Besucher gehen in den Kölner Dom
Besucher gehen in den Kölner Dom
Archiv: Besucher des Kölner Doms bestaunen das Deckengewölbe
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Blick vom Vierungsturm auf die Hohenzollernbrücke während einer Domführung
Blick vom Vierungsturm auf die Hohenzollernbrücke während einer Domführung

03.06.2020

Kein Interesse an Kölner Domführungen zum Wiederbeginn? "Die Menschen sind sehr verunsichert"

Ab dem kommenden Montag sind wieder Führungen im Kölner Dom möglich. Bisher gibt es aber noch keine Voranmeldungen – weder von Privatpersonen noch von großen Anbietern. Locken könnte eine besondere Atmosphäre in der Kathedrale.

DOMRADIO.DE: Woran liegt es denn, dass es derzeit noch keine Anmeldungen zu Domführungen gibt?

Harald Schlüter (Referent für Dom- und Kirchenführungen beim Domforum): Ich denke, die Menschen sind sehr verunsichert. Sie müssen sich, wie wir selber auch, mit unserem Angebot erst einmal wieder herantasten und heraustrauen. Ich glaube, Führung ist das, was vielleicht auch jetzt noch gar nicht so im Blick ist.

Viele ältere Menschen sind vielleicht zudem besonders verunsichert, weil sie zur Risikogruppe gehören. Aber wir bemühen uns natürlich, die Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass man sich gut trauen kann und dass man dann auch eine gute Gelegenheit hat, den Dom kennenzulernen.

DOMRADIO.DE: Und wie sehen diese Rahmenbedingungen konkret aus?

Schlüter: Wir haben die Gruppengröße von maximal 25 auf zwölf Personen verkleinert, sodass man gut voneinander mit Abstand stehen kann. Wir haben natürlich auch die im Dom geltende Maskenpflicht übernommen für die Führungen. Das Glück ist, dass wir mit dem Gruppenführungssystem die Möglichkeit haben, die Leute weiter auseinander zu stellen, ohne dass sie eine Beeinträchtigung haben, was das Verstehen angeht. Denn durch die Funksysteme werden die Stimmen der Führenden auf die Kopfhörer der Teilnehmenden übertragen, und dadurch sind sie optimal versorgt.

DOMRADIO.DE: Der Dom war jetzt wochenlang teilweise menschenleer. Es war kaum jemand da. Waren Sie in dieser Zeit mal drin in der Kathedrale?

Schlüter: Ja, es war eine merkwürdige Situation. Seitdem der Dom wieder für die Besichtigungen geöffnet worden ist, dürfen maximal 200 Personen wieder gleichzeitig im Dom unterwegs sein. Das war ja der erste Schritt und auch die Voraussetzung, dass wir überhaupt mit unseren Führungen wieder beginnen können. Aber faktisch sind es ganz wenige, die sich momentan trauen, in den Dom zu gehen.

Momentan sind einfach auch viele Gruppen, die üblicherweise in der Zeit jetzt unterwegs wären, nicht da. Das sind die Flusskreuzfahrtschiffe, das sind auch die Schulklassen. All diese Gruppen tauchen momentan nicht auf, und dadurch ist es im Dom doch sehr leer.

Wir werden schauen, wie sich das Bild dann langsam zu verändern beginnt, wenn die Ferien beginnen. Denn die Menschen drängen ja schon wieder heraus. Das hat man auch am Pfingstwochenende gemerkt.

DOMRADIO.DE: Vieles ist ja auch tatsächlich schon wieder möglich oder wird möglich. Heute wurde für den 15. Juni zum Beispiel beschlossen, die Grenzen für Touristen innerhalb Europas zu öffnen. Was denken Sie, normalisiert sich das Besucheraufkommen dann auch schnell wieder am Dom?

Schlüter: Ich bin da offen gesagt skeptisch. Zwar werden Besucher aus den Nachbarländern kommen. Aber ich glaube, es wird zunächst einen Inlandstourismus geben, weil viele trotz der Öffnungen der Grenzen ihre Reisen schon storniert haben, umgebucht haben oder gesagt haben: Dieses Jahr steht ein Urlaub im Nachbarland oder im Ausland nicht an. Das ist auch die Meinung der Fachleute.

So geht es natürlich den Nachbarländern umgekehrt auch. Vielleicht besinnt man sich eher wieder auf die Orte im eigenen Land. Es könnte ganz spannend sein, diese Orte jetzt zu entdecken, die vor der eigenen Tür liegen.

DOMRADIO.DE: Jetzt können also alle Kölner mal zu einer Domführung kommen?

Schlüter: Genau. Ich glaube, dass es das eine ist, ein solches Bauwerk zu besuchen und es sich anzuschauen. Das andere ist aber, es ein wenig durch jemanden erschlossen zu bekommen, der ein bisschen die Hintergründe erläutert.

Für den Besucher, der das erste Mal im Dom ist, sieht der wie aus einem Guss aus. Dass 632 Jahre zwischen Grundsteinlegung und Fertigstellung liegen, kann man auf den ersten Blick nicht sehen, sondern muss es erschlossen bekommen. Man muss es erklärt bekommen. Erst dann begreift man neben der räumlichen auch diese zeitliche Dimension, wie viele Generationen nämlich an diesem Dom gebaut haben.

Das Interview führte Verena Tröster.

(DR)

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