Kurt Masur
Kurt Masur
Trauergottesdienst in der Leipziger Thomaskirche
Trauergottesdienst in der Leipziger Thomaskirche

14.01.2016

Trauergottesdienst für Kurt Masur "Für ihn war Musik Gebet und Gebet gleichsam Musik"

Leipzig war Kurt Masur Heimat geworden. Die Stadt hat ihrem einstigen Gewandhauskapellmeister nicht nur musikalisch, sondern auch durch seine Rolle in der friedlichen Revolution viel zu verdanken. In Leipzig fand er nun auch seine letzte Ruhestätte.

Angehörige und Weggefährten haben in Leipzig Abschied von dem Ende Dezember verstorbenen Dirigenten Kurt Masur genommen. Zum Gedenken in der fast voll besetzten Thomaskirche versammelten sich am Donnerstag auch zahlreiche Vertreter aus Gesellschaft und Politik. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) nannte Masur einen "Weltbürger", dessen Tod eine "große und schmerzliche Lücke" reiße. Masur habe an die Macht der Musik geglaubt und habe durch sein Wirken "wesentlich den Mythos des Gewandhaussounds geprägt".

Die Urne des einstigen Leipziger Gewandhauskapellmeisters sollte nach dem Gottesdienst im engsten Familienkreis am Rande des Künstlerfeldes auf dem Leipziger Südfriedhof beigesetzt werden. Im Gewandhaus wird es am 16. April ein Gedenkkonzert für den langjährigen Chefdirigenten geben. Der 1927 im niederschlesischen Breig geborene Masur war am 19. Dezember im Alter von 88 Jahren in den USA gestorben. Er litt seit Jahren an Parkinson.

Masur leitete mehrere international renommierte Orchester, darunter 26 Jahre lang das Leipziger Gewandhausorchester (1970 bis 1996) sowie die New Yorker Philharmoniker (1991 bis 2002) und das London Philharmonic Orchestra. In Leipzig war er maßgeblich daran beteiligt, dass das Gewandhausorchester 1981 eine neue Spielstätte erhielt. Es war der einzige Konzerthaus-Neubau der DDR. Außerdem war Masur Initiator für die Einrichtung eines Museums zu Ehren Felix Mendelssohn Bartholdys in einem ehemaligen Wohnhaus des Komponisten.

"Symbol für die Kraft des Dialogs"

Oberbürgermeister Jung würdigte am Donnerstag jedoch nicht nur das musikalische und kulturelle Vermächtnis Masurs für Leipzig, sondern auch seine Rolle während der friedlichen Revolution. Im Herbst 1989 gehörte Masur in der DDR zu den Unterzeichnern des Aufrufes "Keine Gewalt", in dem Regime-Gegner und die Polizei zum Gewaltverzicht zugunsten eines konstruktiven Dialogs aufgefordert wurden. Damit half er am 9. Oktober 1989 bei der großen Massendemonstration mit rund 70.000 Menschen einen blutigen Ausgang zu verhindern.

Masur selbst habe nicht gewusst, "wie die Aktion ausgehen" werde, sagte Jung. So hätten auf den Pulten des Orchesters an dem Abend vorsorglich die Noten für einen Trauermarsch gelegen - falls es Verletzte oder gar Tote geben würde. Masur sei nach jenen Tagen "zum Symbol für die Kraft des Dialoges geworden", fügte er hinzu.

Von Konzertsälen zu Kathedralen

Auch Thomaskirchen-Pfarrer Martin Hundertmark ging in seiner Predigt auf Masurs Verdienste um die Menschen ein. Als "unbeirrbarer Humanist" habe Masur an die Menschen und das Gute in ihnen geglaubt, sagte Hundertmark. Die Ereignisse bei der friedlichen Revolution hätten ihn zum Helden gemacht, der er selbst nie sein wollte. Musik habe Masur als seinen Bezug zu Gott gesehen, sagte Hundertmark weiter. "Für ihn war Gebet Musik und Musik gleichsam Gebet". Konzertsäle hätten sich unter ihm in Kathedralen verwandelt.

An dem Trauergottesdienst nahmen am Donnerstag unter anderem der ehemalige Bundesverkehrsminister und einstige Leipziger Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) und der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) teil. Musikalisch umrahmt wurde das Gedenken durch den Thomanerchor und das Gewandhaus-Orchester unter der Leitung von Gotthold Schwarz.

(epd)

Sonderseite zur KirchenMusikWoche im Erzbistum Köln

Konzerte, Gottesdienste, Orgelstunden und Talk: Hier geht es zu unserer Berichterstattung!

Das DOMRADIO.DE WM-Tippspiel

Tippen Sie kostenlos gegen Schwester Katharina die Fußball-WM. Für jeden Mitspieler spenden wir für einen guten Zweck! Den Gewinner erwartet eine Überraschung.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 24.06.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes zur Situation von Flüchtlingskindern in den USA + Deutschland
  • Die Erfindung des Rassismus
07:20 - 07:20 Uhr

WunderBar

07:50 - 07:55 Uhr

Wort des Bischofs

09:40 - 09:45 Uhr

Kirche2Go

10:00 - 12:00 Uhr

DOMRADIO Gottesdienst

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • Nach dem Spiel - Fußballnonne Schwester Katharina Deutschland - Schweden
  • SPD Politikerin Lale Akgün zur Wahl in der Türkei
  • Ein Himmlisches Gefühl - Rückblick auf die Kirchenmusikwoche
  • Erfrischend - Die Bierkultur
10:00 - 12:00 Uhr

DOMRADIO Gottesdienst

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • Nach dem Spiel - Fußballnonne Schwester Katharina Deutschland - Schweden
  • SPD Politikerin Lale Akgün zur Wahl in der Türkei
  • Ein Himmlisches Gefühl - Rückblick auf die Kirchenmusikwoche
  • Erfrischend - Die Bierkultur
12:40 - 12:45 Uhr

WunderBar

16:00 - 17:00 Uhr

DOMRADIO Kopfhörer

17:00 - 18:00 Uhr

DOMRADIO Menschen

17:00 - 18:00 Uhr

DOMRADIO Menschen

18:00 - 20:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

19:50 - 19:55 Uhr

Wort des Bischofs

20:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Musica

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Petra Gaidetzka
    25.06.2018 07:45
    Evangelium

    Petra Gaidetzka

  • Matthäusevangelium
    25.06.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 7,1–5

  • Holocaust-Mahnmal in Berlin
    25.06.2018 09:20
    Anno Domini

    Entscheidung über das Berliner...

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag ab 8 Uhr!

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen