Der Schornstein für das Konklaveergebnis
Der Schornstein für das Konklaveergebnis

Im Vatikan ist das Kardinalskollegium am Montagvormittag zu seiner letzten Aussprache vor Beginn des Konklaves zusammengetreten. Wichtigstes Thema der 10. Generalkongregation dürfte das Profil des künftigen Papstes sein. Am Dienstagnachmittag ziehen die 115 Kardinäle, die an der Papstwahl teilnehmen, in die Sixtinische Kapelle ein. Zuvor beziehen sie am Dienstagvormittag ihre Zimmer im vatikanischen Gästehaus Santa Marta und feiern die Messe "Pro eligendo Romano Pontifice" im Petersdom. Die Generalkongregationen hatten am vergangenen Montag begonnen. Zuletzt nahmen daran rund 150 Kardinäle teil. Themen waren unter anderem die Aktivitäten des Heiligen Stuhls sowie das Verhältnis zwischen den Ortskirchen und dem Vatikan. Auch zur «Vatileaks»-Affäre sollen kritische Fragen gestellt worden sein.

11.03.2013

Letzte Generalkongregation vor dem Konklave begonnen "Es wird sehr offen gesprochen"

Im Vatikan ist das Kardinalskollegium zu seiner letzten Aussprache vor Beginn des Konklaves zusammengetreten. Wichtigstes Thema dürfte das Profil des neuen Papstes sein. Pater Bernd Hagenkord von Radio Vatikan im domradio.de-Interview.

domradio.de: Morgen wird das Konklave beginnen. Was bedeutet das nun genau? Wie ist die Stimmung unter den Kardinälen?
Bernd Hagenkord: Angespannt! Natürlich haben die viel gearbeitet, viel miteinander gesprochen, sowohl in den Kardinalsversammlungen als auch sicherlich untereinander. Morgen geht es los, das heißt aber, dass heute noch einmal zwei Kardinalsversammlungen stattfinden, gerade jetzt im Augenblick die erste und heute Abend die zweite. Es gibt auch sehr viele Wortmeldungen, es gibt also sehr viel Gesprächsbedarf, das sagen die Kardinäle auch, mit denen man spricht, gestern zum Beispiel bei den Pressebegegnungen, die einige Kardinäle abgehalten haben. Also: Es wird viel gesprochen, es gibt sehr viel Bedarf und es wird sehr offen gesprochen, wie man hört.

domradio.de: In der Sixtinischen Kapelle sind die Vorbereitungen ja schon weit fortgeschritten, auch schon bevor der Termin stand. Wie ist denn dort nun aktuell der Stand der Dinge? Wird da heute noch gewerkelt?
Hagenkord: Der letzte Feinschliff, sozusagen, findet jetzt noch statt. Die Kameras werden aufgestellt für den Einzug morgen, die Beleuchtungsanlagen, die Mikros etc. müssen heute noch eingerichtet werden. Und dann wird heute noch die Vereidigung der ungefähr 90 Leute, die nicht Kardinäle sind, die aber um das Konklave herum dabei sein werden ‑ vom Koch über Sicherheitspersonal bis zum Techniker – stattfinden. Der Busfahrer zum Beispiel, der die Kardinäle hin- und herfährt, all diejenigen werden vereidigt ‑ ebenfalls in der Sixtinischen Kapelle, wenn ich richtig informiert bin, oder in der Paolina nebenan. Also die letzten Dinge werden heute noch vollbracht.

domradio.de: Man darf ja nicht damit rechnen, dass per Twitter oder Facebook vorher irgendetwas durchdringt. Wir lange werden warten müssen? Was glauben Sie, wie lange wird das jetzt dauern, bis die Kardinäle sich auf einen neuen Papst einigen können?
Hagenkord: Ich habe da überhaupt kein Bauchgefühl. Und wenn man die Kardinäle fragt, bekommt man die Antwort: Es kann in alle Richtungen gehen, es kann sein, dass sich schnell eine Mehrheit für einen Kandidaten findet, wobei im Augenblick überhaupt nicht absehbar ist, wer das sein könnte. Da bekommt man die verschiedensten Namen genannt und alle auch eher nur so vorsichtig tastend, um überhaupt einmal einen Namen zu nennen. Einige Kardinäle sagen aber auch, dass sie mit einem langen Konklave rechnen, weil es sehr viele mögliche Kandidaten gibt und da ja nicht diskutiert wird, wird die Meinungsbildung rein über die Wahl stattfinden. Also kann es durchaus ein paar Tage dauern. Ich selbst habe da, wie gesagt, überhaupt kein Bauchgefühl. Ich rechne eher so mit Donnerstag, Freitag – aber bitte nageln Sie mich nicht darauf fest.

domradio.de: Über welche möglichen Favoriten wird denn gesprochen?
Hagenkord: Der Vatikan hat mal inoffiziell gezählt: Es gibt 47 … Also so ziemlich alle, die im richtigen Alter sind, also von Anfang 60 bis Mitte 70, werden irgendwann einmal genannt. Es ist ganz, ganz schwer zu sagen. Ich persönlich bin auch sehr vorsichtig geworden, weil dann doch die „Mode“ sehr stark schwankt. Und die tonangebenden italienischen Zeitungen machen ja auch ganz klar Politik, die nennen ganz bestimmte Namen, auch mit Sinn und Zweck, leider werden die dann in deutschen Medien einfach nur wiederholt. Also ich bin da etwas vorsichtig geworden, überhaupt Favoriten zu nennen.

domradio.de: Wie werden denn die Gespräche, die heute noch stattfinden, vermutlich von den Kardinälen genutzt? Schon konkret im Hinblick darauf herauszufinden, wer denn geeignet sein könnte?
Hagenkord: Ganz, ganz konkret! Zwar nicht namentlich, aber heute steht – so hat der vatikanische Sprecher bestätigt – auf dem Programm: Was muss der neue Papst können? Also was muss er quasi mitbringen in das Amt? Was brauchen wir für eine Art Papst? Das wird heute angesprochen werden. Auch noch einmal ein paar grundsätzlichere Dinge werden angesprochen, die Kardinäle können sich natürlich nicht 100%ig an die Vorgaben halten, das ist ja quasi eine Abfolge von Statements, da reagiert man ja nicht aufeinander. Da ist es schwierig zu diskutieren. Aber die Grundfrage, was für einen Art Papst brauchen wir heute, die steht auf dem Programm und damit die beste Vorbereitung für den Beginn des Konklaves morgen.

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