Cornelia und Heinz-Bernd Draschner nehmen bereits zum dritten Mal an der Andacht im Dom teil
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Paare aller Generationen lassen sich von der besonderen Gestaltung dieser Andacht im Dom ansprechen
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So unterschiedlich die Menschen sind, so individuell ist auch ihre Liebesgeschichte
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Die Karten mit den Denkanstößen zum Wesen der Liebe sind sehr begehrt
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Domdechant Robert Kleine liest aus dem ersten Brief an die Korinther
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Einfach nur der meditativen Musik lauschen will dieses Paar
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15.02.2020

Geistliche Impulse zum Valentinstag im Kölner Dom "Gott ist das Fundament unserer Liebe"

Die einen sind seit über 50 Jahren verheiratet, die anderen gerade mal wenige Wochen frisch verliebt. Dass dieses Glück anhält und die Liebe bleibt, wünschten sich am Valentinstag viele Paare bei einer Andacht am Dreikönigenschrein.

"Es ist gut, dass du da bist, dass es dich gibt! Du bist gewollt, auch von mir. Weil du unendlich wertvoll bist, habe ich alles für dich gegeben…" So beginnt ein Brief, der bereits zur frühen Morgenstunde auf der Domplatte verteilt wird. "Ich bin bei dir und mit dir – in deinen Erfolgen, wenn du dich freust, wenn du liebst und lachst. Besonders nahe bin ich dir, wenn du leidest, wenn du dich schwach und allein fühlst", lautet ein weiteres Zitat aus diesem "Liebesbrief".

Ein anderes klingt wie eine Aufforderung: "Wenn du möchtest, erzähl mir von dir. Was dich beschäftigt, worum du ringst. Ich lade dich ein: Komm zu mir oder denk einfach an mich. Es ist egal, wie du mich nennst. Ich höre dich." Und dann steht da auch noch diese Zusage: "Ich werde immer da sein für dich! Ich wünsche mir ein erfülltes Leben für dich, Glück und Frieden und Licht an jedem Tag. Hab keine Angst, du kannst mir vertrauen. Denn ich nehme dich so an, wie du bist. Du bist wichtig für mich!"

Es ist ein ungewöhnliches Schreiben, mit dem da die vom Bahnhof strömenden Passanten in der beginnenden Betriebsamkeit ihres Arbeitstages überrascht werden – und um wie viel mehr, als sie den Absendergruß lesen: "Alles Liebe – Gott". "Ganz schön mutig, im Namen Gottes einen Brief zu schreiben", findet Stefanie Perras aus Regensburg, die mit einer Freundin und einem großen Rucksack zu einem Kölnbesuch aus Bayern angereist ist.

Gleichzeitig, so sagt sie, fühle sie sich sehr berührt. Denn diese persönliche Ansprache mache Mut, "dass da jemand ist, auch wenn man ihn nicht immer spürt". Vielleicht sollten solche Briefe viel öfter geschrieben werden, regt sie lachend an und freut sich über die originelle Idee der Kirche, die mit diesem Schreiben am Valentinstag gleichzeitig zur Teilnahme an einem geistlichen Programm mit Andacht am Nachmittag in den Kölner Dom einlädt.

Biblische Texte im Wechsel mit Orgelmusik

Wie der jungen Frau geht es vielen, die erst schmunzelnd, dann aber auch innerlich bewegt über die wenigen Zeilen fliegen. Manche folgen schließlich zögerlich der Aufforderung, sich auf diese unerwartete Einladung einzulassen. Bei anderen trifft sie mitten ins Herz. "Einen Segen für unsere Liebe, einmal innehalten und sich besinnen, wo wir in unserer Partnerschaft gerade stehen – das ist genau das Richtige heute an diesem ganz persönlichen Festtag für uns", sagt ein junges Pärchen aus Nippes.

Später sitzen sie eng umschlungen in einer Kirchenbank vor der Schmuckmadonna, halten zwei Kerzen in der Hand und lauschen andächtig der Orgelmusik, mit der die jungen Musiker George Warren und Alexander Grün Improvisationen zu modernen, aber vor allem klassischen Liebesliedern auf der Domorgel spielen. Während Pastoralreferent Martin Bartsch in den Pausen biblische und weltliche Texte zum Thema Liebe in den Raum spricht und beide Vorträge im Wechsel für eine meditative, aber auch intime und feierliche Stimmung sorgen.

Angelika Weigelt und Jürgen Strauch saugen diese ganz besondere Atmosphäre geradezu auf. Mit 70 und 72 Jahren haben sie vor wenigen Monaten noch einmal ein spätes Glück gefunden und strahlen beide "frisch verliebt", wie sie sagen. Eine Zufallsbegegnung im Kino nach vielen Jahren des Alleinseins. Gesucht und gefunden hätten sie sich, und nun entdeckten sie immer mehr Gemeinsamkeiten miteinander.

Zu Silvester 2018 noch habe sie einen Deal mit dem lieben Gott abgeschlossen, erzählt Angelika Weigelt, weil sie noch einmal auf die große Liebe gehofft habe. Und nun sei sie gewiss: "Das ist der Mensch Deines Lebens." Zu beten und mit Gott zu sprechen gehöre für sie zum Leben mit dazu. Daher auch der Besuch am Valentinstag im Dom. Nun sei das nächste Ziel, zusammenzuziehen und noch einmal zu heiraten, um miteinander alt zu werden. Dieses Glück mache sie zutiefst dankbar.

Hoffnung auf Schutz für die Liebe

Auch Corinna Jerezynski aus Castrop hat vor vier Monaten noch einmal der Blitz getroffen. Die 57-Jährige hat sich in ihren behandelnden Arzt verliebt. Auch sie habe sofort gewusst: "Der isses!" Von Anfang an habe es sich so angefühlt, als würden sie sich schon immer kennen. Nun wünscht sie sich nichts sehnlicher, als mit ihrem Partner bis ans Lebensende zusammenzubleiben.

Dafür wollen die beiden am Valentinstag ein Liebesschloss auf der Hohenzollernbrücke aufhängen. Aber auch von diesem Zwischenstopp im Dom erhoffen sich die Liebenden Schutz für ihre Lebensgemeinschaft. "Dabei brauche ich nicht unbedingt diesen Kirchenraum", sagt Jerezynski. "Ich weiß auch so, dass Gott überall da ist, wo ich bin."

Der Heilige Valentin begleite ihn allein schon deshalb sein Leben lang, weil er am 14. Februar geboren sei, berichtet Hans-Peter Hönig aus Freiburg. Mittlerweile sei es nun der 70. Geburtstag, den er mit seiner Frau Anita bei dieser Reise nach Köln begehe.

Im Vergleich zum Freiburger Münster sei der Dom allerdings gigantisch, finden beide und genießen an diesem persönlichen Feiertag das inspirierende geistliche Programm in Kölns Kathedrale. Selbst wenn für sie persönlich der Heilige Valentin keine allzu große Rolle spiele, so der Jubilar, denke er nach 35 Ehejahren dennoch immer an eine kleine Aufmerksamkeit für seine Frau: "Ein paar Rösle als Zeichen meiner Liebe."

Paare mit individuellen Liebes- und Lebensgeschichten

Auch das Ehepaar Koenen schaut bereits auf einen langen gemeinsamen Weg zurück. An diesem Tag ist es sehr gezielt in den Dom gekommen und liest sich nun gegenseitig die Zitate aus dem Papstscheiben "Amoris laetitia" von Papst Franziskus vor, die als bunte Karten überall ausliegen oder auf den Roll ups zu lesen sind.

Unglücklicherweise hat Hans Koenen im letzten gemeinsamen Urlaub seinen Ehering im Meer verloren. Doch schon bald sollen neue entworfen werden, "wofür ich meinen einschmelzen lasse", erklärt Marion Koenen. Als weitaus größeres Projekt aber betrachten beide, dass sie nach 32 Ehejahren demnächst auch vor Gott endlich "Ja" zueinander sagen wollen.

Später beim Segnungsgottesdienst begrüßt Domdechant Robert Kleine die vielen unterschiedlichen Paare mit ihren ganz individuellen Liebes- und Lebensgeschichten. Dabei richtet er seinen Gruß an die jahrzehntelang verheirateten Ehepartner genauso wie an die frisch verliebten Paare oder auch an die Menschen mit gescheiterten Beziehungen, deren Liebe zerbrochen ist, und nicht zuletzt an diejenigen, die immer schon alleine gelebt haben, sich aber vielleicht nach der Liebe eines Menschen sehnen. Gott sage jedem Menschen – ob allein oder in einer Partnerschaft – seine Liebe zu. "Gott ist die Liebe", betont Kleine. "Und sein Auftrag ist, dass auch wir einander lieben."

"Die Liebe Gottes trägt"

Der Heilige Valentin von Terni sei nicht der Patron der Floristen oder Parfümerien, sondern habe sich schon früh für die wahren Werte der Liebe eingesetzt, stellt er unmissverständlich die tiefere Bedeutung dieses Gottesdienstes am Dreikönigenschrein klar. Vielmehr habe Valentin als Bischof zur Zeit des frühen Christentums Liebespaare trotz des Verbots von Kaisers Claudius II. christlich getraut und sei dafür im Jahr 263 hingerichtet worden.

Dann verliest der Domdechant den ersten Korintherbrief des Apostels Paulus über Wesen und Vermögen der Liebe; ein Text, der die vielen Paare, die von überall her in diese Andacht gefunden haben, spürbar berührt. Schließlich lädt Kleine ausdrücklich dazu ein, auf der Grundlage dieser Definition von Liebe die eigene Partnerschaft an diesem Ort neu in den Blick zu nehmen. 

Die Liebe ist wie ein Tattoo ins Herz gebrannt

Dass Paulus in seinem Text ein Idealbild von Liebe entwirft, es im Alltag aber mitunter nicht gelinge, dem Anspruch einer solchen Liebe gerecht zu werden, erläutert einfühlsam Pastoralreferentin Stefanie Bartsch, die mit ihrem Mann Martin zum theologischen Vorbereitungsteam dieses Valentinstages gehört und gleichzeitig vor den rund 70 Paaren ein sehr persönliches Zeugnis von ihrer Liebe nach 25 Ehejahren abgibt. "Schaffe ich das wirklich, alles immer zu ertragen?", formuliert die Pastoralreferentin zunächst als Impuls, um dann zu betonen: "Ich spüre, dass mich dabei die Liebe Gottes trägt.

Dass er das Fundament unserer Liebe ist, das immer mitgeht. Diese Liebe hört niemals auf. Sie ist wie ein Tattoo in meinem Herzen eingebrannt." Und da der Mensch Abbild Gottes sei, gelte es, dieser göttlichen Liebe nachzueifern, etwas davon im partnerschaftlichen Miteinander spürbar werden zu lassen und dazu auch aus der Kraftquelle des gemeinsamen Gebetes zu schöpfen.

Zur Stärkung der Partnerschaft soll schließlich auch der individuelle Segen gehören, der im Anschluss an die Andacht im Chorumgang von mehreren Seelsorgern erteilt wird. Und jeder darf seine persönliche "Liebeskerze" mit nach Hause zu nehmen, um auch an den vielen anderen Tagen des Jahres daran erinnert zu werden, dass Gott ein Freund der Liebenden ist.

Beatrice Tomasetti
(DR)

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