Ein neuer Podest schafft Platz für den Auftritt von insgesamt 40 Sängerinnen
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Ein Bild aus "alten Zeiten": Das Vokalensemble singt als geschlossene Formation
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Ein gutes Team: Domkapellmeister Eberhard Metternich und Geiger Martin Richter
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Domkapellmeister Eberhard Metternich dirigiert das Große Domkonzert 2020
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Orchestervorstand Martin Richter freut sich mit seinen Kollegen auf das gemeinsame Dom-Projekt
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Verabredete Sache: Im Wechsel dirigieren Domkapellmeister Metternich und Gürzenich-Chefdirigent Roth
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Konzertmeisterin Natalie Chee hat ein schwieriges Solo beim "Benedictus" zu spielen
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Ungewöhnliche Probensituation: Alle musizieren coronabedingt auf Abstand
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Die Sopranistin Julia Kleiter - hier bei der Probe im Dom - ist international gefragt
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Das Große Domkonzert von 2019 mit dem Kölner Generalmusikdirektor Francois-Xavier Roth
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23.09.2020

Großes Domkonzert gedenkt ehemaligem Domkapellmeister Carl Leibl "Es ist, als öffne sich der Himmel"

Endlich wieder Chöre und Orchester gemeinsam im Dom. Für ihn werde das nach einer halbjährigen Zwangspause ein emotional wichtiges Erlebnis, sagt Domkapellmeister Metternich. DOMRADIO.DE überträgt das Konzert live.

Aufregend, bewegend und einfach zum Genießen – das werde das diesjährige Eröffnungskonzert der Reihe "Geistliche Musik am Dreikönigenschrein" sein, meint der Leiter der Kölner Dommusik, Eberhard Metternich. "Wir können es kaum erwarten, wieder gemeinsam zu musizieren. Und ich freue mich, dass es nun endlich wieder soweit ist und das zehnte Domkonzert in Kooperation mit dem Gürzenich-Orchester Köln nicht coronabedingt ausfallen muss. Auch wenn seine Umsetzung lange fraglich war und wir das Programm den momentanen Bedingungen flexibel anpassen mussten."

Denn eigentlich hatte Metternich anlässlich des 150. Todestages eines seiner Vorgänger im Amt des Domkapellmeisters, Carl Leibl, in Kombination mit der „Krönungsmesse“ von Mozart dessen Messe Nr. 3 in Es-Dur singen wollen. Immerhin hat Leibl von 1826 bis zu seinem Tod 1870 in Köln gewirkt und in seiner Amtszeit Aufstieg, Höhepunkt und Ende der klassisch-romantisch geprägten Kirchenmusik am Kölner Dom im 19. Jahrhundert miterlebt. Dazu gehörte auch, dass 1863 "seine" Domkapelle aufgelöst und unter der Leitung von Friedrich Koenen der Kölner Domchor als Knabenchor – nach dem Vorbild der römischen Cappella Sistina – wiedergegründet wurde. Hintergrund war die Reformbewegung des Cäcilianismus, die in Köln dafür sorgte, dass orchesterbegleitete Chormusik und auch die musikalische Mitwirkung von Frauen im Gottesdienst als Chor- oder Solosängerinnen zur damaligen Zeit untersagt wurden.

Zusammenspiel in Corona-Zeiten große Herausforderung

Nun werden an diesem Mittwoch um 20 Uhr unter der Leitung von Eberhard Metternich alle vier Chöre am Kölner Dom – der Kölner Domchor, der Mädchenchor sowie die Erwachsenenchöre Domkantorei Köln und Vokalensemble Kölner Dom – beim "Großen Domkonzert" auftreten. Allerdings in kleineren Formationen, so wie es das eigens für die Kathedrale erstellte Coronaschutzkonzept vorsieht. "Dass wir diese zwischen der Dommusik und dem Gürzenich-Orchester gewachsene Tradition aber nicht unterbrechen müssen, sondern auf einem neu gebauten Podest im südlichen Querhaus erstmalig wieder miteinander musizieren können und dennoch genügend Abstand zueinander halten, macht uns unglaublich froh und dankbar", erklärt Metternich. "Für alle unsere vier Chöre ist es so wichtig, grundsätzlich wieder singen zu dürfen – wenn auch noch nicht in großer oder gar vollständiger Zahl."

Doch das tut der Vorfreude keinen Abbruch. Einmal im Jahr fieberten alle Mitwirkenden auf dieses besondere Projekt hin, bestätigt auch Martin Richter, Mitglied im Vorstand des Gürzenich-Orchesters. "Selbst wenn dieses Zusammenspiel in Corona-Zeiten – gerade auch angesichts der schwierigen Akustik des Domes – eine besondere Herausforderung bedeutet und durch den Sicherheitsabstand der sonst übliche Körperkontakt mit dem Nachbarn am Pult und damit das unmittelbare Fühlen des anderen wegfällt." Trotzdem: 20 Streicher, 15 Bläser und eine Pauke – das sei doch schon mal was: eben Freude pur.

Solistenriege verspricht hochkarätigen Kunstgenuss

Die zehnjährige Kooperation zwischen den beiden Ensembles fußt auf einer Verabredung Metternichs mit dem damaligen Chefdirigenten des Orchesters, Markus Stenz, der 2010 die Idee, einmal im Jahr ein großes Chorkonzert der Dommusik instrumental zu begleiten, genauso faszinierend fand wie der Dommusiker selbst. Seitdem wechselt von Jahr zu Jahr der Dirigent. Mal ist es Domkapellmeister Metternich, mal der heutige Gürzenich-Chefdirigent und amtierende Kölner Generalmusikdirektor Francois-Xavier Roth, der in der jüngeren Vergangenheit bereits dreimal im Kölner Dom Chor und Orchester vorgestanden hat. Und auch die Werkauswahl trägt immer den außergewöhnlichen Bedingungen des Raumes Rechnung – wie auch die Besetzung der Solistenriege stets hochkarätigen Kunstgenuss verspricht.

Diesmal sind Julia Kleiter, Sopran, Elvira Bill, Alt, David Fischer, Tenor, und Thilo Dahlmann, Bass, mit von der Partie. Auf dem Programm stehen unter anderem das "Agnus Dei" aus der Krönungsmesse von Mozart, das "Fac me" aus dem Stabat Mater von Haydn, das "Benedictus" aus der Missa Solemnis von Beethoven sowie Arien und Motetten von Mendelssohn-Bartholdy, darunter der berühmte Chor für acht Stimmen "Denn er hat seinen Engeln befohlen…" aus dem "Elias" und die Bariton-Arie "Gott, sei mir gnädig" aus dem "Paulus".

Ganz nach dem Motto "Hurra, wir leben noch!" ist es Metternich nach dem Lockdown vor mehr als einem halben Jahr jetzt erst recht ein Anliegen zu signalisieren: Die Chöre am Dom singen wieder. Es geht weiter. Auch wenn ähnlich wie vor etwa 160 oder 170 Jahren, als Carl Leibl mit den kulturellen Entwicklungen seiner Zeit zu kämpfen gehabt habe, die ihm das Musizieren im Kölner Dom nicht leicht gemacht hätten, das diesjährige Auftaktkonzert der Saison unter erschwerten Bedingungen stattfinde, so der Leiter des Kölner Domchores und des Vokalensembles Kölner Dom.

Metternich: Dankbar für die Realisierung des Konzertes

Daher hat Metternich vor allem auch gezielt Stücke ausgesucht, die fest ins Repertoire der Dommusik gehören und vermutlich auch damals schon – zur Zeit Leibls – von der Domkapelle gespielt wurden. "Dieses Konzert soll zum einen eine Reminiszenz sein, aber auch eine kleine Wiedergutmachung für alles, was in den letzten sechs Monaten an Konzerten, darunter die lang geplante Aufführung der ‚Missa Solemnis’ zu Beethovens 250. Geburtstag, nicht stattfinden konnte."

So lange hätten die Sängerinnen und Sänger darauf verzichten müssen, Musik unter Live-Bedingungen zu machen, dass er nun allen dafür danke, die die Realisierung dieses Konzertes maßgeblich ermöglicht hätten: dem Domkapitel, das das Südquerhaus komplett für das Podium leer geräumt habe, der Kulturstiftung Kölner Dom für die finanzielle Unterstützung und dem Domradio, das mit einer Übertragung vielen Menschen neben dem musikalischen auch zu einem geistlichen Erlebnis verhelfe und dazu einlade, an einem für die Dommusik so wichtigen Tag mit dabei zu sein.

Zum ersten Mal wieder zu hören, wie sich die Klänge des Orchesters mit den Stimmen der Chöre mischten, schaffe eine Art Gänsehautgefühl, gesteht der Domkapellmeister dann auch bei der ersten Probe. "Das ist, als öffne sich der Himmel."

Beatrice Tomasetti
(DR)

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