Das Zelt im Kölner Dom
Das Zelt im Kölner Dom

16.01.2020

Dombaumeister Peter Füssenich über aktuelle und künftige Bauarbeiten Warum steht ein Zelt im Kölner Dom?

Es ist ein irritierender Anblick im Kölner Dom: Nahe des Eingangs steht ein fast 20 Meter langes weißes Zelt. Über den Hintergrund - Bauarbeiten am Boden des Doms - klärt Dombaumeister Peter Füssenich im Interview auf.

DOMRADIO.DE: Klarstellen können wir zu Anfang schonmal: Das Zelt ist kein Zirkuszelt.

Peter Füssenich (Dombaumeister in Köln): Richtig. Es haben auch schon einige Karnevalisten gefragt, ob das Zelt zum Feiern da stehe. Das musste ich verneinen. Wir haben dort eine Baustelle eingerichtet. Das Zelt steht dort, weil wir einen Staubschutz für die Arbeiter eingerichtet haben. Wir haben den Boden aufgenommen und wollen dort eine neue Betondecke einziehen. Diese Stelle im nördlichen Seitenschiff ist die einzige Stelle, die noch ganz unberührt ist, wo noch keine Betondecke eingezogen ist. 

DOMRADIO.DE: Als Laie gefragt: Muss ich mir jetzt Sorgen um den Fußboden im Dom machen oder weshalb sind diese Bauarbeiten notwendig?

Füssenich: Es dient der Sicherheit, eine komplette Betondecke unterhalb der Bodenplatten einzuziehen. Unterhalb der Bodenplatten liegt die Domgrabung, wo nach dem Zweiten Weltkrieg immer wieder gegraben wurde. Auch wir haben in den vergangenen Jahren wiederholt Grabungsarbeiten durchgeführt und deshalb ist es logisch, nun eine Betondecke einzuziehen. Sie dient zum Schutz, um zu verhindern, dass der Boden nicht absackt.

DOMRADIO.DE: Wir haben im letzten Jahr die großen Schlagzeilen gehabt, dass sich das Bild des Domes dieses Jahr verändern wird. Das erste Mal seit Jahrhunderten werde er ohne Gerüst dastehen. Das wird sich wohl doch noch etwas verzögern, richtig?

Füssenich: Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, woher diese Information kommt. Wir Kölner müssen ja wirklich beunruhigt sein, wenn der Dom jemals ohne Gerüste dastünde. Das würde ja bedeuten, dass die Welt unterginge. Und da möchten wir als Mitarbeiter der Dombauhütte natürlich nicht für verantwortlich gemacht werden. Ich kann aber alle beruhigen: Die Welt geht nicht unter und es wird weiterhin Gerüste am Dom geben. Keiner der heute lebenden Menschen wird den Dom jemals ohne Gerüste sehen.

DOMRADIO.DE: An der Stelle, wo das große Gerüst hängt, wird aber trotzdem etwas passieren dieses Jahr, oder?

Füssenich: Ja, das ist richtig. Wenn das eine Gerüst verschwindet, kommt das nächste. Es gibt viele Stellen am Dom, an denen wir ständig und dauerhaft arbeiten müssen. In diesem Jahr werden wir zwei große Engel - etwa 2,80 Meter - an der Nordwestseite des Nordturms aufhängen. Das Gerüst bleibt aber erst noch für die Versetzarbeiten erhalten. Die Engel werden Mitte des Jahres aufgebaut und danach kann mit dem Abbau des Gerüstes begonnen werden. Es wird zuerst ausgedünnt - das heißt, dass Gerüstlagen abgebaut werden. 2021 wird es dann abgenommen, sodass nach einigen Jahren dann mal wieder ein Kran am Dom steht, um es abzupflücken.

DOMRADIO.DE: Was wird denn da eigentlich gerade gemacht? Das große Gerüst am Nordturm sieht man ja aus allen Richtungen.

Füssenich: Ein solches Gerüst hängt etwa acht bis zehn Jahre an der Turmecke. So lange dauert die Arbeit dort tatsächlich, weil wir Bauteile austauschen müssen. Die vielen hundert Fialtürmchen werden überprüft. Die Eisenbewährungen im Inneren werden ausgetauscht gegen Edelstahl, damit keine Steinsprengung mehr stattfindet und nichts rosten kann. Diese Arbeit erfolgt schon seit über 25 Jahren am Kölner Dom.

DOMRADIO.DE: Jetzt gibt es auch noch Arbeiten im Domumfeld, die anstehen. Die große Freitreppe vom Dom zum Bahnhof soll saniert werden. Da haben Sie weniger mit zu tun, oder?

Füssenich: Wir sind natürlich da auch in Abstimmung mit der Stadt Köln, aber das Gebiet gehört zur Stadt Köln und nicht zum Dom. Diese Bauarbeiten nimmt also die Stadt Köln vor. Soweit ich weiß, wird 2021 und 2022 die Domtreppe innerhalb von zwei Bauabschnitten erneuert. Die Treppe ist 2005 zum Weltjugendtag gebaut worden und hat mittlerweile einige Baumängel. Da muss man grundsätzlich ran und jede einzelne Stufe austauschen. Damit das für den gesamten Publikumsverkehr geordnet abläuft, gibt es zwei Bauabschnitte.

DOMRADIO.DE: Man merkt, dass einiges zu tun ist im Dom, am Dom und um den Dom herum. Blicken wir noch einmal auf den Feuerwehreinsatz letzte Woche wegen der tief hängenden Wolke über dem Dom und der vermeintlichen Rauchentwicklung. Wenn wir uns solche Situationen anschauen - wann sollte man Sie da anrufen und wann ist es unbegründet?

Füssenich: Sie rufen am besten nicht mich an, sondern die Feuerwehr. Die ist dafür zuständig. Ich war in besagter Nacht natürlich auch im Einsatz. Lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig. Die Feuerwehr kümmert sich ganz wunderbar um den Dom, das ist eine tolle Zusammenarbeit. Wenn Sie etwas Ungewöhnliches am Dom bemerken, rufen Sie die Feuerwehr oder die Polizei. Sicher ist sicher.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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