Das "Wort zum Sonntag" gibt es seit 60 Jahren
Das "Wort zum Sonntag" gibt es seit 60 Jahren

20.01.2014

Zum 60. Geburtstag erhält das "Wort zum Sonntag" ein Facelifting Stolperstein im Programmfluss

Am 8. Mai 1954 lief erstmals das "Wort zum Sonntag" im damaligen Gemeinschaftsprogramm der ARD. Zu diesem Zeitpunkt gab es gerade einmal 80.000 Fernsehhaushalte. 60 Jahre später gibt es die Sendung immer noch. Fast ein Rekord.

Am Anfang war der Kabelbruch. Das erste "Wort zum Sonntag", das eigentlich am 1. Mai 1954 im damaligen Gemeinschaftsprogramm der ARD gesendet werden sollte, konnte wegen einer technischen Störung nicht übertragen werden. So war es der Hamburger Pastor Walter Dittmann, der am 8. Mai 1954 erstmals das "Wort zum Sonntag" sprach. Er machte das Bild und das damals noch sehr ungewohnte Medium Fernsehen zum Thema - 1954 gab es gerade mal 80.000 Fernsehhaushalte in Deutschland.

60 Jahre später ist das "Wort zum Sonntag" eine der ältesten und bekanntesten Sendungen im deutschen Fernsehen. Nur die "Tagesschau" ist älter, sie startete an Weihnachten 1952. In seinen Anfängen beschloss das "Wort zum Sonntag", das auf Anregung der Kirchen seinen Weg ins Fernsehen fand, das Samstagabendprogramm und sollte die Gedanken auf den bevorstehenden Sonntag lenken. Heute versteht sich die Sendung nach Angaben der ARD eher als "produktive Unterbrechung", die zum Nachdenken über Gott und die Welt anregen soll.

Kein tagespolitischer Kommentar

Der frühere ZDF-Intendant Dieter Stolte sagte anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Sendung, sie widerstehe "mit großer Hartnäckigkeit allen Meinungen und Vorstellungen über erfolgreiches Fernsehen, das bekanntlich bildträchtig, aktionsreich und farbenfroh sein muss, um die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu gewinnen und sie trotz aller Kürze auch zu halten".

Das "Wort zum Sonntag" soll sich zwar am aktuellen Zeitgeschehen orientieren, es soll jedoch kein tagespolitischer Kommentar sein, sagt der Chef vom Dienst der evangelischen Rundfunkarbeit, Thomas Dörken-Kucharz. Die Verkündigungssendung schürfe idealerweise "im aktuellen Geschehen nach tieferer Wahrheit".

Er freue sich, wenn er andere mit seinen Gedanken zum Weiterdenken anregen könne, sagt Stefan Claaß, seit sieben Jahren einer der Sprecher des "Worts zum Sonntag". Der evangelische Pfarrer und Professor für Predigtlehre und Gottesdienstgestaltung schätzt an der Sendung die Chance, "mit vielen unterschiedlichen Leuten in Kontakt zu kommen". Auf die Sendungen gebe es besonders bei kontroversen Themen viele Reaktionen, die er selbst beantwortet. "Besonders freue ich mich über Zuschriften von Menschen, die der Kirche eher fern stehen", sagt er.

Die vier Minuten lange Sendung erfordert einiges an Vorbereitung.

In der Regel beschäftige er sich die ganze Woche vor der Sendung mit dem, was er am Samstag sagen werde, berichtet Claaß. Wichtig sei, dass er selbst eine Beziehung zu dem jeweiligen Thema habe. In besonderen Fällen reagiert der Sprecher auch aktuell auf besondere Ereignisse - wie Claaß im März 2011 auf den Reaktorunfall in Fukushima.

Die Sendung, die Stolte als "Stolperstein" im Programmfluss bezeichnet hat, soll zum 60. Geburtstag ein Facelifting bekommen: Ein neues Logo, eine neue Titelmusik und ab kommendem Samstag sollen auch Bilder im Hintergrund zu sehen sein. Bilder, die - so Dörken-Kucharz - nicht vom Wort ablenken, aber Stimmungen wecken sollen oder Assoziationen. Vor 15 Jahren wurde die Sendung zum letzten Mal verändert, seither gibt es kontinuierlich acht Sprecherinnen und Sprecher, vier katholische und vier evangelische.

Mehr als 3.100 "Worte zum Sonntag" wurden in den vergangenen 60 Jahren gesendet. Die Liste der Sprecherinnen und Sprecher umfasst über 300 Namen. Unter den aktuellen Sprechern ist unter anderem der ehemalige westfälische Präses Alfred Buß aus Unna. Zu den bekanntesten gehörten Pfarrer Heinrich Albertz, Jörg Zink, Adolf Sommerauer, Pater Johannes Leppich, Schwester Isa Vermehren, Hanna-Renate Laurien und der Papst: Johannes Paul II. sprach das "Wort zum Sonntag" im April 1987. Papst Benedikt XVI. folgte vor seiner Deutschlandreise im September 2011 dem Beispiel seines Vorgängers.

Vor zehn Jahren gab es Forderungen, die Sendung sollte nur noch von einem Sprecher gemacht werden: "One face, one place", empfahl NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber. Die Kirchen und die ARD aber halten fest an dem Grundsatz, dass das "Wort zum Sonntag" die Vielfalt der Kirche widerspiegeln soll.

(epd)

Messenger-Gemeinde

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 13.11.
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff