensten bewohnten Insel im Atlantischen Ozean.

Spielerisch sollen junge Besucher als letzte Überlebende nach einer globalen Katastrophe eine demokratische Gesellschaft entwickeln. Dazu gehören auch Diskussionen um die Verteilung von Nahrung oder die Organisation von Arbeit, Wohnen oder Sicherheit.

Ein Junges Museum mit drei "Erzählcafés" für Nachbesprechungen und vertiefende Arbeit soll entstehen. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das Geld kostet. Um Spenden zu generieren, hat das NS-Dok zahlreiche verschiedene Benefizaktionen entworfen.    

"Von den Sofas erheben und Farbe bekennen"

Alle kölschen Musikgruppen mit Rang und Namen machen mit und treten ohne Honorar auf – Bands wie die Bläck Fööss, Cat Ballou, Höhner, Paveier, Brings oder Miljö. Sie alle sehen die Notwendigkeit, angesichts der rechtsradikalen Aufmärsche demokratische Werte ins Bewusstsein der Menschen zu bringen.

Bömmel Lückerath von den Bläck Fööss ist es ein gesamtgesellschaftliches Anliegen: "Gerade in der heutigen Zeit kann nicht oft genug betont werden, welche Katastrophe die Rechten über uns gebracht haben und jetzt vielleicht wieder über uns bringen. Ich sehe da schon eine gewisse Gefahr. Jeder sollte Stellung beziehen und erklären, wie gefährlich das Ganze ist." Die Bläck Fööss mit ihrem Konzert bilden den Auftakt am Sonntagabend im NS-Dok.

Auch für Hannes Schöner von den Höhnern ist die Arbeit des NS-Dokumentationszentrum sehr wichtig: "Es macht mir Sorgen, dass die politische Kultur verroht ist, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Insofern ist auch der Aufruf des jetzigen Außenministers Maas sehr gut, dass wir uns alle von den Sofas erheben und Farbe bekennen müssen."

"Nazis sind nicht vom Himmel gefallen"

Für den Musiker und Zigeuner Markus Reinhardt hat es einen persönlichen Wert, das NS-Dokumentationszentrum mit einem Konzert zu unterstützen: "Das gibt uns einen gewissen Stolz, dass wir dazugehören, dass wir wichtig sind. Die meisten, wenn sie etwas von uns mitkriegen, bekommen immer negative Informationen. Wenn wir auf die Menschen zugehen, sie uns kennenlernen, dann verlieren sie vielleicht die Angst".

Neben den bekannten Musikgruppen engagieren sich auch Autoren wie der Krimiautor Volker Kutscher, der seinen Kommissar Rath im Berlin der 1930er Jahre ermitteln lässt. Kutscher, der eine Lesung halten wird, erinnert daran, dass "die Nazis nicht vom Himmel gefallen sind". Es seien "normale Menschen" gewesen, "die zu Nazis geworden sind".

Auch Kabarettisten wie Wolfgang Schmickler, Fatih Cevikollu oder auch die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano mit der Microphone Mafia-Band sind dabei.

Bethe-Stiftung verdoppelt Einnahmen und Spenden

Alle Einnahmen aus den Benefizkonzerten werden von der Bethe-Stiftung verdoppelt. Auch für Einzelspenden bis 2.000 Euro zwischen dem 7. September bis 7. Dezember legt das Stifterpaar den gleichen Betrag drauf.

Fazit: Der Ausbau des NS-Dokumentationszentrums in Köln findet große und breite bürgerschaftliche Unterstützung.

Birgitt Schippers
(DR)

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