Pop-Oratorium "Luther - das Projekt der tausend Stimmen"
Pop-Oratorium "Luther - das Projekt der tausend Stimmen"

31.10.2015

Pop-Oratorium feierte Premiere in Dortmund "Luther" in Anzug und Kapuzenpulli

Die Welturaufführung ist ein gewagter Spagat: Luther mit Pop-Musik massenwirksam auf die Bühne bringen - und dabei auch Anliegen des Reformators in die heutige Zeit tragen. Für Profi-Sänger wie für den Massenchor eine Herausforderung.

Noch trägt der Mönch Martin Luther einen dunklen Anzug, darunter einen schwarzen Kapuzenpulli. In modernem Gewand betritt der Reformator am Samstag die Bühne der Dortmunder Westfalenhalle. Dort feierte passend zum Reformationstag das Pop-Oratorium "Luther" Weltpremiere - mit zwei Aufführungen, 3.000 Sängern und bis zu 15.000 Besuchern. 

Die Solisten um Luther-Darsteller Frank Winkels probten in den vergangenen 14 Tagen gemeinsam für das bisher größte Projekt der Stiftung Creative Kirche (Witten). Die Inszenierung des historischen Stoffes um Luthers Auftritt 1521 auf dem Reichstag zu Worms, auf dem er seine kirchenkritischen Thesen widerrufen soll, ist eher sparsam: "Es gibt Lichteffekte, nur wenige Requisiten, kein Bühnenbild", erläutert Regisseur Andreas Gergen.

"Kein biografisches Luther-Musical"

Es kommt auf die Präsenz der Solisten an und vor allem auf den großen Chor. "Er ist der Erzähler, die Solisten spielen die Geschichte", sagt Textautor Michael Kunze aus Hamburg. "Diese uralte Form des Oratoriums realisieren wir mit moderner Musik." 18 Monate lang hat Kunze, der 200 Top-Ten-Hits und zahlreiche Musicals textete, gemeinsam mit dem Düsseldorfer Komponisten Dieter Falk an "Luther - das Projekt der 1.000 Stimmen" gearbeitet.

Die Aufführung soll kein biografisches Luther-Musical sein. "Wir wollen die Themen, die in der historischen Figur liegen, in die heutige Zeit tragen", erklärt Kunze den Anspruch. Als Beispiele nennt er die Idee des Individualismus, die Beharrlichkeit Luthers beim Festhalten an dem als richtig Erkannten und seinen Mut gegenüber scheinbar übermächtigen Obrigkeiten. Auch heute gelte es, Haltung zu zeigen gegenüber manchen Trends in Politik, Wirtschaft und Medien.

"Dehmut und Klarheit"

Auch für "Luther" Frank Winkels bedeutet dieses Werk eine besondere Herausforderung. Der Hamburger Musical-Star hat über 13 Jahre Bühnenerfahrung (unter anderem in "Shrek", "Mamma Mia" und "Ich war noch niemals in New York"). Aber mit 3.000 Leuten zu singen, sagt er, sei für ihn bislang einmalig. "Da entsteht eine enorme Energie, die auf uns Darsteller überschwappt. Ich kann nur erahnen, was auf mich zukommt", sagt der 40-Jährige am Rande der Proben.

Zur Vorbereitung auf die Rolle hat Winkels Luther-Biographien gelesen und Hintergrundinformationen im Internet gesucht. "Er war ein Mensch, der extremen Gefühlen ausgesetzt ist", erklärt der Schauspieler und Sänger. Einsamkeit und Zweifel, Demut, aber dann auch Klarheit und Vehemenz: Diese Charakterzüge des Reformators möchte Winkels auf der Bühne glaubhaft verkörpern - und dabei zugleich die Botschaft überbringen, für die der Text des Songs "Selber denken" steht, der das Zeug zu einem Ohrwurm hat.

"Gänsehaut-Momente"

Das Pop-Oratorium soll aber zugleich unterhalten. Rock-, Jazz- und Gospelklänge hat Komponist Falk in das Werk eingebaut - neben dem einen oder anderen "modernisierten" Luther-Choral. "Es gibt wirklich einige Gänsehaut-Momente bei der Aufführung", meint Sigrid Hennig, Chorleiterin der Hamburger "Alsterfrösche".

Die 50 Chormitglieder zwischen neun und 29 Jahren haben von allen Sängern mit die weiteste Anreise nach Dortmund, aber das sei die Sache wert. "Wir möchten das volle Programm erleben", sagt Musikpädagogin Hennig, die auch selbst mitsingt. "Da ist ja nicht nur der Massenchor, auch das große Orchester und die Band."

"Form vom Verkündigung"

Für Matthias Garsche vom Chor "Aufwind" aus Haltern ist auch der "geistliche Impuls" wichtig, der von dem Oratorium ausgehen kann. "Es ist nicht nur ein Spektakel, sondern auch eine Form der Verkündigung", sagt der Leiter des kirchlichen Erwachsenenchors, der mit 35 Frauen und Männern an der Premiere teilnimmt. 

Eine Reihe von Chören - wie etwa die "Alsterfrösche" - war bereits beim ersten gemeinsamen Pop-Oratorium von Dieter Falk und Michael Kunze "Die 10 Gebote" dabei, das 2010 ebenfalls in Dortmund uraufgeführt wurde - damals mit einem 2.000 Stimmen starken Chor. "Nun steigern wir uns nochmals", sagt Ralf Rathmann, Vorstand der Stiftung Creative Kirche. 

Thomas Krüger
(epd)

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