Der Berlinale-Palast reflektiert in einer Scheibe
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14.02.2016

Kirchen werben auf Berlinale für Vielfalt des Kinos Dialog zwischen Kirche und Kunst

Kunst und Filmkunst könnten dazu beitragen, den Menschen mit seinen Hoffnungen und Ängsten besser zu verstehen, erklärten die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland am Sonntag beim Ökumenischen Berlinale-Empfang.

Die Kirche und die Filmkunst haben nach den Worten des katholischen Berliner Erzbischofs Heiner Koch das gleiche Anliegen: Auch die Kirche brauche die Kunst, um "die Zeichen der Zeit zu verstehen". Koch erläuterte, dass Kirche und Kunst dabei nicht automatisch gleiche Wahrnehmungen der Wirklichkeit hätten. Es gehe stattdessen um die Notwendigkeit eines Dialogs der unterschiedlichen Sichtweisen.

Diesem Dialog gelte auch die lange Tradition der kirchlichen Filmarbeit: über die Filmkritik, die theologischen Auseinandersetzungen mit dem Medium Film oder über die Einbeziehung von Filmen in Bildungsprozesse. Religion und Kirche könnten Stoff für filmische Auseinandersetzungen mit der Wirklichkeit liefern, ihre Sichtweise könne inspirieren, so Koch. Der Film könne aber auch die Kirche bereichern und ihr Impulse geben.

Potenzial des Kinos

Der Kulturbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, erinnerte daran, dass das kirchliche Engagement für Filmkultur bis in die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurückreiche. Kino könne als "Nachschöpfung der Schöpfung" Abbild der ganzen Welt sein. Die Kirchen seien Liebhaber dieser Vielfalt. Kino dürfe nicht zum "Kartell weniger Starvehikel" verkümmern.

Koch würdigte den neuen Film von Hans Steinbichler "Das Tagebuch der Anne Frank" nach dem Drehbuch von Fred Breinersdorfer. Das Tagebuch der Anne Frank sei ein Werk von zeitloser Gültigkeit, das jede Generation wieder für sich neu entdecken müsse. Mit einer herausragenden Hauptdarstellerin Lea von Acken schaffe es die Neuverfilmung, Jugendlichen von heute Anne Frank nahezubringen, sagte der Erzbischof.

Ökumenische Jury

Präsidentin der Ökumenischen Jury ist die deutsche Fotografin Marisa Winter. Ferner nimmt aus Deutschland der Potsdamer Germanist Hans-Joachim Neubauer teil. Die Jury ehrt Filmschaffende, die in ihren Filmen ein menschliches Verhalten oder Zeugnis zum Ausdruck bringen, das mit dem Evangelium in Einklang steht, oder die es in ihren Filmen schaffen, die Zuschauer für spirituelle, menschliche und soziale Werte zu sensibilisieren. Die internationalen Filmorganisationen der evangelischen und der katholischen Kirchen - Interfilm und Signis - verleihen dabei einen Hauptpreis für einen Film aus dem Wettbewerb sowie je einen mit 2.500 Euro dotierten Preis für einen Film aus der Sektion Panorama und aus dem Programm des Forums.

(KNA)

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