Zentralmoschee in Köln
Zentralmoschee in Köln
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet

19.05.2018

Laschet: "Ditib muss zu einer deutschen Institution werden" Islamverbände müssen Weg zu staatlicher Anerkennung gehen

Für eine Anerkennung muslimischen Lebens in Deutschland – so wie es sie für Kirchen und jüdische Gemeinschaften gibt. Das hat NRW-Ministerpräsident Laschet gefordert. Der Weg dahin sei aber lang, mühevoll und verlange einen Wandel der Islamverbände.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Türkisch-Islamische Union (Ditib) aufgefordert, sich aus ihrer direkten Abhängigkeit vom türkischen Staat zu lösen und zu einer deutschen Institution zu werden. Dieser Wandel sei nötig, um zu einem anderen Finanzierungssystem des größten Moscheeverbands in Deutschland zu kommen, sagte Laschet dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Dann werden auch die Imame auf Dauer hier ausgebildet."

Laschet plädierte für eine "Anerkennung muslimischen Lebens in unserer säkularen Gesellschaft in ähnlicher Form, wie wir sie bei den christlichen Kirchen und den jüdischen Gemeinschaften im Staatskirchenrecht verankert haben". Es sei richtig, dass der Staat überlege: "Wie können wir muslimischen Religionsunterricht ermöglichen, wie kann eine islamische Wohlfahrtspflege aufgebaut werden, wie ist kultursensible Altenpflege machbar?" Diese Themen seien eine Aufgabe der Deutschen Islamkonferenz.

Es braucht Geduld

Den Weg zu einer staatlichen Anerkennung muslimischer Verbände bezeichnete Laschet als nötig, aber lang und mühevoll: "Wir brauchen eine Menge Geduld mit einer neuen Religionsgemeinschaft. Die katholische Kirche hat 50 Jahre gebraucht." Der stellvertretende CDU-Vorsitzende erinnerte daran, dass die Ditib vor Jahrzehnten "mit viel Geld aus Ankara" die seelsorgliche Betreuung türkischer Gastarbeiter in Deutschland übernommen habe. "Das muss man anerkennen."

Durch die jüngste Entwicklung in der Türkei habe dieses Engagement jedoch eine politische Dimension angenommen, die der deutsche Staat nicht akzeptieren könne: "Es kann nicht toleriert werden, wenn Menschen aus Moscheen heraus ausspioniert werden oder sich die Ditib im türkischen Wahlkampf parteipolitisch betätigt."

Streit um Ditib

Mehrere Ditib-Imame sollen Informationen über Anhänger der Gülen-Bewegung gesammelt und an die Türkei weitergegeben haben. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan macht die Gülen-Bewegung für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich.

Wie künftig der islamische Religionsunterricht in NRW organisiert wird, ließ Laschet offen. Im kommenden Jahr endet der 2012 gestartete Modellversuch. Weil es keine islamische Religionsgemeinschaft als Ansprechpartner gibt, bestimmt dabei ein achtköpfiger Beirat die Lerninhalte. Das Gremium besteht zur Hälfte aus Vertretern, die das Schulministerium im Einvernehmen mit den islamischen Verbänden bestimmt. Auf die Frage, wie es nach Auslaufen dieser Regelung 2019 weitergehe, sagte Laschet lediglich: "Dafür werden wir eine Lösung erarbeiten."

Ingo Lehnick
(epd)

Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube

DOMRADIO.DE überträgt alle Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube und Periscope.

DOMRADIO hören

Laden Sie sich unsere App herunter – kostenlos in den Stores. DOMRADIO hören Sie auch übers Internetradio, Smartspeaker, andere gängige Radio-Apps, in Köln auf UKW 101,7, in Berlin/Brandenburg über DAB+ und natürlich auf DOMRADIO.DE.

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Podcast: Der Morgenimpuls von Schwester Katharina

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

WBS-Weggeleit

Messenger-Gemeinde

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

 03.06.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Diskussionen um Trumps Bibel-Foto
  • Tag des Fahrrades
  • "Kirchendude" als Influencer für Gott
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • 60Sekundenkirche
  • Italien öffnet seine Grenzen
  • Domführungen starten wieder
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • 60Sekundenkirche
  • Italien öffnet seine Grenzen
  • Domführungen starten wieder
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Warum wählen gläubige Christen Trump?
  • Kirchenmusiker komponiert Corona-Lied
  • Wie geht es Auslandsstudierenden in der Corona-Krise?
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Warum wählen gläubige Christen Trump?
  • Kirchenmusiker komponiert Corona-Lied
  • Wie geht es Auslandsstudierenden in der Corona-Krise?
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Domführungen im Kölner Dom
  • Ausländische Studierende in der Krise
  • Was Kinder über Politik denken
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…