Frankfurter Buchmesse
Frankfurter Buchmesse
Konrad Höß
Konrad Höß

20.10.2016

Experte über religiösen Buchmarkt und konfessionelle Verlage "Mir fehlt eine Kommunikationsstrategie"

Seit Jahren mit auf der Frankfurter Buchmesse dabei ist der Katholische Medienverband. Im Interview spricht dessen Geschäftsführer Konrad Höß über Christen und die Welt, über Bestseller und Umbrüche in der Branche.

KNA: Benedikt XVI., Margot Käßmann und der Dalai Lama - sie alle stehen derzeit in den Bestseller-Listen. Scheint ganz gut zu laufen, das Geschäft mit religiösen Büchern.

Konrad Höß: Wir spüren in der Tat ein großes Interesse in der Bevölkerung für die Themen Sinn, Sinnsuche, Spiritualität und religiöse Fragestellungen - und auch durchaus Konkurrenz von Unternehmen, die bisher nicht der konfessionellen Medienszene zuzurechnen waren.

KNA: Aber?

Höß: Auf der anderen Seite gibt es - parallel etwa zur Entwicklung der schwindenden Mitgliederzahlen in den Kirchen oder bei der Zahl der Gottesdienstbesuchern - eine große Skepsis gegenüber der verfassten Religion und kirchlichen Themen im engeren Sinne.

KNA: Wie reagieren die Anbieter, die Mitglieder Ihres Verbandes, auf diese gegenläufigen Entwicklungen?

Höß: Von der klassischen Buchhandlung bis hin zu sehr spannenden Aktivitäten im Bereich E-Medien ist die Bandbreite groß. Allerdings haben diese Angebote, von wenigen Ausnahmen abgesehen, eine eher geringe Reichweite. Sie sind häufig nur im Bereich der Kernzielgruppen unterwegs.

KNA: Es fehlt also an überregionalen Playern wie dem Weltbild-Konzern?

Höß: Meines Erachtens war die Insolvenz von Weltbild ein schwerer Schlag im Buchbereich. Nach drei Jahren zeigt sich deutlich, dass diejenigen Absätze an - religiösen - Büchern, die über Weltbild liefen, nicht über andere Vertriebswege aufgefangen werden. Anders gesagt: Es erreichen entsprechend weniger religiöse Impulse die Menschen draußen. In diesem Zusammenhang halte ich auch den Rückzug der Kirche aus dem Projekt "Christ & Welt" für sehr schmerzlich.

KNA: Aber die "Zeit"-Beilage gibt es weiterhin - nur eben nicht unter dem Dach des Katholischen Medienhauses in Bonn, sondern unter Führung der "Zeit" mit einem Büro in Berlin.

Höß: Und genau das empfinde ich als problematisch. Aus meiner Sicht fehlt da eine erkennbare übergreifende Kommunikationsstrategie kirchlicher Medien - und deswegen sehe ich auch immer weniger Medien mit überregionaler Strahlkraft. Der Katholische Medienverband versucht hier Impulse zu setzen, indem er seit vergangenem Jahr jeweils im November eine Themenkampagne setzt, um auf diese Weise den konfessionellen Medien und Themen eine größere Bühne zu verschaffen. Das ist aber auf jeden Fall noch ausbaufähig.

KNA: Worum geht es da ab diesem November?

Höß: Das Motto heißt "Mein Gott". Und dabei geht es unter anderem darum, wo Menschen heute nach Gott suchen und wo sie ihn finden - mit vielen interessanten Beispielen. Lassen Sie sich überraschen.

KNA: Blicken wir noch einmal auf die Buchneuerscheinungen der vergangenen Monate - was sticht da hervor?

Höß: Wir freuen uns natürlich über jeden Bestseller, der religiöse Fragen gediegen, vielleicht auch mal unterhaltsam erklärt und die Kirche auch mal in einem etwas positiveren Licht erscheinen lässt.

KNA: Zum Beispiel?

Höß: Das Buch des Münchner Pfarrers Rainer Maria Schießler "Himmel, Hergott, Sakrament" oder Peter Seewalds "Letzte Gespräche" mit Benedikt XVI. Ich persönlich fand ganz inspirierend das Buch "Gott los werden?" von Tomas Halik, Anselm Grün und Winfried Nonhoff. Es beschäftigt sich, salopp gesagt, mit der Frage, wer sich auf Gottes Thron setzt, wenn Gott tatsächlich tot sein sollte. Meines Erachtens eine hochinteressante Frage, gerade in der heutigen Zeit.

Das Interview führten Bernd Buchner und Joachim Heinz.

(KNA)

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