Eröffnung der Elbphilharmonie
Eröffnung der Elbphilharmonie

12.01.2017

Hamburger Elbphilharmonie feierlich eröffnet "Juwel der Kulturnation Deutschland"

Bundespräsident Gauck sprach von einem "schwebenden Glaskristall", der sonst so nüchterne Bürgermeister Scholz von einer "Sinfonie aus Stein und Glas". Am Mittwochabend wurde die Hamburger Elbphilharmonie eröffnet.

Knapp zehn Jahre wurde in der Hamburger Hafencity an dem neuen Wahrzeichen gebaut: Mit einem Festakt ist am Mittwoch die Elbphilharmonie eröffnet worden. Bundespräsident Joachim Gauck nannte das spektakuläre Konzerthaus ein "Juwel der Kulturnation Deutschland". Dieses "Amphitheater der Tonkunst" sei ein Bau, "der unserer offenen Gesellschaft entspricht", sagte er vor über 2.000 Gästen, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Mit dem neuen Haus sollten auch Menschen erreicht werden, die bisher nicht in Konzerte gehen, sagte Gauck: "Und es muss gelingen, junge Menschen für klassische Musik zu begeistern."

Das NDR Elbphilharmonie-Orchester unter Leitung von Thomas Hengelbrock spielte im Rahmen einer musikalischen Reise durch die Musikgeschichte unter anderem Werke von Brahms, Beethoven und Mendelssohn-Bartholdy. Highlight war die Uraufführung von Wolfgang Rihms eigens für diesen Anlass komponiertes Stück "Reminiszenz".

Eröffnung um eine halbe Stunde verschoben

Ein Schneetreiben in Berlin hatte dafür gesorgt, dass Gauck und Merkel nicht rechtzeitig nach Hamburg kamen und die Eröffnung um eine halbe Stunde verschoben werden musste. Auch wurde Sopranistin Camilla Tilling am Tag der Eröffnung krank. Für sie wurde Hanna-Elisabeth Müller kurzfristig eingeflogen.

Die Elbphilharmonie soll nach den Worten von Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) ein "offenes Haus" für alle Bürger sein. Jeder Hamburger Schüler sollte sie einmal besuchen, Kultur halte eine zivilisierte Gesellschaft im Kern zusammen, sagte Scholz und sprach von der Elbphilharmonie als einer "Sinfonie aus Stein und Glas." Generalintendant Christoph Lieben-Seutter nannte das Konzerthaus "das schönste Schiff, das nie in See stechen wird".

Während aus der Kulturszene und den Parteien fast nur positive Stimmen zur Eröffnung zu hören waren, übte die Linke harsche Kritik. Die Elbphilharmonie sei ein "marktkonformes Imponier-Projekt" für Touristen, sagte der Kulturexperte Norbert Hackbusch.

Stadtteilkultur, Bürgerhäuser, freie Kulturszene und Museen in Hamburg seien dagegen ausgezehrt. Die luxuriöse Eröffnung sei das "i-Tüpfelchen auf der irren Verschwendungs-Geschichte". Der Bund der Steuerzahler dagegen attestierte der Stadt, aus der Kostensteigerung der Elbphilharmonie gelernt zu haben.

Bauphase mit Pannen und hohen Kosten

Der Bau der Elbphilharmonie war begleitet von zahlreichen Pannen. Als 2006 der Bauantrag gestellt wurde, lagen die veranschlagten Kosten bei rund 240 Millionen Euro. Zwischendrin stockte der Bau mehrfach wegen Unstimmigkeiten zwischen Architekten, dem Bauherren und der Baufirma. Nach Abschluss aller Arbeiten waren die Kosten auf 789 Millionen Euro gestiegen.

In der Umgebung des Konzerthauses galten während der Eröffnung strengste Sicherheitsvorkehrungen. Die anliegenden Straßen waren seit dem frühen Nachmittag mit Betonpollern gesperrt. Am Abend gab es trotz heftigen Schneeregens an der Außenfassade der Elbphilharmonie eine Lichtinszenierung, die mit Dutzenden von Lasern die musikalischen Klänge von innen synchron in optische Signale nach draußen übertrug.

Der große Konzertsaal der 110 Meter hohen "Elphi" hat 2.100 Plätze, der kleine Saal bietet über 500 Besuchern Platz. 1.000 der über 2.000 Plätze waren verlost worden. Beworben hatten sich dafür 223.000 Teilnehmer aus 73 Ländern. Auch das Interesse am weiteren Musik-Programm ist außergewöhnlich groß. Für die Veranstaltungen im ersten Halbjahr standen knapp 500.000 Karten zur Verfügung, die bereits seit Wochen vergriffen sind.

Im achten Obergeschoss des Gebäudes befindet sich auf rund 37 Metern Höhe die "Plaza". Von einem Umgang im Freien bieten sich dem Besucher spektakuläre Blicke auf die Hamburger Innenstadt, die Elbe, den Hafen und die Hafencity. Zum Gesamtkomplex gehören auch ein Fünf-Sterne-Hotel, gastronomische Einrichtungen und ein Parkhaus.

(epd)

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