Im Zentrum der Installation steht die Imad-Madonna aus dem 11. Jahrhundert
Im Zentrum der Installation steht die Imad-Madonna aus dem 11. Jahrhundert
Diözesanmuseum in Paderdorn
Diözesanmuseum in Paderdorn
Der Münchner Künstler Christoph Brech
Der Künstler Christoph Brech
Christoph Brech, Montsalvat (2012)
Christoph Brech, Montsalvat (2012)

14.10.2017

Werke von Brech im Diözesanmuseum Paderborn "Sakrale Kunst braucht die Stille"

Der Künstler Christoph Brech ist für seine Foto- und Videoinstallationen bekannt. In seiner aktuellen Ausstellung im Diözesanmuseum Paderborn zeigt er neue Werke mit religiösem Bezug - etwa Marienskulpturen - und lädt zum Innehalten ein. 

"More than Rome" heißt die neue Ausstellung mit Arbeiten des Münchner Foto- und Videokünstlers Christoph Brech im Paderborner Diözesanmuseum, die seit Donnerstag eröffnet ist. Rund 50 Werke des international bekannten Künstlers werden in ausgewählten Stücken der Museumssammlung gegenübergestellt.

Raum für eigene Interpretationen

Gezeigt werden bestehende Werke und neue Installationen, die Brech eigens für die neue Ausstellung konzipiert hat. Er verbindet seine Werke dialogisch mit Museumsobjekten aus unterschiedlichen Zeiten und Kontexten. Darunter sind etwa mittelalterliche Skulpturen, Gemälde, Goldschmiedekunst und Grafiken. Für Christoph Brech ist dieser Dialog "immer spannend".

Seine "offenen" Videos ließen beim Betrachter viel Raum für eigene Interpretationen und im Dialog mit den Ausstellungsobjekten des Museums würden sie auch eine neue Sicht auf Bekanntes ermöglichen. In der Ausstellung werden Themen wie "Fragmentierung-Versehrtheit-Rekonstruktion" behandelt sowie "Zerstörung-Tod-Endzeit" oder "Zyklen des Lebens".

Ausstellungsbereich zum Marienleben

Christoph Brech sieht in Darstellungen des Leidens Christi oder in Marienbilder einen starken Gegenwartsbezug, den er mit seinen Videoarbeiten beleuchtet. Ein eigener Ausstellungsbereich widmet sich darüber hinaus dem Marienleben. Hier stehen etwa Leuchtkästen mit Bildern des abnehmenden und zunehmenden Mondes unterschiedlichen Marien-Skulpturen gegenüber. "Atemphasen" nennt Christoph Brech seine Mondbilder.

Musik hat in den Werken von Brech einen hohen Stellenwert. So zeigt er am Beginn der Ausstellung in seinem Video "Monsalvat" ein Schwanenballett bei eisiger Kälte in Berlin. Unter Straßenlärm mischt sich zunächst ganz leise das Vorspiel zu Richard Wagners "Lohengrin" und wird zum Ende des Films immer deutlicher. Für Brech ein guter Einstieg, den Alltag mit dem Straßenlärm hinter sich zu lassen und sich ganz auf die andere Realität im Schutzraum Museum einzulassen.

Blick eines Entdeckers

Für Brech hat auch Stille und Innehalten eine große Bedeutung. "Ich finde, die Aufenthalte in Museen, gerade wenn es um sakrale Kunst geht, brauchen die Stille. Und in den Videoarbeiten, wenn man sie von Anfang bis Ende ansieht, wird man ruhig werden." Brech habe den Blick eines Entdeckers, so Museumsdirektor Christoph Stiegemann.

Oft setze er Unscheinbares oder Übersehenes mit starken und überraschenden Bildern in Szene. "Wir haben Christoph Brech eingeladen, das ganze Haus zu bespielen, weil wir gesehen haben, auf welche beeindruckende Weise seine zeitgenössischen Arbeiten neue Wahrnehmungsebenen für alte Kunst schaffen können", so Stiegemann.

Die Ausstellung "More than Rome. Christoph Brech im Dialog mit der Sammlung des Diözesanmuseums" in Paderborn geht noch bis zum 1. Juli 2018.

Christoph Brech

Brech, 1964 in Schweinfurt geboren, studierte von 1989 bis 1995 Malerei bei Franz B. Weißhaar an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seine Werke finden sich in renommierten Sammlungen. Dazu gehören das Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main, die Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden und die Vatikanischen Museen in Rom.

2011 waren zwei seiner fotografischen Werke Teil einer von renommierten Künstlern aus aller Welt gestalteten Kunstausstellung zum 60-jährigen Priesterjubiläum des inzwischen emeritierten Papstes Benedikt XVI.

Birgitt Schippers
(dr)

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