01.05.2013

Jugendbuchautorin Tamara Bach über die Schriftstellerei "Jeder Mensch hört gerne Geschichten"

Tamara Bach ist die Preisträgerin des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2013. Im Interview spricht die 37-Jährige über ihre Lust am Schreiben und lesende Teenager.

KNA: Frau Bach, Ihren ersten Jugendroman "Marsmädchen" haben Sie mit 27 Jahren veröffentlicht. Wann haben Sie sich entschlossen, Schriftstellerin zu werden?

Bach: Ich habe das nie beschlossen, es ist einfach passiert. Ich habe, wie wohl die meisten Menschen, schon als Kind unglaublich gern Geschichten gehört und erzählt. Mit 17 habe ich zum ersten Mal am Treffen junger Autoren in Berlin teilgenommen und hatte dort auch meine erste öffentliche Lesung. Damals wollte ich gar nicht Schriftstellerin werden. Nach dem Abitur habe ich erst mal wild herum studiert und mich schließlich für ein Lehramtsstudium in Deutsch und Englisch entschieden - weil's halt was Anständiges war. Aber ich habe eben auch immer geschrieben. Und so bin ich letztendlich doch Schriftstellerin geworden.

KNA: "Was vom Sommer übrig ist" ist bereits ihr drittes Jugendbuch. Warum schreiben Sie für Jugendliche?

Bach: Das war eigentlich Zufall. Ich habe mich nie hingesetzt und gesagt: 'Jetzt mache ich ein Jugendbuch' - denn ich schreibe niemals für andere, sondern an erster Stelle für mich selbst.

KNA: Teenager des 21. Jahrhunderts haben den Ruf, mehr Zeit vor dem PC als mit einem Buch zu verbringen. Deprimiert Sie das als Jugendbuch-Autorin?

Bach: Meine Erfahrung ist, dass jeder Mensch gern Geschichten hört. Wirklich jeder. Ich verteufele nicht die neuen Medien, ich bin ja selbst ein Internet-Junkie und schaue leidenschaftlich gern Fernsehserien. Manchmal habe ich heute noch Phasen, in denen ich wochenlang kein Buch anrühre, um dann wieder quasi täglich eins zu verschlingen. Ich freue mich natürlich, wenn die Jugendlichen mir bei meinen Lesungen zuhören, wenn sie meine Bücher lesen und sich darüber mit mir austauschen. Aber ich war ja selbst mal 13 und war auch eine von denen, die immer ganz hinten saßen und immer was ganz anderes zu tun hatten als zuzuhören. In dem Alter ist das okay. Kein Mensch ist besser oder schlechter, weil er liest oder nicht liest. Viele Menschen wären vielleicht glücklicher, wenn sie mehr lesen würden.

KNA: Wie unterscheidet sich das Lesen junger Menschen vom Lesen der Erwachsenen?

Bach: Ich glaube, das ist gar nicht so verschieden. All die Gefühle, die Jugendliche haben - Liebe, Wut, Verlust -, die haben wir doch auch immer noch. Der Unterschied ist nur, dass Jugendliche diese Erfahrung zum ersten Mal machen, darum ist sie vielleicht intensiver.

KNA: Spielt der christliche Glaube in Ihrem Leben oder in Ihren Werken eine Rolle?

Bach: In meinem persönlichen Leben nicht, ich bin Agnostikerin und darum schon vor einigen Jahren aus der Kirche ausgetreten. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es das Leben oft einfacher macht, wenn man einen Glauben hat. So etwas ähnliches sage ich auch in meinem nächsten Buch "Marienbilder".

KNA: Welche Eigenschaft braucht eine Schriftstellerin unbedingt?

Bach: Sie muss beobachten können, zuhören und zwischen den Zeilen lesen. Ich sehe im Alltag Geschichten hinter den Dingen, die passieren. Das inspiriert mich wiederum zu meinen eigenen Geschichten.

KNA: Im nächsten Februar wird Ihr neues Jugendbuch "Marienbilder" erscheinen, das bereits mit dem Martha-Saalfeld-Förderpreis ausgezeichnet wurde. Verraten Sie schon ein bisschen über den Inhalt?

Bach: Es geht um eine Tochter, deren Mutter von einem auf den anderen Tag verschwindet. Es geht um Entscheidungen, um freien Willen gegen Schicksal, um Möglichkeiten, um die Entscheidungen der Mutter, ein wenig auch der Großmutter, aber vor allem die Möglichkeiten der Protagonistin.

 

Elisabeth Friedgen
(KNA)

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