Erinnerungsstätte "Topographie des Terrors"
Erinnerungsstätte "Topographie des Terrors"

05.07.2017

"Topographie des Terrors" informiert seit 30 Jahren zu NS-Tätern Wo die Schreibtische der Massenmörder standen

Die Massenverbrechen der Nationalsozialisten wurden von Berlin aus gesteuert. Am Ort der Täter bilanziert die Dokumentationsstätte "Topographie des Terrors" seit 30 Jahren die Folgen des Gewaltregimes - und ist ein Besuchsmagnet.

Rund 1,3 Millionen Besucher zählte die Dokumentationsstätte auf dem Gelände der früheren Terrorzentrale der Nationalsozialisten allein im vergangenen Jahr. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens zollte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) der Einrichtung an diesem Mittwoch großes Lob. Mit ihren Ausstellungen und Vorträgen setze sie "als Erinnerungs- und Lernort Maßstäbe".

Das Topographie-Gelände liegt im Stadtzentrum, nur wenige hundert Meter südlich des Hochhaus-Ensembles am Potsdamer Platz. Gegenüber dem Bundesfinanzministerium, dem früheren NS-Luftfahrtministerium, befanden sich Zentralstellen von SS, Gestapo und weiteren Organisationen des Regimes. In den Kellergefängniszellen, die heute wieder sichtbar sind, wurden politische Häftlinge verhört und gefoltert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die teilweise noch erhaltenen Bauten abgerissen, das Areal planiert und einer Bauschuttverwertungsfirma überlassen. Die Berliner Mauer unmittelbar am Rande des Geländes trug dazu bei, dass dessen Geschichte immer mehr verdrängt werden konnte.

Bürgerinitiative und Wettbewerbe

Der erste Anlauf für ein Dokumentationszentrum seitens des Senats kam Anfang der 1980er Jahre, nachdem eine Bürgerinitiative die Geschichte des Ortes wieder in Erinnerung gerufen hatte. Die Landesregierung lobte einen Wettbewerb zur Gestaltung des Geländes aus, der prämierte Entwurf wurde aber nicht verwirklicht. An seiner Stelle entstand 1987 im Rahmen der 750-Jahr-Feier Berlins eine provisorische Ausstellungshalle mit Informationen zu den freigelegten Gebäuderesten. Die historischen Kellerfundamente sind ebenfalls in den Ausstellungsrundgang einbezogen.

Rund zehn Jahre später startete der Senat einen neuen Wettbewerb. Prämiert wurde das ambitionierte Konzept des Schweizer Architekten Peter Zumthor. Nachdem der Kostenrahmen von damals 38 Millionen Euro nicht einzuhalten war, wurde der schon begonnene Bau abgerissen. Ein weiterer Anlauf wurde genommen und neuer Bauherr auf Bitten des Landes Berlins der Bund.

Kubischer Bau

Nach dem Entwurf des Berliner Architektenbüros Heinle, Wischer und Partner entstand ein kubischer Bau, der die historische Stätte bewusst nicht dominiert. Die Kosten betrugen gut 22 Millionen Euro, für die neue Dauerausstellung waren es zudem weitere 4 Millionen. Die Dokumentationsstätte finanzieren der Bund und das Land Berlin zu gleichen Teilen.

Der Direktor der Topographie-Stiftung, Andreas Nachama, hob das "bürgerschaftliche Engagement" hervor, das am Anfang des Projekts stand. Dies habe zu einem der ersten Gedenkorte an die NS-Zeit in West-Berlin geführt. Dort werde Geschichte nun bewusst "nicht inszeniert", sondern darüber mit Hilfe von Dokumenten möglichst sachlich informiert.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) betont die wachsende Bedeutung solcher Einrichtungen. Es gebe "immer weniger Zeitzeugen, die uns von Terror und Unterdrückung der nationalsozialistischen Diktatur berichten können". Zugleich seien "Demokratie, Freiheit und Rechtsstaat keine Selbstverständlichkeiten". So müssten sie heute gegen den "akuten Rechtspopulismus" verteidigt werden.

Gregor Krumpholz
(KNA)

Kölner Ministrantenwallfahrt 2018

Rund 2.400 Messdienerinnen und Messdiener aus dem Erzbistum Köln besuchen zur diesjährigen Ministrantenwallfahrt Rom. Noch bis 20. Oktober wollen sie unter dem Motto "Felsenfest" ihren Glauben stärken.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

DOMRADIO in Berlin und Brandenburg

Ab sofort auf DAB+ auch in Berlin und Brandenburg: Das Kölner DOMRADIO!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 20.10.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Zwischen Rüdnitz und Danewitz in Brandenburg - Allee des Jahres 2018
  • Tag des Grabsteins
10:15 - 10:20 Uhr

Alle Wetter!

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Thema im Bundestag: Religionsfreiheit
11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Thema im Bundestag: Religionsfreiheit
Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Symbolbild: Engel
    21.10.2018 07:10
    WunderBar

    Engelmafia reloaded

  • Markusevangelium
    21.10.2018 07:50
    Evangelium

    Mk 10,35–45

  • Kugelblitz von Widecombe
    21.10.2018 09:10
    Anno Domini

    Blitzeinschlag in Widecombe-in...

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen