Der "Weltraumstein"
Der "Weltraumstein"

11.08.2015

Astronaut Gerst bringt Stein zurück zum Kölner Dom Anker im Weltraum

ESA-Astronaut Alexander Gerst hat seinen "Weltraumstein" zurück zum Kölner Dom gebracht. Gerst hatte den 96 Gramm schweren Stein aus dem Strebewerk des Doms im vergangenen Jahr in die Internationale Raumstation ISS mitgenommen.

Er übergab den Glücksbringer am Dienstag an Dompropst Gerd Bachner und den stellvertretenden Dombaumeister Peter Füssenich. "Für mich war der Stein ein Anker im Weltraum", erklärte der in Köln lebende Gerst. Der Stein habe ihn bei jedem Überflug an die Domstadt erinnert.

Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD), der das Exemplar seit drei Monaten im Rathaus ausgestellt hatte, sagte: "Jetzt kehrt dieser Stein dorthin zurück, wo er her stammt." Bachner betonte, der Stein komme wie ein Mensch reicher von seiner Reise zurück. Er kündigte an, das Stück von Mittwoch an in der Domschatzkammer zeigen zu wollen. Bachner betonte: "Der Stein aus dem Dom steht ja auch für den Dom als Symbol für Gottes Gegenwart, die wir in der Kathedrale jeden Tag neu erfahren dürfen. Und Jesus Christus hat uns aufgetragen, in aller Welt diese Botschaft des lebendigen Gottes zu verkünden."

Gerst mahnt achtsamen Umgang mit der Erde an

Gerst hatte den 96 Gramm schweren Stein aus dem Strebewerk des Doms im vergangenen Jahr in die Internationale Raumstation ISS mitgenommen und im März an Oberbürgermeister Roters gegeben. Der faustgroße Stein befand sich während der "Blue-Dot-Mission" vom 28. Mai bis 10. November 2014 für 165 Tage, acht Stunden und eine Minute im Weltall - und umkreiste dabei 2.566 Mal die Erde. Die Stadt Köln ist Sitz des Europäischen Astronautenzentrums EAC. Dort werden ESA-Astronauten auf ihre Einsätze im Weltall vorbereitet

"Der Stein war ein sehr wichtiger Gast auf der Raumstation", hatte Gerst bereits im März gesagt. Aus seiner Erfahrung im All mahnte der Geophysiker einen achtsamen Umgang mit dem blauen Planeten und seinen Rohstoffen an. "Es ist unglaublich, wenn man sieht, wie zerbrechlich die Erde ist." Vom Weltraum aus habe er Kriege und Umweltzerstörung beobachtet. "Ich weiß nicht, wie man es erklären kann, dass wir unseren eigenen Planeten zerstören und Kriege führen."

(KNA)

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