Feuerwerk über dem Petersplatz im Vatikan
Feuerwerk über dem Petersplatz im Vatikan
Gut gelaunter Papst Franziskus
Statt Urlaub, bleibt der Papst lieber im Vatikan
Italiens Schulkinder genießen die Ferien am Strand
Italiens Schulkinder genießen die Ferien am Strand

15.08.2017

Italien feiert Ferragosto am heißesten Tag des Jahres Ab ans Meer!

Was macht eigentlich der Papst heute? In Italien wird nämlich nicht nur Mariä Himmelfahrt, sondern auch Ferragosto gefeiert. Mit Feuerwerk und ganz speziellem Festtagsmenü genießen die Römer den Feiertag, berichtet Radio Vatikan.

domradio.de: Auch die Italiener feiern am 15. August das Hochfest Mariä Himmelfahrt. Vor allem, aber ist an diesem Tag: Ferragosto. Was steckt dahinter?

Christine Seuss (Radio Vatikan): Einfach gesagt, ist es die Urlaubszeit schlechthin in Italien. Rund um diesen Tag, also um den 15. August, steht in Italien das öffentliche Leben so gut wie still. Alle Italiener sind eigentlich entweder am Meer oder in den Bergen. Und an dieser Ferienzeit wagt auch niemand zu rütteln. Ferragosto gibt es übrigens schon seit den antiken Römern. Denn der Name Ferragosto leitet sich ab vom lateinischen "feriae augusti", mit dem der römische Kaiser Augustus im Jahr 18 v. Chr. bereits bestehende Erntedankfeste abrundete. Ursprünglich wurde das Fest am ersten August gefeiert. Dann konnten sich die antiken Römer zusammen mit anderen Festtagen bis zu zwei Wochen lang ausruhen. Erst die katholische Kirche hat diese heidnischen Festtage assimiliert und auf den 15. August gelegt, der seit dem 5. Jahrhundert der Jungfrau Maria gewidmet ist.

domradio.de: Wie sieht es an Ferragosto in den großen Städten aus – zum Beispiel in Rom?

Seuss: Bei uns in Rom ist es herrlich! Ich sage immer, in Rom müsste das ganze Jahr über Ferragosto sein. Wo man sonst Stunden im Verkehr steht, kommt man nun blitzschnell überall hin. Man hat das Gefühl, dass die Stadt viel kleiner als normal ist. Also, bis auf ein paar Touristen ist wirklich kaum einer in der Stadt. Vor ein paar Jahren war es auch noch üblich, dass wirklich alles geschlossen hatte. Man hat also kaum ein offenes Geschäft oder Restaurant gefunden. Das hat sich ein wenig geändert, denn die Touristen sind ja trotzdem da. Aber es sind wirklich auch fast nur die – und so ein paar Glückliche wie wir, die halt trotzdem arbeiten müssen.

domradio.de: Wie verbringen die Italiener klassischerweise diesen Tag?

Seuss: Vor allem die jungen Leute verbringen die Nacht von Ferragosto am Strand mit Lagerfeuer und Picknick. Das finde ich ja eigentlich sehr sympathisch und habe es oft genug selbst gemacht. Was natürlich nicht so sympathisch ist, dass man am nächsten Tag durch den Müll am Strand zum Meer gehen muss. Außerdem werden traditionell Familien-Ausflüge gemacht, auch mit Picknick, oder man trifft sich mit Freunden oder der Familie zum Mittagessen. An sehr vielen Orten gibt es dann abends ein großes Feuerwerk.

domradio.de: Und was steht dann als typisches Ferragosto-Menü auf dem Tisch?

Seuss: Naja, in Italien hält ja jede Region besonders viel auf die eigenen Traditionen, so dass es schwierig ist, für alle zu sprechen. Ein altes Sprichwort sagt, an Ferragosto isst man gebratene Tauben. In vielen Gegenden stehen dann auch tatsächlich Tauben oder zumindest Geflügel auf dem Speiseplan. In Rom zum Beispiel essen viele Familien ein gebratenes Huhn mit Paprika und auch Innereien.

domradio.de: Und Papst Franziskus? Wie verbringt er diesen Tag?

Seuss: Was Papst Franziskus essen wird, weiß ich leider nicht. Er verbringt die Tage um Ferragosto auch nicht in Castel Gandolfo wie seine Vorgänger. Sondern er spricht das Angelus auf dem Petersplatz. Die Entscheidung nicht nach Castel Gandolfo zu fahren, hatte er schon im zweiten Pontifikatsjahr getroffen. Er hat sogar den Apostolischen Palast in Castel Gandolfo für Besucher geöffnet, als ein klares Statement, dass er nicht vorhat, dort jemals irgendeine Art von Ferien zu verbringen. Überhaupt lebt er ja sehr asketisch und arbeitsam. Ob er nach dem heutigen Angelus dann ausruht oder gleich weiterarbeitet, das wissen wir leider nicht.

domradio.de: Ist Ferragosto 2017 noch einmal anders als in anderen Jahren – angesichts der Tatsache, dass es monatelang nicht geregnet hat, die Temperaturen extrem hoch sind und das Wasser knapp geworden ist?

Seuss: Nein, eigentlich nicht. Es ist wirklich heiß und trocken bei uns in Rom, aber in anderen Teilen Italiens ist es ja zu richtigen Regenstürzen gekommen. Am Wochenende gab es hier zumindest eine kleine Auffrischung. Wir hatten sogar auf ein bisschen Regen gehofft, aber außer ein paar Tröpfchen ist leider nichts runter gekommen. Jetzt soll es wieder genauso heiß werden, wie in den Tagen davor. Ich könnte mir nur vorstellen, dass bei Lagerfeuern in den trockenen Gebieten ziemlich schnell die Polizei oder die Feuerwehr ausrückt. Hoffentlich wird mit den Feuerwerken nicht irgendetwas in Brand gesetzt, aber ich glaube nicht, dass die Hitze im Süden Italiens irgendwas an der Urlaubs- und Feierlaune der Italiener trüben wird.

Das Interview führte Silvia Ochlast.

(dr)

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