31.05.2013

Der neue Bundespräses des Kolpingwerks Holtkotte freut sich auf seine neue Aufgabe "Das hat mich überwältigt"

Mit 99 Prozent ist der Bielefelder Pfarrer Josef Holtkotte in das Amt des Bundespräses des Kolpingwerks gewählt worden. Im domradio.de-Interview stellt sich der Nachfolger von Ottmar Dillenburg vor.

domradio.de: Haben Sie mit dieser enorm hohen Zustimmung gerechnet?

Holtkotte: Nein. Wenn ich jetzt vollmundig ja gesagt hätte, dann wäre das auch überheblich gewesen. Ich habe aber wirklich nicht damit gerechnet. Ich habe mich der Wahlversammlung gestellt und habe schon gehofft, dass ich auch wirklich gewählt werde. Aber ich habe auch manchen Priestern, den ich gut kenne, vor und nach der Wahl gesagt: Es ist schon etwas völlig anderes, wenn ich mich für eine Aufgabe wirklich einer Wahl stellen muss. Auch wenn ich vielleicht davon ausgehe: Mensch, die werden dich doch wohl hoffentlich wählen. Aber ich muss mich selber konzentrieren und überlegen: Was sage ich denn? Was ist mir wichtig? Nicht nur, um zu überzeugen, sondern auch um inhaltlich etwas von meiner Person rüberzubringen. Und das ist schon sehr gut, weil natürlich viele Delegierte einen gewissen Eindruck bekommen. Und fragen: Wofür steht sie? Und als dann diese Zustimmung kam, hat mich das schon außerordentlich gefreut und auch überwältigt.

domradio.de: Das Kolpingwerk zählt zu den großen Sozialwerken der katholischen Kirchen. Sie haben also jetzt eine große Verantwortung, wirken aber nicht ängstlich.

Holtkotte: Das ist auch gut so. Ich bin aber mit Respekt in das Amt angegangen. Ich bin ja nun in meinen ersten Wochen. Mitte Februar wurde ich in Köln eingeführt. Es ist Orientierung aber auch Bewährung. Das heißt: Ich komme natürlich auch mit dem Neuen irgendwohin, und auf der anderen Seite gibt es immer Erwartungen. Ich gehe deshalb voller Respekt an die Aufgabe, weil ich eben durch meinen Hintergrund als Diözesanpräses mitbekommen habe, wie vielschichtig dieses Amt ist. Aber wie interessant natürlich auch. Und deshalb hoffe ich, dass ich das in guter Weise auch angehen werde.

domradio.de: Dieser neue Posten bedeutet für Sie, dass Sie Ihre Gemeinde verlassen mussten. Wie schwer ist Ihnen das gefallen?

Holtkotte: Sehr schwer. Ich bin ja Diözesanpräses in Paderborn gewesen, bevor ich Pfarrer in Bielefeld wurde. Und es ist in diesen knapp acht Jahren einfach sehr viel passiert. Man beheimatet sich auch, ein soziales Umfeld schafft sich. In einer Zeit, die natürlich auch mit großen Veränderungen und Anfragen an die Kirche behaftet ist. Die ich aber sehr interessant und wohlwollend in Bielefeld erlebt habe. Es war ein wirklich gutes Miteinander, und ich bin nicht leichten Herzens gegangen.

domradio.de: Sie waren ja auch lange Studentenpfarrer. Spielt die junge Generation für Ihre neue Aufgabe eine besondere Rolle?

Holtkotte: Ja, die ist mir sehr wichtig. Ich bin auch sehr gerne Studentenpfarrer gewesen. Das merke ich auch jetzt noch an Reaktionen von Studenten, die mich erreichen. Das freut mich sehr. Ich habe da auch wirklich eine Präsenz gezeigt, mir war das sehr wichtig, mit ihnen unterwegs zu sein, Gottesdienste zu feiern und diese Begleitung zu haben. Das Positive ist nun wirklich, dass das Kolpingwerk ja ein generationsübergreifender Verband ist. Es gibt überall Kinder und Jugendliche. Ich erlebe eine Kolpingjugend, die sich stark inhaltlich ausrichtet und viele Jugendliche unserer Zeit auch erreicht, was ich sehr gut finde.

domradio.de: Was wünschen Sie sich für Ihre Amtszeit?

Holtkotte: Ich wünsche mir, was ich beim Kolpingwerk immer gefunden habe, dass wir gemeinsam unterwegs sind. Mit den unterschiedlichen Aufgaben, die jeder hat. Aber dass wir die Verbundenheit im Werk auch in der Kirche miteinander spüren und leben. Ich wünsche mir, dass unterschiedliche Menschen so sein dürfen, wie sie sind, und dadurch auch den Verband und alles, was uns bewegt, auch bereichern. Ich wünsche mir, dass wir so unterschiedlich auch ausgerichtet bleiben, weil ich glaube, dass gerade das auch die Kraft und den Inhalt des Verbandes ausmacht. Dass da eben so ganz unterschiedliche Themen und Menschen zusammenkommen und bis in die konkreten Bildungsfragen hinein, wo ja auch Angebote für junge Menschen da sind. Das finde ich sehr gut, weil es meine Überzeugung trifft, dass eben Glaube und Leben ganz eng zusammengehören.

Das Gespräch führte Verena Tröster.

(DR)

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