Basilika St. Lambertus weithin bekannt als "der Immerather Dom"
Steht nicht mehr: der "Immerather Dom"
Kardinal Woelki spricht ein Wort des Dankes
Kardinal Woelki

15.02.2018

Kardinal Woelki zur Aufgabe von Kirchengebäuden "Wir müssen eine Priorisierung vornehmen"

Nicht alle Kirchen werden in Zukunft erhalten bleiben können: Kardinal Woelki mahnte beim "Aschermittwoch der Künstler" trotzdem einen verantwortungsvollen Umgang mit Kirchengebäuden an.

"Wir müssen unsere Kirchen neu entdecken und die Menschen neu verorten. Denn wir sind auch eine Kirche für Suchende, die Gott begegnen wollen." In seinen Dankesworten an die Veranstalter am Ende der Akademie zum "Aschermittwoch der Künstler" im Kölner Maternushaus gestand Erzbischof Kardinal Rainer Woelki ein, "angesichts des Erbes, das uns auch in unseren Kirchenräumen anvertraut ist, vor einer ganz großen Herausforderung zu stehen". Beispiele wie die "Digital-Church" in Aachen, die aus der ehemals katholischen Kirche St. Elisabeth hervorgegangen ist und sich nun ganz säkular zu einem digitalen Zentrum und bundesweiten Referenzprojekt für die Entwicklung neuer Co-Working-Konzepte entwickelt hat, oder aber auch der Umgang der Niederlande mit manchem einstigen Sakralbau machten ihn betroffen, sagte Woelki. Umso mehr sei eine große Verantwortung gegenüber Kirchen als Kulturgut, aber vor allem auch als Stein gewordener Glauben angesagt, mahnte der Bischof vor rund 300 Kulturschaffenden, die sich zu dieser traditionellen Begegnungsveranstaltung zwischen Kirche und Kunst zusammengefunden hatten.

Trotzdem dürfe er als Bischof, der auch die Kosten für die Instandhaltung im Blick behalten müsse, keine leichtfertigen Entscheidungen treffen. "Ich stehe dafür, dass wir eine Kirche im Wachstum sind und dass Christus berührbar ist", betonte er. "Es gibt uns, damit wir uns zu seinen Jüngern machen lassen. In seine Nachfolge sind wir gerufen. Und dem hat sich alles unterzuordnen, weil ich glaube, dass Christus heilsnotwendig ist. Das ist für mich das Entscheidende", argumentierte Woelki in seinem Statement zum Thema "Nutzen der Umnutzung sakraler Gebäude". "Wir müssen eine Priorisierung vornehmen und ausloten, wie viel uns diese Jüngerschaft wert ist, und uns auch von Immobilien trennen, wo notwendige Entscheidungen anstehen." Natürlich kämpfe er dafür, möglichst viele Kirchen offen halten zu können. "Das aber setzt voraus, dass wir bereit sind, sie mit Leben zu füllen."

Mut für neue Wege

Woelki forderte seine Zuhörer dazu auf, die diakonische Dimension auf eine ganz neue Weise zu denken und damit der diakonischen Berufung der Kirche gerecht zu werden, um auch in nicht mehr regelmäßig genutzten Kirchenräumen nach wie vor Gottesbegegnung zu ermöglichen. "Wir werden Schwerpunkte setzen müssen und sorgsam überlegen, wovon wir uns trennen können", betonte Woelki. Es gehe um die Frage nach der Verhältnismäßigkeit: "Wie viel investieren wir in die Steine und wie viel in die lebendigen Menschen?"  Trotzdem sollten auch zunehmend leerer werdende Kirchenräume als Chance begriffen werden und nicht als Last." Doch brauche es Mut, um neue Wege zu gehen.

Als Beispiel für einen solchen neuen Weg führte der Kardinal eine alternative Wortgottesdienstform in Düsseldorf-Benden an. Dort finden seit einiger Zeit auf Initiative des Pfarrgemeinderates sogenannte Update-Gottesdienste statt. In St. Maria wird mit einer neuen Form, mit sich, der Gemeinschaft und mit Gott in Kontakt zu kommen, experimentiert. Die Anregungen dazu haben sich kleine Teams des PGRs in anderen Gemeinden und in (freien) Kirchen geholt, um daraus ein sehr individuelles Gottesdienst-Konzept zu erstellen. Dabei gibt es durchaus bekannte Elemente, wie Fürbitten, das Vaterunser und den Segen, doch werden sie in einen erlebnisreichen Mix aus Konzert, Predigt und Gespräch eingebunden. Anders als in "normalen" Gottesdiensten hält beispielsweise ein Willkommens-Team aus jungen Leuten die Tür auf, begrüßt die Besucher und wartet mit einer kleinen Bewirtung im Eingangsbereich auf. Ankommen, den Alltag der Arbeitswoche erstmal sacken lassen – das ist die Devise. Und natürlich geht es auch hier vor allem um Gemeinschaft – aber eben schon weit vor Beginn des eigentlichen Gottesdienstes. Andere Elemente sind eine besonders rhythmische Musik, ungewohnte Beleuchtung und zusätzliche Angebote wie beispielsweise ein Kurzfilm. Trotzdem – und das ist allen wichtig – stehen die Botschaft Gottes und ihre Verkündigung im Zentrum.

Beatrice Tomasetti
(DR)

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