Kurz vor dem Ziel: Der neue Dompropst Guido Assmann
Kurz vor dem Ziel: Der neue Dompropst Guido Assmann
Mit Domdechant Msgr. Robert Kleine (r.) vor dem Schrein
Mit Domdechant Msgr. Robert Kleine (r.) vor dem Schrein
Stempel im Pilgerpass
Stempel im Pilgerpass
Dompropst Assmann im Gespräch mit Chefredakteur Brüggenjürgen
Dompropst Assmann im Gespräch mit Chefredakteur Brüggenjürgen
Dompropst Assmann auf dem Weg zum Dom
Dompropst Assmann auf dem Weg zum Dom
Kurz vor dem Ziel
Kurz vor dem Ziel
Den Dom im Blick
Den Dom im Blick
Dompropst Assmann auf dem Weg nach Köln
Dompropst Assmann auf dem Weg nach Köln
Dompropst Assmann auf dem Weg nach Köln
Dompropst Assmann auf dem Weg nach Köln
Dompropst Assmann auf dem Weg nach Köln
Dompropst Assmann auf dem Weg nach Köln
Dompropst Assmann auf dem Weg nach Köln
Dompropst Assmann auf dem Weg nach Köln

01.09.2020

Mit dem neuen Dompropst auf Schusters Rappen auf dem Weg nach Köln Der neue Hausherr ist da

Er ist der erste Kölner Dompropst der Neuzeit, der seinen neuen Amtssitz über 50 Pilgerkilometer hinweg zu Fuß erobert hat: Msgr. Guido Assmann. Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen ist zwei Tage lang mitgepilgert und berichtet von überraschenden Begegnungen.

zu den schönsten Bildern der Wanderung nach Köln

"Mit dem Spargel ist es so wie mit den hohen kirchlichen Würdenträgern", erklärt der Führer der interessierten kleinen Pilgerschar mit einem Augenzwinkern: "Spätestens wenn sie violette Farbe tragen, werden beide ungenießbar!"

Guido Assmann hat die Lacher auf seiner Seite, denn er darf als Kirchenmann mit dem Würdentitel "Monsignore" selber die Farbe Violett tragen. Auf seiner Pilgertour, die er zusammen mit gut zwei Dutzend Mitwanderern vom Neusser Quirinus-Münster bis zum Kölner Dom zurücklegt, sind die ersten Kilometer bereits geschafft, als das Spargelfeld passiert wird.

Aufbruch und eine neue Richtung

Assmann ist natürlich nicht in kirchlicher Festkleidung unterwegs. In seiner schlichten dunklen Jeans, schwarzem Hemd und Collarkragen unter der dunklen Jacke fällt er in der Gruppe kaum weiter auf. Die gut eingelaufenen braunen Wanderschuhe und den zügigen Schritt, den er vorgibt, aber verraten, dass hier einer schon manche Strecke zurückgelegt hat.

Assmann ist 56 Jahre alt und kommt aus Radevormwald. Nach seinem Studium der katholischen Theologie und Philosophie in Bonn und Freiburg landete er über Köln-Klettenberg, Eitorf und Dormagen als Kreisdechant und Oberpfarrer am Quirinus-Münster. Mit 56 Lebensjahren eigentlich ein wunderbarer Ort, um dem beruflichen Ruhestand entgegenzugehen. Doch das Kapitel am Hohen Dom zu Köln hat ihn vor wenigen Wochen zum neuen Domchef gewählt und seinem Lebensweg einen Aufbruch und eine neue Richtung beschert.

Langjährige Bekanntschaft mit Kardinal Woelki

Als Dompropst braucht man nach der Wahl dann zwar noch den Segen des Kardinals, doch Assmann und Erzbischof Woelki kennen und schätzen sich seit Jahren. Für den Neusser Oberpfarrer, der sich selber am Telefon mit einem schlichten "Pastor Assmann" meldet, war dann nach dem Anruf aus dem Domkapitel auch schnell klar: der nächste Weg führt ihn nach Köln zum Hohen Dom.

Assmann hat bis dato alle seine priesterlichen Einsatzorte auf Schusters Rappen angelaufen. "Da kann die Seele mitkommen – man lässt lieb gewonnene Menschen und einen vertrauten Ort hinter sich – bricht einfach mutig auf!" Bei einer Predigt hätte er jetzt vermutlich noch "im Vertrauen auf Gott" angefügt – aber im Gespräch mit den Mitpilgern ist das gar nicht nötig.

Humorvoll und aufmunternd

Die gut 25 Pilger, die Assmann auf seiner Tour begleiten, sind in ihrem katholischen Glauben bestens beheimatet. Ganz egal, welches Gebet oder Lied Assmann auch anstimmt – schnell betet oder singt die kleine Pilgergruppe mit. Bei der kleinen St. Corneliuskapelle am Rande von Neuss wird deutlich, wie gut der wandernde Hirte seine Herde kennt: "Beim Corneliuslied sind wir nicht alle ganz textsicher – ich denke wir beten ein Vaterunser, da sind wir auf der sicheren Seite!"

So humorvoll verkündet und lebt Assmann die Frohe Botschaft. Aber auch die begleitende Pilgergruppe, viele aus der Neusser Gemeinde, kennen ihren Pastor. Als dem das angebotene Käsebrötchen nicht so recht schmecken will, zaubert ein ältere Dame eine selbstmachte Bulette aus ihrer Tasche. Wer sich dem pilgernden Assmann bei seinem Weg nach Köln anschließt, der merkt schnell, dass der Kirchenmann in seiner Heimat kein Unbekannter ist. Eine Joggerin unterbricht ihren Frühsport, um ihm noch ein paar nette Worte mit auf den Weg zu geben, ein Kleinlastwagen stoppt mitten auf der Straße und durch die heruntergedrehte Scheibe kommen schon die nächsten aufmunternden Worte.

Ökumenische Verbundenheit

Immer wieder die passende Worte findet auch Assmann. Ganz egal, ob er vier Frauen an einer Bushaltestelle verabschiedet, weil die nicht den ganzen Weg mitgehen wollten, oder mit dem gerade mal ein Jahr alten Kleinkind im Rucksack des Vaters Faxen macht – der Geistliche trifft stets den richtigen Ton. Und fügt – als Priester geht das ja gar nicht anders – ganz geschickt immer mal wieder einen biblischen Gedanken ein. Er bleibt dabei aber unaufdringlich.

Als alle gerade am Kloster Knechtsteden den herrlichen Marillenlikör verkosten, den der mitwandernde evangelische Mitbruder in ökumenischer Verbundenheit spendiert hat, sagt Guido Assmann: "Ich gehe mal eben noch zu Maria hinein!" Klar, dass die komplette Wandergruppe die Maske aufsetzt, um ihm in die Basilika mit der Gottesmutter zu folgen, selbst wenn es draußen in der wärmenden Sonne gerade doch so gemütlich war. Aber in der Kirche wärmt der gemeinsame Gesang das harmoniebedürftige Herz umso mehr: "Maria breit den Mantel aus … lass uns darunter sicher stehen, bis alle Stürme vorüber gehen!"

Einführung am 20. September: Live auf DOMRADIO.DE

Stürmische Zeiten mögen kommen – der künftige Dompropst, der am 20. September mit einem feierlichen Gottesdienst in sein Amt eingeführt werden soll, ist dafür offenbar wohl gerüstet. Klar, erklärt er dem mitpilgernden Reporter, das Kirchenschiff sei in schwerem Fahrwasser, aber das betrachte er doch mehr wie eine Herausforderung. Zunächst einmal will er zuhören – und zunächst einmal hat er auf seiner Pilgertour Rückenwind. Als er nach fast 30 Kilometern an der Kölner Stadtgrenze einen Kanal erreicht, entdeckt Assmann ein dreieckiges Warnschild und lacht: "Na, das fängt ja gut an – hoffentlich schmeißen mich die Kölner nicht sofort ins Wasser!" Nein, davon ist nicht auszugehen. Das Domkapitel lässt ihn schon nicht im Regen stehen – auch wenn ihn am zweiten Tag seiner Wanderung kein Begrüßungskomitee abholt, um ihn die letzten Kilometer zur Kathedrale zu begleiten.

Dafür wartet vor dem Dom dann mit offenen Armen Domdechant Msgr. Robert Kleine. Auch der obligatorische Pilgerstempel liegt schon parat. Noch führt der engagierte Domdechant den Neuen mit seiner Pilgergruppe kundig durch die große Kathedrale, doch schon als dieser offen auf die Gruppe der Domschweizer zugeht und diese begrüßt, wird deutlich: Assmann wird hier schnell ankommen und schon bald in Köln so beheimatet sein, als hätte er nie woanders gelebt.

Lieber Wein als Kölsch

Das erste Großprojekt hat er auch schon angekündigt: Der Hohe Dom soll, so hat er es ironisch seinen Mitpilgern versprochen, zukünftig noch höhere Turmspitzen bekommen, damit das Gotteshaus weithin noch sichtbarer wird.

Den katholischen Glauben sichtbar machen – die Frohe Botschaft glaubwürdig leben und verkünden, das alles darf man von dem erfahrenen Seelsorger Assmann ruhig erwarten. Kölsch wird aber vermutlich doch nicht ganz so schnell sein neues Lieblingsgetränk. Im Vorbeigehen hat er den Campern am Rhein, die ihn zur Pasta und Kölsch einladen wollten, versichert, ein kühler Weißwein sei ihm jetzt eigentlich lieber. Hoffen wir mal, dass das Domkapitel dem neuen Chef bei der Amtseinführung ein gutes Fläschchen kalt stellt. Das hat sich der erste Dompropst der Neuzeit, der seinen neuen Amtssitz über 50 Pilgerkilometer hinweg zu Fuß erobert hat, wirklich verdient.

Ingo Brüggenjürgen
(DR)

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